Christliche Jesus Bruderschaft Österreich

Christliche Jesus Bruderschaft Österreich Priester Dienste Wir sind keine Religionsgemeinschaft im herkömmlichen Verständnis
(Kirche sind wir alle), sondern eine freie Laien- u.

DER DIENST
Wir, die Laien und Priester, aus verschiedenen christlichen Konfessionen, haben uns weltweit zur Gemeinschaft der Christlichen Jesusbruderschaft vereint, sind unabhängig und feiern den Gottesdienst in der jeweiligen Muttersprache. Priestergemeinschaft, die allen an die Lehren Jesus Christus glaubenden Menschen oder bereits Getauften der christlichen Konfessionen, priesterlichen Dienst, wie Taufe, Hochzeit, Begräbnis und Seelsorge anbietet, im Namen Jesus Christus. Gottesdienste werden nach dem Neuen Missale Romanum von 1975 gefeiert. Wir spenden sieben Sakramente, Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Diakon-, Priester- und Bischofsweihe - und Ehe. Der Zölibat oder die Ehe stehen jedem Priester frei. Diesen Dienst verrichten wir Priester im urchristlichen Verständnis, für alle die es wünschen, oder keiner Religionsgemeinschaft angehören, ohne Entgelt. Jesus Christus hat seinen Aposteln mit den Worten: „Umsonst habt ihr es empfangen und umsonst sollt ihr es auch weitergeben“, den Auftrag erteilt, jedem Menschen guten Willens, das Evangelium zu predigen, zu dienen und zu helfen. Geschiedene dürfen wieder heiraten und zur heiligen Kommunion. Wir pflegen die Ökumene, anerkennen alle Religionen dieser Welt, das Frauenpriestertum und praktizieren keine direkte Missionierung. Andersgläubige aber, die ihren Weg mit Jesus Christus gehen möchten und dies bei einem Priester der Christlichen Jesusbruderschaft bekunden, werden mit der Taufe in die Christengemeinschaft, ohne weitere Bedingungen oder Kosten, aufgenommen. Mitgliedschaft ist freiwillig. Mitglied bei der CHJBS zu sein bedingt nicht die eigene christliche Religion/Kirche aufzugeben oder zu verlassen, sondern als Jesusbruder zu leben und zu wirken. Wir begleiten jeden, der dies wünscht, bis an sein Lebensende. Spenden nehmen wir nur wenn ihnen eine Zuordnung gegeben wurde. (Bedürftige, Cenacolo, Caritas, Volkshilfe, Fahrtspesen, Paramente, etc.) Nicht für uns selbst, da wir alle in den verschiedensten Berufen tätig sind und damit unseren Lebensunterhalt bestreiten. Mit der Taufbestätigung ist die Aufnahme, in fast alle christlichen Religionen, weltweit möglich.

Predigt zum 23. Sonntag im Jahreskreis, am 26. September 2026, nach dem Evangelium nach Matthäus.Liebe Freunde Schwester...
05/09/2026

