02/08/2026
So wird aus einem gesunden Menschen ein Dauerpatient.
Dafür gibt es einen Fachbegriff: Polypharmazie. Und dahinter steckt ein Problem, über das viel zu selten gesprochen wird. Sobald jemand mehr als drei oder vier Medikamente gleichzeitig nimmt, weiß kein Arzt der Welt mehr, wie diese Mittel untereinander reagieren. Die einzelnen Nebenwirkungen stehen im Beipackzettel. Die Wechselwirkungen kennt niemand. Das ist kein Behandlungsplan mehr, das ist russisches Roulette.
Ich hatte einen sehr prominenten Patienten, der es einmal so auf den Punkt gebracht hat: Er stehe morgens auf, es gehe ihm eigentlich gut, dann nehme er seine Medikamente und könne sich gleich wieder hinlegen. Ich habe ihm geraten, damit aufzuhören. Er hat den anderen Ärzten vertraut, ich war ja kein behandelnder Arzt für ihn. In meinen Augen ist er zehn Jahre zu früh gegangen.
Das Grundproblem ist immer dasselbe: Es wird das Symptom behandelt und nicht die Ursache. Und weil das Symptom bleibt, bleibt auch das Medikament. Jahrzehntelang.
Mein Hauptvorwurf an die klassische Medizin lautet genau so. Nicht, dass es Medikamente gibt. Bei einer schweren Infektion bin ich dankbar für ein wirksames Antibiotikum. Das war nicht immer selbstverständlich, an heutigen Bagatellen sind früher viele Menschen gestorben.
Aber für vieles gibt es natürliche Alternativen, die genauso wirken und keine gefährlichen Wechselwirkungen mitbringen. Sie haben nur einen Nachteil aus Sicht der Industrie: Die Natur lässt sich nicht patentieren.
Deshalb mein Rat: Stellt jedes einzelne Medikament auf den Prüfstand. Nicht eigenmächtig absetzen, das wäre gefährlich. Aber fragt euren Arzt bei jedem einzelnen Präparat: Wofür genau nehme ich das, und was passiert, wenn ich es weglasse?
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