Christliche Jesus Bruderschaft Österreich

Christliche Jesus Bruderschaft Österreich Priester Dienste Wir sind keine Religionsgemeinschaft im herkömmlichen Verständnis
(Kirche sind wir alle), sondern eine freie Laien- u.

DER DIENST
Wir, die Laien und Priester, aus verschiedenen christlichen Konfessionen, haben uns weltweit zur Gemeinschaft der Christlichen Jesusbruderschaft vereint, sind unabhängig und feiern den Gottesdienst in der jeweiligen Muttersprache. Priestergemeinschaft, die allen an die Lehren Jesus Christus glaubenden Menschen oder bereits Getauften der christlichen Konfessionen, priesterlichen Dienst,

wie Taufe, Hochzeit, Begräbnis und Seelsorge anbietet, im Namen Jesus Christus. Gottesdienste werden nach dem Neuen Missale Romanum von 1975 gefeiert. Wir spenden sieben Sakramente, Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Diakon-, Priester- und Bischofsweihe - und Ehe. Der Zölibat oder die Ehe stehen jedem Priester frei. Diesen Dienst verrichten wir Priester im urchristlichen Verständnis, für alle die es wünschen, oder keiner Religionsgemeinschaft angehören, ohne Entgelt. Jesus Christus hat seinen Aposteln mit den Worten: „Umsonst habt ihr es empfangen und umsonst sollt ihr es auch weitergeben“, den Auftrag erteilt, jedem Menschen guten Willens, das Evangelium zu predigen, zu dienen und zu helfen. Geschiedene dürfen wieder heiraten und zur heiligen Kommunion. Wir pflegen die Ökumene, anerkennen alle Religionen dieser Welt, das Frauenpriestertum und praktizieren keine direkte Missionierung. Andersgläubige aber, die ihren Weg mit Jesus Christus gehen möchten und dies bei einem Priester der Christlichen Jesusbruderschaft bekunden, werden mit der Taufe in die Christengemeinschaft, ohne weitere Bedingungen oder Kosten, aufgenommen. Mitgliedschaft ist freiwillig. Mitglied bei der CHJBS zu sein bedingt nicht die eigene christliche Religion/Kirche aufzugeben oder zu verlassen, sondern als Jesusbruder zu leben und zu wirken. Wir begleiten jeden, der dies wünscht, bis an sein Lebensende. Spenden nehmen wir nur wenn ihnen eine Zuordnung gegeben wurde. (Bedürftige, Cenacolo, Caritas, Volkshilfe, Fahrtspesen, Paramente, etc.) Nicht für uns selbst, da wir alle in den verschiedensten Berufen tätig sind und damit unseren Lebensunterhalt bestreiten. Mit der Taufbestätigung ist die Aufnahme, in fast alle christlichen Religionen, weltweit möglich.

Liebe Freunde, Schwestern und Brüder im Glauben,in dieser heiligen Nacht versammeln wir uns im Dunkel – und doch warten ...
04/04/2026

