22/02/2022
Das ist vielleicht eine lächerlich wirkende Frage, aber gibt es ein Demonstrationsrecht für Katholik*innen? Wie gehen wir damit um, wenn uns etwas stört? Es gibt immer wieder Petitionen, manchmal auch Aufrufe zum Ungehorsam gegenüber der Amtskirche, es gab und gibt den so benannten Frauenkirchenstreik von Maria 2.0, der aufrüttelt und auf Missstände hinweist, aber demonstrieren gehen Katholik*innen eigentlich nicht. Wo sollten sie auch hingehen? Wer soll denn angesprochen werden? Und überhaupt sind Katholik*innen sowieso zu brav, um laut etwas einzufordern.
Dabei ist demonstrieren an sich sehr katholisch. Das Wort demonstratio ist Lateinisch und bedeutet „zeigen“ oder „hinweisen“. Bei einer Demonstration wird auf einen Missstand, auf ein Unrecht, auf eine Schieflage hingewiesen. Bei Prozessionen (zum Beispiel beim Fest Fronleichnam) weisen Katholik*innen auch auf etwas hin, nämlich auf die Eucharistie, die das Zentrum ihres Glaubens ist. Warum dann nicht auch auf die Schieflage bzw. Ungleichberechtigung von Priestern und Laien oder Männern und Frauen in der Kirche hinweisen?
Bei Maria Magdalena & Co versuchen wir uns jeden 22. eines Monats an „so etwas wie“ einer katholischen Demonstration. Verbunden mit Liturgie, Gebet, Gesang und Worte aus der Bibel gehen wir zum Innsbrucker Dom und weisen dabei auf etwas hin: Gleichstellung der Geschlechter gibt es in unserer Kirche (noch) nicht. Wir wollen aufzeigen, wie es anders gehen kann: gleichberechtigt, gemeinschaftlich, fehlerfreundlich, beweglich.
Was sollen wir sonst tun?!