01/09/2026
1. September - Heiliger Ägydius
Die Pfarrkirche der Pfarrgemeinde Ottensheim ist dem Heiligen Ägydius geweiht, der am 1. September seinen Gedenktag hat.
In Frankreich wird er unter dem Namen Saint Gilles verehrt und davon leiten sich auch die Ortsnamen Sankt Gilgen, Ilgen, Ilden usw. ab.
Um 640 in Athen als Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie geboren, soll er Heimat und Reichtum verlassen und sich als Einsiedler in eine Höhle an der Rhone-Mündung zurückgezogen haben, um in Einheit mit Gott und der Natur ein einfaches Leben zu führen.
Die Legende erzählt, eine Hirschkuh habe ihn mit ihrer Milch ernährt. Als der Westgotenkönig Wamba eines Tages auf der Jagd dem Tier nachstellte, habe sich Ägydius schützend vor die Hirschkuh gestellt und wurde so vom Pfeil des Königs ins Herz getroffen. Diese „Wunde der Liebe“ soll ihm auf eigenen Wunsch ein Leben lang geblieben sein.
Der König gründete aus Reue die später nach Ägydius benannte Abtei Saint-Gilles, die unser Heiliger bis zu seinem Tod um 720 (?) als Abt geleitet hat.
In der Online-Enzyklopädie Wikipedia findet sich nicht nur dieses Foto unserer Pfarrkirche, sondern auch eine Sammlung von Bauernregeln, die am Gedenktag des Heiligen Ägydius gelten sollen:
„Ist Ägidius ein heller Tag, so folgt ein guter Herbst.“
„Ist Ägidi ein heller Tag, ich dir einen schönen Herbst ansag.“
„Ist’s an St. Ägidi rein, wird’s so bis ‚Michaelis‘ sein.“
„Wie der Hirsch an Ägidi in die Brunft tritt, so tritt er an ‚Michaelis‘ wieder heraus“
„Gib auf Ägidius Acht, er sagt dir, was September macht.“
„Wenn St. Ägidius bläst ins Horn, heißt es: Bauer sä’ Dein Korn.“
„Ägidius Regen – kommt ungelegen“
Bild: Radler59 via wikimedia commons (CC-BY-SA-4.0)
Der Heilige ist als Figur (Statue) in der Mitte des Hochaltares dargestellt.