26/05/2026
Erzbischof Franz Lackner OFM zur ersten Enzyklika von Papst Leo XIV.
MAGNIFICA HUMANITAS | Leo XIV. hat mit „Magnifica Humanitas“ ein mit klarer Stimme gesprochenes Zeugnis für die Würde des Menschen in einer Zeit immer höherer Technisierung, immer größerer Machbarkeit vorgelegt. 135 Jahre nach der großen Sozialenzyklika „Rerum Novarum“ seines Namensvorgängers Leos XIII. hat der Papst, wie er sagt, aufmerksam zugehört - er hat die Stimmen der Expertise, aber auch das Schweigen Betroffener vernommen. Während er die vielen positiven Errungenschaften des Fortschritts benennt, zeigt er doch auch deutlich die mannigfaltigen Risiken auf, die uns als Gesellschaft erwachsen, wenn der Mensch sich letztlich selbst verdrängt, sich einer inhumanen Umwelt aussetzt. So wird das Bekenntnis des Papstes zum Menschen an sich, der Abbild des Schöpfers ist, auch zum Wort für Frieden und Gerechtigkeit. Die Schaffenskraft, die Personalität des Menschen selbst ist heute gerade auch durch Künstliche Intelligenz besonders herausgefordert. Ein Leichtes wäre es in unserer Zeit, diese umfangreiche Enzyklika durch künstliche Intelligenz in einem Augenblick auf wenige Sätze zu reduzieren, um sie scheinbar schnell zu verstehen und kommentieren zu können. Doch all ihr Reichtum, ihr Wesen und damit die hohe, lehrende und mahnende Absicht des Autors gingen dabei verloren. So lade ich herzlich alle ein, sich tief mit „Magnifica Humanitas“ zu befassen und das Schreiben mit gebotenem Ernst zu studieren.
Foto: CNS/Vatican Media