Liebe Freunde, Schwestern und Brüder im Glauben,
in dieser heiligen Nacht versammeln wir uns im Dunkel – und doch warten wir auf das Licht.
Die Osternacht ist kein gewöhnlicher Moment im Kirchenjahr. Sie ist der Wendepunkt der Geschichte, der Augenblick, in dem Gott selbst das letzte Wort spricht – und dieses Wort lautet nicht Tod, nicht Verzweiflung, sondern: Leben.
Einige sind den Weg durch die Karwoche mitgegangen und haben das Leiden, das Kreuz und die Stille des Grabes betrachtet. Alles schien verloren. Hoffnung begraben. Zukunft verschlossen.
Doch genau dort – im tiefsten Dunkel – geschieht das Unfassbare:
Christus ist auferstanden.
Nicht als schöne Idee. Nicht als Trostbild. Sondern als lebendige Wirklichkeit.
Die Auferstehung unseres Herrn und Bruders Jesus Christus ist mehr als ein Ereignis vor zweitausend Jahren. Sie ist eine Kraft, die bis heute wirkt. Sie ist dieAntwort auf all das, was uns niederdrückt: auf Angst, Schuld, Leid, Einsamkeit – ja sogar auf den Tod selbst.
Ostern bedeutet:
Es gibt immer einen neuen Anfang und das Osterfest erinnert uns jedes Jaur wieder daran.
Vielleicht tragen auch wir heute unsere eigenen „Gräber“ mit uns herum. Dinge, die uns gefangen halten. Situationen, die ausweglos erscheinen. Schuld, die uns belastet. Oder Trauer, die uns den Atem nimmt. Die Botschaft der Osternacht lautet: Der Stein ist weggewälzt.
Nicht wir allein müssen ihn wegrollen. Gott selbst hat ihn bewegt.
Das Grab ist leer und damit auch unsere Ausweglosigkeit nicht mehr endgültig.
Ein Neubeginn ist möglich.
Ostern ruft uns heraus aus unseren Verstecken, aus unserer Resignation,
aus unserem „Es hat ja doch keinen Sinn“. Ostern sagt: Steh auf. Lebe. Vertraue.
Wie die Frauen am Grab sind auch wir eingeladen, uns auf den Weg zu machen, oft noch voller Fragen, vielleicht sogar voller Zweifel.
Und doch getragen von einer Hoffnung, die größer ist als wir selbst.
Denn die Auferstehung bedeutet nicht, dass alles Leid einfach verschwindet.
Aber sie bedeutet: Das Leid hat nicht das letzte Wort.
Das letzte Wort hat Gott und dieses Wort ist Liebe, denn Gott ist die Liebe!
Eine Liebe, die stärker ist als der Tod. Eine Liebe, die uns beim Namen ruft.
Eine Liebe, die uns aufrichtet und stärkt.
Liebe Freunde, Schwestern und Brüder, wenn wir heute das Osterlicht entzünden, dann ist das mehr als ein Symbol.
Es ist ein Zeichen dafür, dass dieses Licht auch in unserem Leben aufleuchten will.
Vielleicht leise. Vielleicht zunächst kaum sichtbar.
Aber es ist da und dieses Licht will weitergegeben werden.
Ostern ist nicht nur etwas, das wir feiern, es ist etwas, das wir leben.
Dort, wo wir einander vergeben. Dort, wo wir Hoffnung schenken.
Dort, wo wir dem Leben wieder trauen. Dort wird Auferstehung Wirklichkeit.
So lasst uns in dieser Nacht und in den kommenden Tagen nicht beim Grab stehen bleiben.
Lasst uns alle hinausgehen in die Welt, als Menschen der Hoffnung.
Denn unser Herr und Bruder Jesus Christus lebt und er ist es der uns die Schwere des Lebens durch den Glauben an ihn erleichtert, ja sogar davon befreit.
Und weil er lebt, dürfen auch wir leben – neu, befreit und getragen alle Tage, in leichten und schweren Momenten. Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!
Ich wünsche euch allen und euren Angehörigen ein gesegnetes Osterfest! Amen.

Predigt zum 5. Fastensonntag (Passionssonntag od. Leidenssonntag), am 22. 3. 2026Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,di...
22/03/2026

Predigt zum 5. Fastensonntag (Passionssonntag od. Leidenssonntag), am 22. 3. 2026
Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,
die heutige Geschichte ist eine der bewegendsten im ganzen Evangelium: die Auferweckung des Lazarus.
Und sie beginnt nicht mit einem Wunder, sondern mit etwas zutiefst Menschlichem: Krankheit, Angst – und schließlich Tod.
Lazarus, der Freund Jesu, stirbt. Seine Schwestern Marta und Maria sind verzweifelt.
Und was besonders schmerzt: Jesus kommt scheinbar zu spät.
„Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“
Dieser Satz ist kein Vorwurf nur aus der damaligen Zeit.
Er klingt auch heute vertraut. Wie oft denken oder sagen Menschen:
Jesus, wo warst du? Warum hast du nicht eingegriffen? Warum gerade jetzt?
Das Evangelium gibt auf diese Fragen keine einfachen Antworten.
Aber es zeigt uns etwas Entscheidendes: Jesus bleibt nicht fern vom Leid. Jesus kommt – und er weint.
Dieser kurze Satz gehört zu den tiefsten im ganzen Evangelium: Jesus weinte.
Er steht nicht distanziert neben dem Schmerz. Er ist betroffen. Er teilt die Trauer.
Jesus ist kein Zuschauer unseres Lebens – er ist mitten darin.
Und dann geschieht etwas Unerwartetes: Jesus spricht mit Marta.
Und mitten im Gespräch sagt er den zentralen Satz dieses Sonntags:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“
Das ist mehr als eine Vertröstung auf ein fernes Jenseits. Es ist eine Zusage für das Hier und Jetzt. Leben beginnt nicht erst nach dem Tod – es beginnt dort, wo wir uns Christus anvertrauen.
Doch bevor das Wunder geschieht, fordert Jesus etwas von den Menschen: „Nehmt den Stein weg!“
Das ist bemerkenswert. Jesus hätte den Stein auch selbst wegrollen können. Aber er bezieht die Menschen ein. Er verlangt einen Schritt des Vertrauens. Vielleicht liegt hier eine Botschaft für uns:
Auch in unserem Leben gibt es „Steine“ – Dinge, die verschließen, die trennen, die Leben verhindern. Angst, Schuld, Verletzungen, Resignation.
Und vielleicht sagt Christus auch zu uns:
Roll den Stein weg. Öffne dich. Wage Vertrauen.
Er tut das Entscheidende – aber wir sind eingeladen, mitzuwirken.
Dann ruft Jesus mit lauter Stimme:
„Lazarus, komm heraus!“
Und der Tote kommt heraus.
Das ist das große Zeichen: Jesus hat Macht über den Tod. Aber nicht nur über den biologischen Tod – auch über alles, was in uns „tot“ ist: Hoffnungslosigkeit, innere Leere, verlorene Beziehungen.
Liebe Gemeinde, dieses Evangelium ist eine Vorbereitung auf Ostern. Es zeigt uns: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Jesus ist ein Freund des Lebens.
Vielleicht stehen wir selbst manchmal vor „Gräbern“ – Situationen, die ausweglos erscheinen. Vielleicht tragen wir Trauer, Enttäuschung oder Angst in uns.
Dann gilt uns heute diese Zusage:
Christus ruft auch uns beim Namen. Er ruft uns ins Leben.
Und am Ende sagt Jesus:
„Löst ihm die Binden und lasst ihn gehen!“
Das Leben, das Jesus schenkt, ist ein befreites Leben.
So gehen wir auf Ostern zu – nicht als Menschen ohne Sorgen, aber als Menschen mit Hoffnung.
Denn Christus ist die Auferstehung und das Leben. Amen.