Predigt zum 23. Sonntag im Jahreskreis, am 26. September 2026, nach dem Evangelium nach Matthäus.
Liebe Freunde Schwestern und Brüder im Glauben!
Das heutige Evangelium spricht von einem Thema, das wohl jeder Mensch aus eigener Erfahrung kennt: von Verletzungen, Streit und Konflikten, die dort entstehen, wo Menschen miteinander leben.
Jesus gibt uns dabei keine einfache Lösung nach dem Motto: Wenn dir jemand Unrecht getan hat, dann geh ihm aus dem Weg.
Im Gegenteil, sein erster Rat lautet: „Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht.“
Das klingt zunächst selbstverständlich, ist aber in der Praxis oft erstaunlich schwierig. Wenn wir uns über einen Menschen ärgern oder von ihm verletzt worden sind, sprechen wir nämlich häufig zuerst mit anderen darüber und nicht mit dem Betroffenen selbst.
Wir erzählen Freunden, Verwandten oder Bekannten, was geschehen ist, und nicht selten wird dabei aus einer persönlichen Enttäuschung nach und nach ein größerer Konflikt.
Was ursprünglich vielleicht ein Missverständnis oder eine einmalige Verletzung war, bekommt durch viele Gespräche immer mehr Gewicht.
Jesus schlägt einen anderen Weg vor: Rede mit dem Menschen selbst.
Nicht vor anderen und nicht mit dem Ziel, ihn bloßzustellen, sondern zunächst unter vier Augen.
Ein solches Gespräch braucht Mut, weil ich dem anderen sagen muss, was mich verletzt hat, gleichzeitig aber auch bereit sein sollte, seine Sicht der Dinge anzuhören. Vielleicht stellt sich heraus, dass manches anders gemeint war, als ich es verstanden habe.
Vielleicht hat der andere tatsächlich einen Fehler gemacht, vielleicht muss aber auch ich erkennen, dass ich nicht alles richtig beurteilt habe.
Bemerkenswert ist dabei, was Jesus als Ziel dieses Gesprächs nennt:
„Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.“
Es geht also nicht darum, einen Streit zu gewinnen oder am Ende Recht zu behalten. Es geht darum, einen Menschen zurückzugewinnen.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Denn was nützt es mir, wenn ich zwar beweisen kann, dass ich im Recht bin, aber dafür einen Menschen verliere, mit dem ich vorher verbunden war?
Damit berührt Jesus eine Erfahrung, die wir alle kennen: Manchmal ist uns unser Recht wichtiger als die Beziehung.
Wir halten an einer Kränkung fest, weil wir nicht nachgeben wollen, oder warten darauf, dass der andere den ersten Schritt macht.
So können Jahre vergehen, während sich die Fronten immer weiter verhärten.
Jesus erinnert uns daran, dass eine Beziehung mehr wert sein kann als der eigene Stolz.
Natürlich weiß Jesus auch, dass nicht jeder Konflikt durch ein einziges Gespräch gelöst werden kann.
Deshalb nennt er weitere Schritte, wenn der erste Versuch scheitert.
Entscheidend ist aber auch hier die Absicht: Es geht nicht um öffentliche Anklage oder darum, einen Schuldigen vorzuführen, sondern darum, eine gestörte Gemeinschaft wiederherzustellen.
Wahrheit und Versöhnung gehören für Jesus zusammen.
Christliche Liebe bedeutet deshalb nicht, alles gutzuheißen oder Unrecht einfach hinzunehmen.
Sie bedeutet vielmehr, den anderen trotz seines Fehlers nicht endgültig auf diesen Fehler festzulegen.
Das ist vielleicht gerade heute eine wichtige Botschaft.
Wir leben in einer Zeit, in der Menschen sehr schnell übereinander urteilen und einander auf eine bestimmte Meinung, einen Fehler oder eine falsche Entscheidung reduzieren.
Auch in Familien, Freundschaften und Gemeinschaften können Verletzungen dazu führen, dass man sich irgendwann nichts mehr zu sagen hat.
Dann ist es leichter, den anderen abzuschreiben, als noch einmal das Gespräch zu suchen.
Jesus fordert uns nicht dazu auf, jede Beziehung um jeden Preis aufrechtzuerhalten. Es gibt Situationen, in denen Abstand notwendig ist und in denen man klare Grenzen ziehen muss.
Vergebung bedeutet nicht, dass Unrecht plötzlich ungeschehen wäre, und Versöhnung bedeutet nicht, dass man jedem Menschen wieder blind vertrauen muss.
Aber wir sollten darauf achten, dass aus einer berechtigten Verletzung kein dauerhafter Hass und aus einem Konflikt keine endgültige Feindschaft wird.
Und genau hier bekommt der letzte Teil des Evangeliums seine besondere Bedeutung. Jesus sagt: „Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.“
Und schließlich: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
Diese Worte stehen nicht zufällig am Ende dieses Evangeliums.
Jesus spricht zuerst von Menschen, die miteinander in Konflikt geraten, und anschließend davon, dass sie gemeinsam beten und sich in seinem Namen versammeln.
Damit macht er deutlich: Versöhnung ist nicht nur eine menschliche Leistung.
Wir können miteinander reden, wir können uns entschuldigen und wir können versuchen zu vergeben, aber es gibt Situationen, in denen wir Jesu Hilfe brauchen, weil die Verletzung zu tief sitzt oder der eigene Stolz zu groß geworden ist.
Vielleicht wäre deshalb manchmal ein anderes Gebet hilfreicher als das, was wir gewöhnlich beten.
Nicht: „Herr, ändere den anderen“, sondern: „Herr, zeige mir, was ich selbst tun kann.“
Vielleicht braucht es nur einen ersten Schritt, ein ehrliches Gespräch oder ein Wort, das schon lange darauf wartet, ausgesprochen zu werden.
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
Das ist letztlich die große Hoffnung dieses Evangeliums.
Christus ist nicht nur dort gegenwärtig, wo alles harmonisch und vollkommen ist.
Er ist auch dort gegenwärtig, wo Menschen miteinander ringen, wo Verletzungen bestehen und wo Versöhnung noch nicht gelungen ist.
Vielleicht sollten wir deshalb bei einem Konflikt nicht immer zuerst fragen: Wer hat Recht?
Vielleicht ist die wichtigere Frage: Was kann ich tun, damit wieder Beziehung möglich wird?
Wo uns dieser Schritt gelingt, wo wir trotz einer Verletzung das Gespräch suchen, wo wir bereit sind, zu vergeben, ohne das Geschehene zu leugnen, und wo wir unseren eigenen Stolz überwinden, dort kann etwas von dem sichtbar werden, was Jesus mit seinem Evangelium meint.
Denn letztlich geht es nicht darum, dass einer gewinnt und der andere verliert.
Es geht darum, dass Menschen einander nicht verloren gehen.
Und vielleicht beginnt genau dort, wo einer den ersten Schritt wagt, auch die Gegenwart dessen, der gesagt hat:
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Amen.

