Das uralte kultische Symbol des Rauches bahnt sich seinen Siegeszug inmitten unserer Gesellschaft. Ob zu Hause oder in religiösen Riten erlebt die Wirkung von Rauch und Duft derzeit eine wahre Renaissance. Vor 30 Jahren begann meine intensivere Beschäftigung mit dem Thema Weihrauch. Bereits als Ministrant erlebte ich die Hustenanfälle der Gottesdienstbesucher, obwohl der dichte Rauchnebel doch woh
lduftend sein sollte. Die eindeutig mindere Qualität von hoch angepriesenen Weihrauchsorten bestärkte mich in der stetigen Suche nach dem perfekten Duft. So entstand allmählich eine Sammlung unterschiedlichster Weihrauchsorten. Ein weiterer Ansporn noch weiter die Welt der Düfte zu erforschen brachte mir die meist hoch qualitative Verwendung von Weihrauch in der esoterischen Bewegung. Darauf folgten Beschäftigung mit Fachliteratur und eigene Räucherexperimente. Mittlerweile Priester geworden, gaben mir diese Erkenntnisse vermehrt zu denken. Und immer wieder die gemachte Erfahrung, wie Mitmenschen allein auf das Wort „Weihrauch“ negativ reagieren. Jedoch war zumeist Unwissenheit der Grund dieser Erfahrungen von „verunglückten Räucherungen“. Dabei gilt es einige wenige Dinge zu beachten damit Räuchern dieses einzigartigen Duftstoffes aufatmen lässt und eine Wohltat sein kann. Eben zum Heiligen Rauch und nicht zum Greul wird. Zunächst stellte ich mir selber die Aufgabe im kirchlichen Bereich aufklärend zu wirken um die Weihrauchverwendung aufzuwerten und den ursprünglichen Stellenwert zurückzugeben. Allmählich ging diese beratende Tätigkeit über den kirchlichen Bereich hinaus. Von der anfänglichen Beschaffung von „guten“ Weihrauchsorten, umfasst mein Interesse mittlerweile alle Bereiche, die mit dem Thema Duft und das weite Beschäftigungsfeld Rauchwerk anbelangt. Bekannt geworden, als Priester, der sich dem Weihrauch besonders angenommen hat, folgten Einladungen zu Vorträgen von diversen Organisationen. Hervorheben möchte ich das Augustinum Graz, einige Dekanatskonferenzen, Pfarrgruppen der KFB und die steirische Mesnertagung in Mariatrost. Fasziniert vom Pfarrhof in St. Magdalena reifte die Idee meine Sammlung erstmals öffentlich zu präsentieren. Mit Advent 2014 ging die „Welt der Düfte“ in den einjährigen Probebetrieb. Zahlreiche Einzelbesucher wie Gruppen konnten bereits in diese faszinierende Welt des Weihrauchs und der Düfte eintauchen. In regelmäßigen Führungen erfahren Interessenten Wissenswertes rund um das weite Thema Weihrauch und erhalten Tipps zum eigenen Räuchern. Im Verräuchern einiger Weihrauchsorten, ähnlich einer „Weinverkostung“, wird die Bandbreite von Düften erlebbar. Durch diesen Erfolg bestätigt, und der vielen Anfragen für Vorträge ermuntert, soll die nun neu gestaltete „Welt der Düfte“ als Privatmuseum in der Region einer weiteren Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. In frei zugänglichen Boxen können Weihrauchharze, Weihrauchmischungen, Kräuter und Zusatzstoffe, Rauchstoffe, Griechischer Weihrauch, Rauchstäbchen, Arabische Düfte, Räucherkohlen, Salböle betrachtet und verglichen werden. Geräte wie Rauchfässer und Weihrauchgefäße, außergewöhnliche Objekte zum Thema Räuchern sowie Fachliteratur laden weiter zum Schmökern ein. Ausgewählte Weihrauchsorten, Räucherkohle, Räuchergefäße, Räucherutensilien, Ansichtskarten und Mitbringsel werden zum Verkauf angeboten. Hilfreiche Flyer enthalten Tipps für das Räuchern zu Hause. Die Lage neben der Kirche am ruhigen Kirchplatz, die Nähe
von Gasthaus, Cafe, Heimatmuseum und guter Buschenschanken bieten sich als Ziel von Wallfahrten und Ausflügen an. Die barrierefreie Erreichbarkeit für ältere und gehbehinderte Personen ist gewährleistet.