Gedanken zu Bischof Maximilian AichernMit großer innerer Bewegung habe ich von der schweren gesundheitlichen Situation v...
29/01/2026

Gedanken zu Bischof Maximilian Aichern
Mit großer innerer Bewegung habe ich von der schweren gesundheitlichen Situation von Altbischof Maximilian Aichern erfahren. Es ist die Zeit des Abschieds – eine Zeit der Dankbarkeit, der Erinnerung und des Gebets.
Ich durfte Bischof Maximilian zuletzt 2014 bei der Bischofsweihe von Stefan Oster in Passau persönlich begegnen. Diese kurze Begegnung ist mir in guter Erinnerung geblieben. Wie so oft ging von ihm eine ruhige, zugewandte und zugleich wache Präsenz aus – eine Mischung aus geistlicher Tiefe und menschlicher Bodenständigkeit, die sein ganzes Wirken geprägt hat.
Sein Lebensweg war außergewöhnlich: vom Ordensmann über den Abt bis zum Bischof von Linz. Doch bei allem Amt und aller Verantwortung blieb er für viele vor allem eines: ein Mensch mit offenem Herzen für die Sorgen der Zeit. Sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit, für Arbeitslose, für Flüchtlinge und für den arbeitsfreien Sonntag hat dem Evangelium ein sehr konkretes Gesicht gegeben. Er war nicht nur Hirte, sondern auch Anwalt der Schwächeren.
Jetzt, da er sich auf sein Sterben vorbereitet, tritt sein Wirken in ein anderes Licht. Was bleibt, sind nicht Titel und Funktionen, sondern das, was durch ihn an Güte, Mut, Glauben und Hoffnung in andere Menschen hineingewachsen ist. Darin wirkt sein Leben weiter.
So bleibt uns vor allem eines: Dankbarkeit. Und das Gebet, um das wir Jesusbrüder bitten. Möge unser Herr und Bruder Jesus Christus ihm in dieser letzten Wegstrecke Kraft, Trost und inneren Frieden schenken. Möge er spüren, dass viele Menschen ihn im Herzen tragen. Und möge er sein Leben nun vertrauensvoll in Gottes Hände zurücklegen dürfen – in jene Hände, denen er selbst so viele Menschen anvertraut hat.
Herr, nimm Deinen Diener Maximilian auf in Dein Licht. † Don Erminio

28/01/2026

Die Antrittsrede von Erzbischof Josef Grünwidl.
Er hat das Amt offiziell am Sa. 24. Jänner 2026 durch seine Bischofsweihe und Amtseinführung im Stephansdom übernommen.
Papst Leo XIV. ernannte Josef Grünwidl bereits am Fr. 17. Oktober 2025 zum neuen Erzbischof von Wien und Nachfolger von Kardinal Christoph Schönborn.
Seine Weihe und offizielle Amtsübernahme fanden am Sa. 24. Jänner 2026 im Stephansdom in Wien statt.
Am So. 25. Jänner 2026 feierte er seine erste Messe als Erzbischof gemeinsam mit etwa 100 armutsbetroffenen Menschen und lud sie anschließend zu einem gemeinsamen Essen ein – als Zeichen der Nähe und Nächstenliebe.
Grünwidl (Jahrgang 1963) war bereits Apostolischer Administrator der Erzdiözese Wien, bevor er offiziell zum Erzbischof ernannt wurde.