WIR HABEN KEINE ZWEITE ERDEVielleicht sollten wir uns einmal eine ganz einfache Frage stellen:Was machen wir eigentlich ...
09/08/2026

WIR HABEN KEINE ZWEITE ERDE
Vielleicht sollten wir uns einmal eine ganz einfache Frage stellen:
Was machen wir eigentlich mit unserem Zuhause?
Wir erleben Trockenheit und Wasserknappheit.
Hitzewellen und Waldbrände.
Überschwemmungen und immer extremere Wetterereignisse.
Artensterben, zerstörte Lebensräume und ausgebeutete Böden.
Und gleichzeitig führen wir Kriege, zerstören Landschaften und kämpfen um Rohstoffe, Energie und Macht.
Wir wissen längst, dass vieles davon nicht einfach „Schicksal“ ist.
Wir wissen, dass wir die natürlichen Grenzen unseres Planeten überschreiten.
Und trotzdem geht es weiter:
mehr produzieren – mehr konsumieren – mehr verkaufen – mehr Gewinn.
Die Frage lautet immer häufiger nicht mehr:
Was braucht die Erde?
Sondern:
Was können wir noch aus ihr herausholen?
Wir pumpen Wasser aus dem Boden, bis es knapp wird.
Wir holen Rohstoffe aus der Erde, bis Landschaften zerstört sind.
Wir fällen Wälder, bis Lebensräume verschwinden.
Wir verbrennen fossile Energien, obwohl wir längst wissen, welche Folgen das hat.
Und wenn die Folgen sichtbar werden, diskutieren wir darüber, wer dafür verantwortlich ist.
Die Politik?
Die Konzerne?
Die anderen?
Vielleicht sollten wir uns auch selbst fragen:
Wie viel brauchen wir eigentlich wirklich?
Denn natürlich sind wir nicht allein schuld. Große Unternehmen und politische Entscheidungen haben einen enormen Einfluss.
Aber wir alle sind Teil eines Systems, das auf ständigem Wachstum und ständigem Konsum aufgebaut ist.
Und dann passiert etwas, das mich besonders nachdenklich macht:
Während wir unseren eigenen Planeten immer stärker belasten, schauen wir ins Weltall.
Wir suchen nach neuen Welten.
Wir suchen nach bewohnbaren Planeten.
Wir planen Missionen zum Mars.
Wir sprechen davon, dass die Menschheit eines Tages andere Planeten besiedeln könnte.
Das klingt faszinierend.
Aber gleichzeitig frage ich mich:
Was passiert, wenn wir tatsächlich eine neue Welt finden?
Werden wir dort vorsichtiger sein?
Werden wir gelernt haben, dass eine Welt nicht unendlich ausgebeutet werden kann?
Oder werden wir wieder dasselbe tun?
Rohstoffe suchen.
Besitzansprüche stellen.
Gewinne maximieren.
Macht ausüben.
Natur ausbeuten.
Und irgendwann feststellen:
Auch diese Welt ist nicht mehr genug.
Vielleicht brauchen wir deshalb gar keine zweite Erde.
Vielleicht brauchen wir endlich eine zweite Denkweise.
Eine Denkweise, in der Fortschritt nicht bedeutet, immer mehr zu besitzen.
Eine Wirtschaft, die nicht nur fragt, wie hoch der Gewinn ist, sondern auch, welchen Preis die Natur dafür bezahlt.
Eine Gesellschaft, die Wohlstand nicht nur daran misst, wie viel wir konsumieren, sondern auch daran, ob unsere Kinder sauberes Wasser trinken, gesunde Lebensmittel essen und in einer lebenswerten Umwelt aufwachsen können.
Denn die Erde gehört uns nicht.
Wir gehören zu ihr.
Wir sind abhängig von jedem Tropfen Wasser, von jedem Atemzug, von fruchtbaren Böden, von funktionierenden Ökosystemen und von einer halbwegs stabilen Umwelt.
Die Erde braucht uns nicht.
Aber wir brauchen sie.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, den wir endlich begreifen müssen.
Unsere Kinder und Enkel werden uns irgendwann nicht fragen, wie hoch unsere Gewinne waren.
Sie werden nicht fragen, wie viele Autos wir gefahren haben oder wie groß unsere Häuser waren.
Sie könnten uns vielmehr fragen:
„Ihr habt es doch gewusst. Warum habt ihr nicht rechtzeitig gehandelt?“
Was werden wir ihnen antworten?
Dass wir nichts wussten?
Das können wir nicht mehr sagen.
Dass wir nichts tun konnten?
Das stimmt ebenfalls nicht.
Vielleicht müssen wir deshalb jetzt anfangen, unsere Prioritäten zu verändern.
Weniger Gier.
Weniger Verschwendung.
Weniger Gleichgültigkeit.
Mehr Verantwortung.
Mehr Vernunft.
Mehr Respekt vor der Natur.
Mehr Frieden.
Und vor allem:
mehr Mut, Dinge zu verändern, obwohl Veränderung unbequem ist.
Denn eines ist sicher:
Wir haben keine zweite Erde.
Der Mars ist keine Ausweichwohnung.
Der Weltraum ist kein Plan B.
Und die Erde ist kein Rohstofflager, das wir leeren können, bevor wir weiterziehen.
Wir haben nur dieses eine Zuhause.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht:
„Wann finden wir einen neuen Planeten?“
Sondern:
„Wann beginnen wir endlich damit, unseren eigenen zu bewahren?“
Vielleicht sollten wir darüber nicht erst reden, wenn es zu spät ist.
Vielleicht sollten wir heute damit anfangen.
Ich denke dass die selbstgemachte Apokalypse bereits begonnen hat! Was denkt ihr darüber?