Gedanken über Unpünktlichkeit Heute möchte ich über etwas sprechen, das uns allen vertraut ist – und das uns doch oft me...
10/01/2026

Gedanken über Unpünktlichkeit
Heute möchte ich über etwas sprechen, das uns allen vertraut ist – und das uns doch oft mehr beschäftigt, als wir wahrhaben wollen: Unpünktlichkeit. Wir kennen sie alle. Wir waren schon einmal diejenigen, die warten mussten, nervös den Blick auf die Uhr richteten, oder wir waren selbst zu spät, weil die Zeit uns plötzlich davonlief.
Unpünktlichkeit hat viele Gesichter. Manchmal kommt sie aus Notwendigkeit: ein Stau, eine plötzliche Aufgabe, ein unerwartetes Ereignis. Manchmal ist es Nachlässigkeit, ein Moment der Unachtsamkeit oder das unbewusste Gefühl, dass „es schon nicht so schlimm ist, ein paar Minuten zu spät zu kommen.“ Und doch, egal wie sie entsteht, sie wirkt nach – auf unsere Pläne, auf unsere Tagesabläufe und vor allem auf unsere Beziehungen.
Zeit ist ein kostbares Gut. Jeder Augenblick, den wir miteinander teilen, ist einzigartig. Wer zu spät kommt, schenkt dem anderen nicht nur eine Verzögerung, sondern auch das Gefühl, dass seine Zeit weniger wertgeschätzt wird. Und das kann Beziehungen belasten. Denn wir alle möchten gehört, gesehen und respektiert werden – und ein kleiner Akt der Pünktlichkeit kann genau das ausdrücken: Achtung, Rücksichtnahme, Wertschätzung.
Doch wir dürfen auch die menschliche Seite nicht vergessen. Jeder von uns erlebt Tage, an denen alles schiefzugehen scheint, an denen der Terminkalender überquillt, an denen wir die Kontrolle über die Zeit verlieren. Unpünktlichkeit ist kein makelloses Vergehen – sie ist ein Spiegel unserer menschlichen Begrenztheit. Deshalb ist Nachsicht so wichtig. Wer Verständnis zeigt, erkennt die Herausforderungen des anderen an, ohne ihn zu verurteilen.
Und doch liegt in der bewussten Pünktlichkeit eine tiefe Kraft. Wer plant, sich bemüht, rechtzeitig informiert und kleine Puffer einbaut, zeigt Verantwortung. Pünktlichkeit ist mehr als nur das Einhalten einer Uhrzeit – sie ist eine Geste der Aufmerksamkeit. Sie sagt: „Ich sehe dich, ich respektiere dich, deine Zeit ist mir wertvoll.“
Unpünktlichkeit ist daher nicht nur ein organisatorisches Problem. Sie ist ein Spiegel dafür, wie wir miteinander umgehen, wie wir Beziehungen pflegen und wie wir unsere Mitmenschen wahrnehmen. Wer die Zeit anderer achtet, zeigt Respekt, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein. Und in einer Welt, die oft so hektisch und unpersönlich ist, kann dies ein kleiner, aber kraftvoller Ausdruck von Liebe sein.
Lasst uns also innehalten und über die Zeit nachdenken – nicht nur unsere eigene, sondern auch die der Menschen um uns herum. Jede Minute, die wir schenken, ist ein Ausdruck unserer Achtung, unserer Fürsorge und unserer Liebe. Mögen wir lernen, die Zeit des anderen zu achten, damit unsere Begegnungen erfüllt sind von Respekt, Wertschätzung und Dankbarkeit.
Denn am Ende sind es nicht die Minuten, die zählen – es sind die Gesten, die wir daraus machen. Die Aufmerksamkeit, die wir schenken, und die Beziehungen, die wir dadurch stärken. Möge jeder von uns ein Herz für die Zeit des anderen haben, damit wir miteinander wachsen und einander wirklich sehen. Bischof Don Erminio

Liebe Freunde der Christlichen Jesusbruderschaft Österreich,in der heiligen Zeit von Weihnachten richtet sich unser Blic...
24/12/2025

Liebe Freunde der Christlichen Jesusbruderschaft Österreich,
in der heiligen Zeit von Weihnachten richtet sich unser Blick neu auf das Geheimnis der Menschwerdung Christi. Unser Herr und Bruder Jesus Christus kommt uns nahe – nicht in Macht und Größe, sondern in der Stille, in der Armut und in der Liebe eines Kindes. Dieses Licht von Bethlehem leuchtet bis heute in unsere Welt hinein und schenkt Hoffnung, Trost und Zuversicht.
Gerade in einer Zeit vieler Unsicherheiten, Umbrüche und Sorgen erinnert uns das Weihnachtsfest daran, dass Jesus Christus unser Leben teilt und uns nicht allein lässt. Christus kommt, um uns nahe zu sein, um zu heilen, zu stärken und uns neu auf den Weg der Liebe, des Vertrauens und der Barmherzigkeit zu führen.
Wir danken euch von Herzen für eure Verbundenheit, euer Gebet, eure Unterstützung und eure Freundschaft im vergangenen Jahr. Es ist ein lebendiges Zeichen dafür, dass christliche Gemeinschaft auch heute trägt und Hoffnung schenkt.
Für das kommende Jahr 2026 wünschen wir euch allen den Segen unseres Herrn und Bruders Jesus Christus, Frieden im Herzen, Gesundheit an Leib und Seele sowie den Mut, aus dem Glauben heraus zu leben und Zeugnis zu geben. Möge Christus euch begleiten, eure Wege erleuchten und euch immer wieder neu seine Nähe spürbar machen.
Gesegnete und gnadenreiche Weihnachten
sowie ein behütetes und von Jesu Liebe erfülltes Jahr 2026!
In brüderlicher Verbundenheit und im Gebet. †Bischof Don Erminio

Mysterium unseres Glaubens Predigt von Bischof Don Erminio zum 4. Adventsonntag - “Dominica IV in adventu Domini" Liebe ...
21/12/2025

Mysterium unseres Glaubens
Predigt von Bischof Don Erminio zum 4. Adventsonntag - “Dominica IV in adventu Domini"
Liebe Schwestern und Brüder, wir stehen heute an der Schwelle zu Weihnachten.
Nur noch wenige Tage, dann feiern wir die Geburt unseres Herrn und Bruders Jesus Christus.
Und die Kirche legt uns an diesem vierten Adventsonntag ein Evangelium vor, das uns nicht zuerst von der Krippe erzählt, sondern von einem inneren Ringen, von Angst, Vertrauen und Gehorsam: Vom Ringen des heiligen Josef.
„Mit der Geburt Jesu Christi war es so …“
So beginnt Matthäus nüchtern – und doch öffnet sich hier ein gewaltiges Mysterium unseres Glaubens.
1. Gott kommt nicht ohne Krise
Maria ist schwanger. Josef weiß nicht, wie das geschehen ist. Für ihn bricht eine Welt zusammen.
Das dürfen wir nicht beschönigen: Das ist eine existentielle Krise. Vertrauen scheint zerstört, Zukunftspläne zerbrechen, Ehre und Ansehen stehen auf dem Spiel.
Und gerade hier, mitten in dieser menschlichen Verwirrung, beginnt Gott zu handeln.
Das ist eine erste, tröstliche Botschaft für uns:
? Gott kommt nicht erst, wenn alles geordnet ist.
? Er kommt gerade in die Unordnung unseres Lebens.
Wie oft erleben wir selbst Situationen, die wir nicht verstehen:
Krankheit
Schuld
Scheitern von Beziehungen
Angst um die Zukunft der Kirche und des Glaubens
Auch wir denken dann nach, grübeln, ringen – wie Josef.
2. Josef – der Gerechte im Stillen
Das Evangelium nennt Josef einen „gerechten Mann“.
Gerecht ist er nicht, weil er alles weiß, sondern weil er barmherzig handelt, obwohl er verletzt ist.
Er will Maria nicht bloßstellen.
Er will leise gehen.
Keine Anklage, kein Skandal, kein öffentliches Urteil.
Hier zeigt sich eine tiefe Wahrheit:
? Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist keine göttliche Gerechtigkeit.
Josef ist ein Mann der Stille. Und gerade in dieser Stille kann Gott zu ihm sprechen.
3. „Fürchte dich nicht“
Der Engel sagt im Traum:
„Fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen.“
Dieses Wort richtet sich nicht nur an Josef.
Es richtet sich an uns alle – heute.
Fürchte dich nicht:
vor dem Unverständlichen,
vor dem, was du nicht kontrollieren kannst,
vor Gottes Wegen, die anders sind als deine eigenen.
Denn:
„Das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.“
Was wir als Problem sehen, kann der Ort von Gottes Wirken sein.
Was wir als Zumutung empfinden, kann zur Berufung werden.
4. Jesus – Gott mit uns
Der Name wird offenbart:
Jesus – „Gott rettet“
Immanuel – „Gott mit uns“
Nicht: Gott über uns.
Nicht: Gott fern von uns.
Sondern: Gott mit uns.
Mit uns in unseren Fragen.
Mit uns in unserer Schuld.
Mit uns in der Zerbrechlichkeit unserer Kirche.
Mit uns in einer Welt, die oft Gott vergessen hat.
Weihnachten bedeutet:
? Gott steigt in unsere Geschichte ein – nicht idealisiert, sondern real.
5. Der Gehorsam des Glaubens
Am Ende steht kein großes Wort Josefs.
Kein Bekenntnis.
Keine Predigt.
„Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.“
Das ist der höchste Ausdruck des Glaubens:
Tun, was Gott sagt – auch wenn man nicht alles versteht.
Josef nimmt Maria zu sich.
Er nimmt Jesus an, obwohl es nicht sein leiblicher Sohn ist.
Er wird Hüter des Erlösers.
So wirkt Gott:
? durch Menschen, die sich ihm still zur Verfügung stellen.
6. Einladung an uns
Liebe Schwestern und Brüder, der vierte Advent fragt uns nicht:
Hast du alles verstanden?
Er fragt:
? Vertraust du Gott genug, um Ja zu sagen?
Vielleicht ist dieses Evangelium eine Einladung:
zur Stille,
zum Hören,
zum Mut, Gott Raum zu geben.
Dann kann auch in unserem Leben Weihnachten werden. Amen.