Predigt zum Evangelium vom Sämann (Mt 13,1–23) am 12. Juli 202615. Sonntag im JahreskreisLiebe Freunde, Schwestern und B...
12/07/2026

Predigt zum Evangelium vom Sämann (Mt 13,1–23) am 12. Juli 2026
15. Sonntag im Jahreskreis
Liebe Freunde, Schwestern und Brüder im Glauben!
Es ist ein bemerkenswertes Bild: Jesus sitzt in einem Boot, die Menschen stehen am Ufer.
Zwischen ihnen liegt das Wasser – und über das Wasser hinweg erzählt Jesus eine Geschichte.
Keine komplizierte Theologie, sondern ein Bild aus dem Alltag.
Ein Sämann geht aufs Feld und wirft den Samen aus.
Wer das hört, könnte zunächst meinen, es gehe um Landwirtschaft.
Tatsächlich aber geht es um unser Herz.
Das Überraschende an diesem Gleichnis ist nämlich nicht der Boden, sondern zuerst der Sämann.
Er sät verschwenderisch.
Er prüft nicht vorher, wo sich das Säen lohnt.
Er wirft den Samen überall hin: auf den Weg, auf Felsen, zwischen Dornen und auf guten Boden.
So handelt Jesus Christus.
Jesus Christus wartet nicht darauf, dass wir perfekte Menschen sind.
Er spricht sein Wort jedem zu.
Dem Zweifler genauso wie dem Glaubenden.
Dem Suchenden ebenso wie dem Enttäuschten.
Dem Kind, dem Alten, dem Erfolgreichen und dem Gescheiterten.
Seine Liebe ist nicht sparsam, sondern großzügig.
Die Frage ist also nicht zuerst: Sät Jesus Christus auch in meinem Leben?
Die Antwort lautet längst: Ja.
Die eigentliche Frage lautet: Wie ist der Boden meines Herzens?
Jesus beschreibt vier Möglichkeiten.
Da ist der harte Weg.
Menschen hören sein Wort, aber es dringt nicht ein.
Manchmal geschieht das nicht aus bösem Willen, sondern weil das Leben das Herz hart gemacht hat.
Enttäuschungen, Verletzungen, schlechte Erfahrungen oder die ständige Reizüberflutung lassen nichts mehr an uns heran.
Dann gibt es den felsigen Boden.
Das Wort begeistert zunächst.
Es gibt bewegende Gottesdienste, schöne Wallfahrten oder Momente tiefer Einsicht. Doch wenn Schwierigkeiten kommen, bleibt nichts.
Der Glaube hat keine Wurzeln geschlagen.
Und dann die Dornen.
Vielleicht ist das die Beschreibung unserer Zeit.
Nicht Verfolgung ist unser größtes Problem, sondern Ablenkung. Termine, Verpflichtungen, Nachrichten, Konsum, Sorgen um die Zukunft, das ständige Erreichbarsein – all das wächst wie Dornen.
Nicht weil diese Dinge an sich schlecht wären, sondern weil sie dem Wesentlichen den Platz nehmen.
Schließlich der gute Boden.
Interessant ist: Jesus sagt nicht, dass dieser Boden vollkommen ist.
Er sagt nur: Er hört, versteht und bringt Frucht.
Und selbst diese Frucht ist unterschiedlich.
Der eine hundertfach, der andere sechzigfach, wieder ein anderer dreißigfach.
Das ist eine große Befreiung.
Jesus Christus erwartet nicht von jedem dieselben Ergebnisse.
Er vergleicht Menschen nicht miteinander.
Niemand muss hundertfach Frucht bringen, wenn ihm dreißigfach möglich ist. Entscheidend ist nicht die Menge der Frucht, sondern dass überhaupt Frucht wächst.
Vielleicht besteht sie in Geduld mit einem schwierigen Menschen.
Vielleicht in einem Wort der Versöhnung.
Vielleicht darin, einem Einsamen zuzuhören.
Vielleicht darin, den Glauben an die Kinder oder Enkel weiterzugeben.
Vielleicht einfach darin, trotz Krankheit oder Leid die Hoffnung nicht aufzugeben.
Jesus Christus misst anders als wir.
Es fällt noch etwas auf: Der Boden bleibt nicht unveränderlich.
Ein Weg kann aufgebrochen werden.
Steine können entfernt werden.
Dornen können ausgerissen werden.
Und harter Boden kann durch Regen weich werden.
Auch unser Herz ist nicht für immer festgelegt.
Jeder Gottesdienst, jedes Gebet, jede ehrliche Begegnung mit Jesus Christus kann den Boden unseres Lebens verwandeln.
Vielleicht ist das die eigentliche Hoffnung dieses Evangeliums: Jesus Christus gibt den Acker nicht auf.
Selbst dort, wo wir nur Misserfolge sehen, sät er weiter.
Selbst dort, wo wir uns längst abgeschrieben haben, beginnt er neu.
Denn Jesus Christus glaubt mehr an die Kraft seines Wortes als wir an die Grenzen unseres Herzens.
Darum endet das Evangelium nicht mit einer Mahnung, sondern mit einer Verheißung.
Wo das Wort Jesu Christi aufgenommen wird, wächst Leben.
Nicht immer spektakulär.
Oft still und langsam.
Wie ein Samenkorn unter der Erde.
Man sieht lange nichts – und doch geschieht Entscheidendes.
Bitten wir heute den Herrn um ein hörendes Herz.
Nicht darum, außergewöhnliche Christen zu werden, sondern fruchtbare.
Damit das Wort, das Jesus Christus heute in uns aussät, in unserem Alltag Wurzeln schlägt und durch unser Leben für andere zum Segen wird. Amen.

Predigt zum 14. Sonntag im Jahreskreis und 6. Sonntag nach Pfingsten, der 5. Sonntag nach Trinitatis und Gedenktag des H...
05/07/2026

Predigt zum 14. Sonntag im Jahreskreis und 6. Sonntag nach Pfingsten,
der 5. Sonntag nach Trinitatis und Gedenktag des Hl. Antonius Maria Zaccaria
Liebe Freunde, Schwestern und Brüder!
"Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken."
Ich glaube, kaum ein Satz Jesu trifft unsere Zeit so sehr wie dieser.
Viele Menschen sind müde. Nicht unbedingt körperlich – obwohl auch das.
Sondern innerlich.
Da sind die Sorgen um die Zukunft.
Die Anforderungen im Beruf.
Die Pflege eines Angehörigen.
Die Angst vor Krankheit, Einsamkeit, Enttäuschungen, Erwartungen, die andere an uns stellen – und die wir selbst an uns haben.
Manchmal tragen wir Lasten, die niemand sieht.
Nach außen funktioniert alles.
Aber im Inneren ist der Mensch erschöpft.
Jesus kennt diese Lasten.
Deshalb sagt er nicht: "Reißt euch zusammen!"
Er sagt auch nicht: "Wenn ihr nur genug glaubt, verschwinden eure Probleme."
Er sagt schlicht: "Kommt zu mir."
Das ist das Erste, was das Evangelium uns heute sagen möchte: Wir müssen unsere Lasten nicht allein tragen.
Wir dürfen sie zu unserem Herrn und Bruder Jesus Christus bringen.
Interessant ist, wie das Evangelium beginnt.
Jesus lobt seinen Vater, weil er sich den "Unmündigen" offenbart hat und nicht den "Weisen und Klugen".
Damit meint Jesus nicht, dass Bildung oder Wissen schlecht wären.
Im Gegenteil.
Aber Wissen allein öffnet noch nicht das Herz.
Ein Kind vertraut oft leichter als ein Erwachsener.
Es stellt einfache Fragen. Es staunt. Es nimmt Liebe an.
Vielleicht meint Jesus genau diese Haltung: ein Herz, das offen bleibt.
Die größten Hindernisse des Glaubens sind oft nicht der Verstand, sondern Stolz und Selbstgenügsamkeit.
Wer meint, schon alles zu wissen, hört nicht mehr zu.
Wer glaubt, alles allein schaffen zu müssen, bittet nicht mehr um Hilfe.
Darum lädt Jesus uns ein, wieder lernende Menschen zu werden.
Dann spricht er von seinem Joch.
Das klingt zunächst wenig einladend.
Wer beladen ist, möchte doch nicht noch ein Joch auf sich nehmen.
Zur Zeit Jesu war das Joch ein Bild für das Gesetz, für Verpflichtungen und Lasten. Jesus ersetzt diese schwere Last nicht durch neue Vorschriften. Sein Joch ist etwas anderes.
Sein Joch bedeutet: mit ihm verbunden zu leben.
Ein Joch verband zwei Zugtiere miteinander.
Der Erfahrene trug den größeren Teil der Last und bestimmte den Weg.
Genau das tut Christus.
Er sagt nicht: "Du musst allein gehen."
Er sagt: "Ich gehe mit dir."
Die Last verschwindet nicht immer. Aber sie wird geteilt.
Das macht einen entscheidenden Unterschied.
Viele Menschen haben diese Erfahrung gemacht: Eine schwere Krankheit bleibt schwer.
Die Trauer verschwindet nicht einfach. Konflikte lösen sich nicht über Nacht.
Aber wenn ein Mensch spürt: Ich bin nicht allein. Jesus geht mit mir.
Menschen stehen an meiner Seite. Dann verändert sich die Last.
Sie wird tragbar.
Jesus nennt den Grund dafür: "Ich bin gütig und von Herzen demütig."
Unsere Welt bewundert oft Stärke, Erfolg und Selbstinszenierung.
Jesus beeindruckt durch etwas ganz anderes.
Er herrscht nicht über Menschen.
Er dient ihnen.
Er zwingt niemanden.
Er lädt ein.
Er erhebt sich nicht über andere.
Er beugt sich zu ihnen hinab.
Gerade deshalb finden Menschen bei ihm Ruhe.
Vielleicht ist das die größte Sehnsucht unserer Zeit: nicht mehr leisten zu müssen, um wertvoll zu sein.
Nicht ständig funktionieren zu müssen.
Nicht dauernd beweisen zu müssen, wer man ist.
Bei Christus dürfen wir einfach Mensch sein.
Mit unseren Grenzen.
Mit unseren Fehlern.
Mit unseren Fragen.
Mit unseren Hoffnungen.
Und genau dort beginnt neues Leben.
Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus verspricht uns kein problemloses Leben.
Aber er verspricht seine Nähe.
Er verspricht, dass niemand seine Last allein tragen muss.
Er lädt uns ein, ihm zu vertrauen wie ein Kind seinem Vater vertraut.
Wer diesen Schritt wagt, wird erfahren, was Jesus meint:
"Ich will euch erquicken."
Und vielleicht wird dann mitten in den Herausforderungen des Alltags jene Ruhe wachsen, die nicht aus der Welt kommt, sondern aus der Gewissheit:
Christus geht meinen Weg mit. Amen.