Predigt von Bischof Don Erminio zum 3. Adventsonntag – GAUDETE – 14. Dezember 2025Christliche Jesusbruderschaft Österrei...
14/12/2025

Predigt von Bischof Don Erminio zum 3. Adventsonntag – GAUDETE – 14. Dezember 2025
Christliche Jesusbruderschaft Österreich
Liebe Schwestern und Brüder, „Gaudete – Freut euch!“ ruft uns die Liturgie heute zu.
Mitten im Advent, mitten im Warten, mitten in der Dunkelheit ruft uns die Kirche zur Freude.
Und doch – wir wissen es alle – ist diese Freude für viele Christinnen und Christen heute schwer zu spüren. Die Realität unserer Kirche, nicht nur hierzulande, ist geprägt von Herausforderungen, Schmerzen, Verlusten und tiefen Fragen.
Und gerade deshalb braucht es heute eine ehrliche, liebevolle, mutige Predigt. Eine Predigt, die hinschaut und nicht weg. Eine Predigt, die die Freude nicht oberflächlich über die Wunden legt, sondern sie aus der Wahrheit hervorbrechen lässt. Denn Freude ohne Wahrheit wäre bloßes Lächeln ohne Herz.
I. Wir erleben eine Kirche im Wandel – und im Schmerz
Liebe Schwestern und Brüder, es ist kein Geheimnis:
Die Priester werden weniger, Pfarren werden zusammengelegt,
dort wo früher ein Priester vor Ort war, steht nun eine verschlossene Kirchentür,
Übergriffe und Missbrauch haben unermessliche Wunden geschlagen, viele Gläubige verlassen die Kirche,
und immer mehr Menschen verwechseln den Glauben mit dem Institutionellen, anstatt den Glauben an unseren Herrn und Bruder Jesus Christus – das eigentliche Fundament – in den Mittelpunkt zu stellen.
Wir müssen das wahrnehmen, ohne Angst.
Wir müssen es aussprechen, ohne Beschönigung.
Wir müssen es annehmen, ohne zu resignieren.
Denn: Jesus Christus ist nicht der Problemverursacher unserer Kirche – Er ist ihre Lösung.
II. Was ist Kirche? Und was sollte sie sein?
Wir haben als Kirche – über viele Jahrhunderte – eine gefährliche Verwechslung zugelassen:
Viele Menschen glauben heute mehr an die „Kirche“ als Institution als an Jesus Christus als Herrn und Bruder.
Doch Kirche ist nicht zuerst eine Verwaltung, keine Struktur, kein Machtgefüge.
Kirche ist Gemeinschaft. Kirche ist Beziehung. Kirche ist gelebtes Evangelium.
Kirche ist Tischgemeinschaft.
Und im Zentrum steht – und darf niemals ersetzt werden:
Jesus Christus ist der Herr und Bruder aller Menschen.
Seine Botschaft ist kein moralischer Regelkatalog.
Seine Kirche ist kein System von Vorschriften.
Seine Gegenwart in der Welt ist kein Monopol einer Amtsgruppe.
Im Mittelpunkt steht: sein Wort, seine Liebe, sein Dienst,
sein letztes Abendmahl, seine Eucharistie, die ER – nicht wir – der Welt geschenkt hat.
Die Eucharistie hält die Gemeinschaft zusammen – nicht menschliche Moralvorstellungen.
Wir haben manchmal die Moral vor den Herrn gestellt.
Doch Christus sagt klar:
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Er ist der Mittelpunkt – nicht unsere Sicherheiten.
III. Warum so viele Kirchen? Unser Herr ist EINER
Heute fragen viele – und sie haben ein Recht darauf:
„Warum gibt es so viele christliche Kirchen, so viele Richtungen, so viele Spaltungen – wenn doch Jesus Christus EIN Herr ist?“
Die Antwort ist bitter:
Weil wir Menschen das Evangelium zersplittert haben.
Weil wir nicht die Einheit Christi gesucht haben, sondern die Durchsetzung eigener Traditionen.
Weil Institutionen oft wichtiger waren als die Liebe.
Doch der Geist Gottes führt immer zurück – zur Einheit in Christus, zur gemeinsamen Taufe, zur einen Würde aller Getauften.
IV. Die Frage der Frauen – eine offene Wunde
Und nun kommen wir zu einer der größten Herausforderungen unserer Zeit. Ich spreche sie als Bischof bewusst klar aus:
Die Frage nach der Gleichberechtigung von Frauen in allen kirchlichen Diensten und Ämtern lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ob dann deswegen die Gläubigen wieder mehr werden ist fraglich! Nicht mehr wegschieben.
Nicht mehr mit formalen Argumenten abwehren.
Die Zeichen der Zeit sind eindeutig:
Die Amazonassynode 2019 stellte die Frage neu.
Der Synodale Weg in Deutschland ringt um Antworten.
Ein Bischof wie Georg Bätzing nennt die Gleichberechtigung das zentrale Zukunftsthema.