Predigt zum Hochfest der Heiligsten DreifaltigkeitLiebe Schwestern und Brüder!„Die Gnade des Herrn Jesus Christus und di...
31/05/2026

Predigt zum Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit
Liebe Schwestern und Brüder!
„Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“
Mit diesen Worten schließt der Apostel Paulus seinen Brief an die Gemeinde von Korinth.
Es sind Worte, die wir bis heute in jeder Eucharistiefeier hören.
Oft gehen sie uns so selbstverständlich über die Lippen, dass wir kaum noch wahrnehmen, welch großes Geheimnis darin verborgen liegt.
Paulus nennt hier die drei göttlichen Personen: den Herrn Jesus Christus, unseren Bruder, Gott den Vater und den Heiligen Geist.
Er spricht nicht über die Dreifaltigkeit als eine abstrakte Lehre, sondern als eine lebendige Wirklichkeit, die das Leben der Christen prägt.
Die Dreifaltigkeit ist kein mathematisches Rätsel.
Gott ist nicht eins plus eins plus eins.
Gott ist ein einziger Gott in drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Dieses Geheimnis übersteigt unseren Verstand.
Dennoch hat Gott selbst uns gezeigt, wer er ist.
Der Vater ist die Quelle aller Liebe.
Aus Liebe hat er die Welt erschaffen und uns ins Leben gerufen.
Der Sohn, Jesus Christus, ist die menschgewordene Liebe Gottes.
In seinem Leben, Sterben und Auferstehen hat er uns die Nähe Gottes offenbart.
Der Heilige Geist schließlich ist die Liebe zwischen Vater und Sohn, die auch unsere Herzen erfüllt und uns miteinander verbindet.
Auffallend ist, dass Paulus jedem der drei göttlichen Personen eine Gabe zuschreibt:
Die Gnade Jesu Christi.
Durch unseren Herrn und Bruder Jesus Christus erfahren wir Vergebung, Heil und neues Leben.
Niemand muss sich seine Erlösung verdienen.
Alles ist das Geschenk seiner Gnade.
Die Liebe Gottes des Vaters.
Hinter allem steht die unerschöpfliche Liebe Gottes.
Noch bevor wir nach ihm fragen, hat er uns bereits geliebt.
Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes.
Der Geist Gottes führt Menschen zusammen.
Er überwindet Spaltungen, heilt Verletzungen und schafft Einheit.
Gerade diese Gemeinschaft war für die Gemeinde von Korinth wichtig.
Dort gab es Streit, Eifersucht und Spaltungen.
Ein immerwährendes Dilemma bis heute!
Deshalb mahnt Paulus zuvor: „Seid eines Sinnes, haltet Frieden!“
Die Dreifaltigkeit ist nämlich nicht nur eine Wahrheit über Gott, sondern auch ein Vorbild für unser Zusammenleben.
In Gott selbst herrscht vollkommene Einheit und zugleich Verschiedenheit.
Vater, Sohn und Heiliger Geist sind nicht identisch, aber sie leben in vollkommener Liebe miteinander.
Niemand drängt sich in den Vordergrund.
Jeder lebt ganz für den anderen.
Darin liegt eine wichtige Botschaft für unsere und auch zukünftige Zeit.
Wir erleben oft Spaltungen: in Familien, in der Kirche, in der Gesellschaft und zwischen Völkern.
Die Dreifaltigkeit zeigt uns einen anderen Weg.
Wahre Einheit bedeutet nicht Gleichförmigkeit.
Menschen dürfen verschieden sein und dennoch in Liebe verbunden bleiben.
Wer an den dreifaltigen Gott glaubt, ist eingeladen, diese göttliche Gemeinschaft im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen: durch Versöhnung statt Streit, durch Verständnis statt Verurteilung, durch Liebe statt Gleichgültigkeit.
Jedes Mal, wenn wir das Kreuzzeichen machen, bekennen wir uns zu diesem Gott: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Wir stellen unser ganzes Leben unter das Zeichen der göttlichen Liebe.
Gott ist nicht Einsamkeit, sondern Beziehung.
Gott ist Liebe.
Und wer in dieser Liebe lebt, der trägt etwas vom Wesen Gottes in die Welt hinein.
Bitten wir heute den dreifaltigen Gott, dass die Gnade Christi, die Liebe des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes unser Leben erfüllen.
Dann werden auch wir zu Zeugen jener Liebe, die ihren Ursprung in Gott hat und die die Welt verwandeln kann.
Amen.

Liebe Freunde, Schwestern und Brüder im Glauben,in dieser heiligen Nacht versammeln wir uns im Dunkel – und doch warten ...
04/04/2026

Liebe Freunde, Schwestern und Brüder im Glauben,
in dieser heiligen Nacht versammeln wir uns im Dunkel – und doch warten wir auf das Licht.
Die Osternacht ist kein gewöhnlicher Moment im Kirchenjahr. Sie ist der Wendepunkt der Geschichte, der Augenblick, in dem Gott selbst das letzte Wort spricht – und dieses Wort lautet nicht Tod, nicht Verzweiflung, sondern: Leben.
Einige sind den Weg durch die Karwoche mitgegangen und haben das Leiden, das Kreuz und die Stille des Grabes betrachtet. Alles schien verloren. Hoffnung begraben. Zukunft verschlossen.
Doch genau dort – im tiefsten Dunkel – geschieht das Unfassbare:
Christus ist auferstanden.
Nicht als schöne Idee. Nicht als Trostbild. Sondern als lebendige Wirklichkeit.
Die Auferstehung unseres Herrn und Bruders Jesus Christus ist mehr als ein Ereignis vor zweitausend Jahren. Sie ist eine Kraft, die bis heute wirkt. Sie ist dieAntwort auf all das, was uns niederdrückt: auf Angst, Schuld, Leid, Einsamkeit – ja sogar auf den Tod selbst.
Ostern bedeutet:
Es gibt immer einen neuen Anfang und das Osterfest erinnert uns jedes Jaur wieder daran.
Vielleicht tragen auch wir heute unsere eigenen „Gräber“ mit uns herum. Dinge, die uns gefangen halten. Situationen, die ausweglos erscheinen. Schuld, die uns belastet. Oder Trauer, die uns den Atem nimmt. Die Botschaft der Osternacht lautet: Der Stein ist weggewälzt.
Nicht wir allein müssen ihn wegrollen. Gott selbst hat ihn bewegt.
Das Grab ist leer und damit auch unsere Ausweglosigkeit nicht mehr endgültig.
Ein Neubeginn ist möglich.
Ostern ruft uns heraus aus unseren Verstecken, aus unserer Resignation,
aus unserem „Es hat ja doch keinen Sinn“. Ostern sagt: Steh auf. Lebe. Vertraue.
Wie die Frauen am Grab sind auch wir eingeladen, uns auf den Weg zu machen, oft noch voller Fragen, vielleicht sogar voller Zweifel.
Und doch getragen von einer Hoffnung, die größer ist als wir selbst.
Denn die Auferstehung bedeutet nicht, dass alles Leid einfach verschwindet.
Aber sie bedeutet: Das Leid hat nicht das letzte Wort.
Das letzte Wort hat Gott und dieses Wort ist Liebe, denn Gott ist die Liebe!
Eine Liebe, die stärker ist als der Tod. Eine Liebe, die uns beim Namen ruft.
Eine Liebe, die uns aufrichtet und stärkt.
Liebe Freunde, Schwestern und Brüder, wenn wir heute das Osterlicht entzünden, dann ist das mehr als ein Symbol.
Es ist ein Zeichen dafür, dass dieses Licht auch in unserem Leben aufleuchten will.
Vielleicht leise. Vielleicht zunächst kaum sichtbar.
Aber es ist da und dieses Licht will weitergegeben werden.
Ostern ist nicht nur etwas, das wir feiern, es ist etwas, das wir leben.
Dort, wo wir einander vergeben. Dort, wo wir Hoffnung schenken.
Dort, wo wir dem Leben wieder trauen. Dort wird Auferstehung Wirklichkeit.
So lasst uns in dieser Nacht und in den kommenden Tagen nicht beim Grab stehen bleiben.
Lasst uns alle hinausgehen in die Welt, als Menschen der Hoffnung.
Denn unser Herr und Bruder Jesus Christus lebt und er ist es der uns die Schwere des Lebens durch den Glauben an ihn erleichtert, ja sogar davon befreit.
Und weil er lebt, dürfen auch wir leben – neu, befreit und getragen alle Tage, in leichten und schweren Momenten. Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!
Ich wünsche euch allen und euren Angehörigen ein gesegnetes Osterfest! Amen.

Predigt zum 5. Fastensonntag (Passionssonntag od. Leidenssonntag), am 22. 3. 2026Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,di...
22/03/2026