Theologinnen und Theologen weltweit zeigen auf: Es gibt keine überzeugenden theologischen Gründe mehr gegen die Frauenordination.
Und doch hält Rom fest – traditionell, zögerlich, ängstlich.
Ich sage es in Liebe, aber mit Klarheit:
Die Angst der Kirche darf nicht größer sein als das Wirken des Heiligen Geistes.
V. Was sagt die Heilige Schrift? Was sagt die älteste Tradition?
Ein zentrales Wort möchte ich heute besonders verkünden. Es ist einer der kraftvollsten Texte zur Würde aller Getauften: Gal 3,27–28
„Die ihr auf Christus getauft seid,
habt Christus angezogen.
Da ist nicht Jude noch Grieche,
da ist nicht Sklave noch Freier,
da ist nicht männlich und weiblich.
Denn ihr alle seid EINER in Christus Jesus.“
Was bedeutet das?
In der Taufe tragen wir Christus wie ein Gewand.
Wir haben seine Identität angezogen.
Die Unterschiede dieser Welt – Herkunft, Stand, Geschlecht – verlieren ihre trennende Bedeutung.
Frauen und Männer sind in Christus gleich.
Jede und jeder Getaufte repräsentiert Christus in der Welt.
Die ersten Christinnen leiteten Gemeinden.
Frauen wie Junia (Röm 16,7) und Phöbe (Röm 16,1) hatten apostolische und diakonische Aufgaben.
Die ersten Gemeinden kannten kein sakramentales Priesteramt, das Frauen ausschloss.
Dieses entwickelte sich erst später – aus historischen, nicht aus göttlich geforderten Gründen.
VI. „In persona Christi“ – wer darf Christus repräsentieren?
Heute lautet das Hauptargument gegen die Frauenordination:
„Nur ein Mann könne Jesus Christus in der Eucharistie repräsentieren.“
Doch das Neue Testament sagt etwas anderes: Wer getauft ist, hat Christus angezogen.
Wer getauft ist, repräsentiert Christus. Wer getauft ist, empfängt den Geist und die Charismen.
Deshalb:
Eine Frau kann ebenso „in persona Christi“ handeln wie ein Mann.
Denn nicht das biologische Geschlecht macht Christus gegenwärtig – sondern der Geist Gottes, der auf allen Getauften ruht.
VII. Gegen den Klerikalismus – für eine geschwisterliche Kirche
Christus selbst sagt: „Ihr alle seid Geschwister.“
In Christus gibt es nicht: oben und unten,
Geistliche und Laien als zwei Klassen,
männliche Vertreter Christi und weibliche Zuschauerinnen.
Wenn wir Gal 3 ernst nehmen, dann müssen wir auch ernst nehmen:
Die Taufe macht uns alle gleich. Die Weihe darf uns nicht wieder trennen.
VIII. Die Kirche hat die Pflicht, ihre Strukturen zu erneuern
Das dreistufige Weiheamt – Bischof, Priester, Diakon – ist keine von Jesus explizit eingesetzte Struktur. Vielmehr ist es historisch gewachsen.
Und alles, was gewachsen ist, kann wachsen, sich öffnen – und sich verändern.
Die frühe Kirche hat sich gemäß den Herausforderungen ihrer Zeit neu organisiert.
Heute stehen wir vor unseren eigenen Herausforderungen:
Priestermangel, Vertrauensverlust, kulturelle Veränderungen,
neue Rollenbilder, tiefe Sehnsucht nach geistlicher Heimat.
Daraus folgt: Die Kirche hat nicht nur die Vollmacht, sondern die Pflicht, Strukturen zu erneuern.
Nicht um modern zu sein, sondern um evangeliumstreu zu sein.
IX. Gaudete – Freut euch! Doch worüber sollen wir uns freuen?
Wir freuen uns heute nicht über die Krisen. Wir freuen uns über das, was Gott daraus wachsen lässt.
Wir freuen uns über: den Mut vieler Gläubigen,
die Sehnsucht nach Gerechtigkeit in der Kirche,
den Ruf nach Gleichberechtigung,
den Geist, der weht, wo er will,
die Erkenntnis, dass Christus größer ist als jede Struktur.
Wir freuen uns, weil: Der Herr kommt – und Er macht alles neu.
X. Schluss: Eine Kirche der Zukunft – eine Kirche Jesu
Liebe Schwestern und Brüder, unsere Kirche der Zukunft wird nicht durch Strukturen gerettet, nicht durch Zäune, nicht durch Verbote.
Sie wird gerettet durch Christus – und durch Frauen und Männer, die Ihn ernst nehmen.
Eine Kirche, die Christus in den Mittelpunkt stellt, wird eine Kirche der Geschwister sein, eine Kirche ohne Angst,
eine Kirche ohne Machtmissbrauch,eine Kirche ohne Mauern.
Die Freude des heutigen Sonntag sagt uns: Gott ist am Werk.
Christus kommt.
Macht Euch bereit – nicht ihn an unsre Regeln anzupassen, sondern wir uns an Ihn. Amen.