Predigt zum 5. Fastensonntag (Passionssonntag od. Leidenssonntag), am 22. 3. 2026
Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,
die heutige Geschichte ist eine der bewegendsten im ganzen Evangelium: die Auferweckung des Lazarus.
Und sie beginnt nicht mit einem Wunder, sondern mit etwas zutiefst Menschlichem: Krankheit, Angst – und schließlich Tod.
Lazarus, der Freund Jesu, stirbt. Seine Schwestern Marta und Maria sind verzweifelt.
Und was besonders schmerzt: Jesus kommt scheinbar zu spät.
„Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“
Dieser Satz ist kein Vorwurf nur aus der damaligen Zeit.
Er klingt auch heute vertraut. Wie oft denken oder sagen Menschen:
Jesus, wo warst du? Warum hast du nicht eingegriffen? Warum gerade jetzt?
Das Evangelium gibt auf diese Fragen keine einfachen Antworten.
Aber es zeigt uns etwas Entscheidendes: Jesus bleibt nicht fern vom Leid. Jesus kommt – und er weint.
Dieser kurze Satz gehört zu den tiefsten im ganzen Evangelium: Jesus weinte.
Er steht nicht distanziert neben dem Schmerz. Er ist betroffen. Er teilt die Trauer.
Jesus ist kein Zuschauer unseres Lebens – er ist mitten darin.
Und dann geschieht etwas Unerwartetes: Jesus spricht mit Marta.
Und mitten im Gespräch sagt er den zentralen Satz dieses Sonntags:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“
Das ist mehr als eine Vertröstung auf ein fernes Jenseits. Es ist eine Zusage für das Hier und Jetzt. Leben beginnt nicht erst nach dem Tod – es beginnt dort, wo wir uns Christus anvertrauen.
Doch bevor das Wunder geschieht, fordert Jesus etwas von den Menschen: „Nehmt den Stein weg!“
Das ist bemerkenswert. Jesus hätte den Stein auch selbst wegrollen können. Aber er bezieht die Menschen ein. Er verlangt einen Schritt des Vertrauens. Vielleicht liegt hier eine Botschaft für uns:
Auch in unserem Leben gibt es „Steine“ – Dinge, die verschließen, die trennen, die Leben verhindern. Angst, Schuld, Verletzungen, Resignation.
Und vielleicht sagt Christus auch zu uns:
Roll den Stein weg. Öffne dich. Wage Vertrauen.
Er tut das Entscheidende – aber wir sind eingeladen, mitzuwirken.
Dann ruft Jesus mit lauter Stimme:
„Lazarus, komm heraus!“
Und der Tote kommt heraus.
Das ist das große Zeichen: Jesus hat Macht über den Tod. Aber nicht nur über den biologischen Tod – auch über alles, was in uns „tot“ ist: Hoffnungslosigkeit, innere Leere, verlorene Beziehungen.
Liebe Gemeinde, dieses Evangelium ist eine Vorbereitung auf Ostern. Es zeigt uns: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Jesus ist ein Freund des Lebens.
Vielleicht stehen wir selbst manchmal vor „Gräbern“ – Situationen, die ausweglos erscheinen. Vielleicht tragen wir Trauer, Enttäuschung oder Angst in uns.
Dann gilt uns heute diese Zusage:
Christus ruft auch uns beim Namen. Er ruft uns ins Leben.
Und am Ende sagt Jesus:
„Löst ihm die Binden und lasst ihn gehen!“
Das Leben, das Jesus schenkt, ist ein befreites Leben.
So gehen wir auf Ostern zu – nicht als Menschen ohne Sorgen, aber als Menschen mit Hoffnung.
Denn Christus ist die Auferstehung und das Leben. Amen.

Gedanken zu Bischof Maximilian AichernMit großer innerer Bewegung habe ich von der schweren gesundheitlichen Situation v...
29/01/2026

Gedanken zu Bischof Maximilian Aichern
Mit großer innerer Bewegung habe ich von der schweren gesundheitlichen Situation von Altbischof Maximilian Aichern erfahren. Es ist die Zeit des Abschieds – eine Zeit der Dankbarkeit, der Erinnerung und des Gebets.
Ich durfte Bischof Maximilian zuletzt 2014 bei der Bischofsweihe von Stefan Oster in Passau persönlich begegnen. Diese kurze Begegnung ist mir in guter Erinnerung geblieben. Wie so oft ging von ihm eine ruhige, zugewandte und zugleich wache Präsenz aus – eine Mischung aus geistlicher Tiefe und menschlicher Bodenständigkeit, die sein ganzes Wirken geprägt hat.
Sein Lebensweg war außergewöhnlich: vom Ordensmann über den Abt bis zum Bischof von Linz. Doch bei allem Amt und aller Verantwortung blieb er für viele vor allem eines: ein Mensch mit offenem Herzen für die Sorgen der Zeit. Sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit, für Arbeitslose, für Flüchtlinge und für den arbeitsfreien Sonntag hat dem Evangelium ein sehr konkretes Gesicht gegeben. Er war nicht nur Hirte, sondern auch Anwalt der Schwächeren.
Jetzt, da er sich auf sein Sterben vorbereitet, tritt sein Wirken in ein anderes Licht. Was bleibt, sind nicht Titel und Funktionen, sondern das, was durch ihn an Güte, Mut, Glauben und Hoffnung in andere Menschen hineingewachsen ist. Darin wirkt sein Leben weiter.
So bleibt uns vor allem eines: Dankbarkeit. Und das Gebet, um das wir Jesusbrüder bitten. Möge unser Herr und Bruder Jesus Christus ihm in dieser letzten Wegstrecke Kraft, Trost und inneren Frieden schenken. Möge er spüren, dass viele Menschen ihn im Herzen tragen. Und möge er sein Leben nun vertrauensvoll in Gottes Hände zurücklegen dürfen – in jene Hände, denen er selbst so viele Menschen anvertraut hat.
Herr, nimm Deinen Diener Maximilian auf in Dein Licht. † Don Erminio

Adresse

Feilstrasse 7
Linz
4020

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