04/12/2025

Unsere Philosophie!

Gedanken: Bischof der Christlichen Jesusbruderschaft Österreich.Es schmerzt zutiefst, in unserer Zeit zu beobachten, wie...
03/12/2025

Gedanken: Bischof der Christlichen Jesusbruderschaft Österreich.
Es schmerzt zutiefst, in unserer Zeit zu beobachten, wie immer mehr Pfarren zusammengelegt werden und dadurch der seelsorgliche Beistand vor Ort zunehmend verschwindet. Für viele Gläubige ist der regelmäßige Kontakt mit einem Priester kein Luxus, sondern ein wesentlicher Bestandteil ihres Glaubenslebens. Menschen suchen Nähe, Begleitung, ein offenes Ohr – jemanden, der Sakramente spenden kann, der mit ihnen betet, der in Krisen ein verlässlicher Anker ist.
Wenn diese Präsenz fehlt, entsteht ein Vakuum. Und dieses Vakuum führt zwangsläufig dazu, dass sich viele Gläubige zurückziehen, enttäuscht oder resigniert, und sich schließlich ganz von der römisch-katholischen Kirche abwenden. Denn ohne Seelsorger vor Ort verliert die Kirche für sie ein Stück Heimat, ein Stück Wärme – und ein Stück Glaubwürdigkeit.
Ähnlich verhält es sich mit den Wortgottesdiensten, die vielerorts eingeführt wurden, um die priesterlose Zeit zu überbrücken. So wertvoll sie sind, so sehr sie bemüht und oft liebevoll gestaltet werden – sie ersetzen eben keine vollwertige Eucharistiefeier. Die Eucharistie ist das Herzstück unseres Glaubens, „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“. Wenn dieses Herz nicht mehr schlägt, wird das kirchliche Leben schwächer, es verliert an Kraft und Tiefe.
Und hier stellt sich eine Frage, die längst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand gestellt wird:
Wie lange will das Dikasterium in Rom noch warten, bis eine wirkliche Reform geschieht?
Es werden Diakone geweiht und Pastoralassistentinnen und -assistenten gut ausgebildet – und doch bleibt ihnen die Möglichkeit verwehrt, die Eucharistie zu feiern. Wir sprechen hier von Menschen, die engagiert sind, die Theologie studiert haben, die mitten in den Gemeinden stehen, die berufen sind – und dennoch dürfen sie die entscheidende Aufgabe, die Feier der Heiligen Messe, nicht ausüben. Dadurch wird die Kirche in unseren Breiten immer ärmer, immer schwächer und immer dünner besetzt.
Dabei gäbe es Wege – nicht radikal, nicht revolutionär, sondern schlicht vernünftig und traditionell gut begründet.
Warum sollten angesehene, lebenserfahrene, verheiratete Männer – sogenannte viri probati – nicht die Möglichkeit erhalten, zum priesterlichen Dienst zugelassen zu werden, wenn sie sich gerufen fühlen?
Warum sollte Gott seine Berufungen nicht auch in die Herzen von Frauen legen, die seit Jahren in unseren Gemeinden das Evangelium verkünden, Menschen begleiten, leiten und tragen?
Warum verschließt man sich diesen Stimmen, obwohl gerade sie die Gemeinden lebendig halten?
Es wirkt manchmal so, als wären es nicht die Gläubigen, die Kirche tragen, sondern Machtstrukturen, die sich selbst verteidigen. Strukturen, die Angst haben, etwas zu verlieren – und dadurch riskieren, am Ende fast alles zu verlieren. Denn die Menschen, die in den Gemeinden leben, arbeiten, glauben und zweifeln – sie stimmen längst mit den Füßen ab. Die Austritte sind ein lauter Hilfeschrei, ein letztes Aufbäumen, ein deutliches „So geht es nicht weiter!“.
Und darum müssen wir uns fragen – und zwar ehrlich, schonungslos und selbstkritisch:
Was würde unser Herr und Bruder Jesus Christus dazu sagen?
Der Jesus, der sich den Menschen zuwandte, nicht den Strukturen.
Der Jesus, der nicht fragte: „Wer ist befugt?“, sondern: „Wer trägt Liebe im Herzen?“
Der Jesus, der die Kirche nicht als Verwaltungsapparat gegründet hat, sondern als lebendige Gemeinschaft im Geist Gottes.
Vielleicht würde er uns fragen:
Warum schützt ihr Institutionen, aber lasst dafür Menschen zurück?
Warum haltet ihr an Formen fest, wenn der Inhalt zu schwinden beginnt?
Warum verschließt ihr Türen, die der Heilige Geist längst anklopft?
Und vielleicht würde er hinzufügen:
„ICH BIN MITTEN UNTER EUCH – ABER ERKENNT IHR MICH NOCH?“
† Don Erminio III. XII. MMXXV

Adresse

Feilstrasse 7
Linz
4020

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