20/07/2026
"Sommerkirche": Hinter diesem Begriff verstecken sich zahlreiche Initiativen in der Diözese Graz-Seckau während der Sommerwochen - Näheres auf der Homepage https://www.katholische-kirche-steiermark.at/portal/termine/sommerkirche.
Ich selbst konnte in Gnas bei herrlichstem Wetter vor einigen Wochen feiern: Messe und gemeinsames Picknick danach mit den Familien - initiiert von der Katholischen Jungschar der Pfarre.
Folgende Gedanken hatte ich für die Homilie (Predigt) vorbereitet:
"1. "Fürchtet euch nicht [vor den Menschen]!" Die Worte von der Furchtlosigkeit haben wir zuvor im Evangelium und auch zu Weihnachten gehört - damals aus dem Mund des Engels, der die Geburt Jesu verkündet hat. Und Jesus selbst sagt dies immer wieder im Laufe seines Verkündigungsdienstes den Jüngern zu. Das heißt für mich ein Mehrfaches:
2. Es wird uns, jeder und jedem von uns, in Erinnerung gerufen: Weil Gott mit uns ist, dann mag kommen was will, wir dürfen uns in SEINEN Händen geborgen wissen. Wenn ich mir allerdings die Welt anschaue, muss ich sagen, dass viele Menschen von Ängsten geplagt und oft ohne Hoffnung sind. Wann aber, wenn nicht in den Herausforderungen unserer Tage, ist es an der Zeit, eine Zukunft mit Gott in den Blick zu nehmen und daraus das Leben und die nächsten Schritte des Alltags zu gestalten? Daher: "Fürchtet Euch nicht! Habt Mut!" Vor allem, Euch zu Gott zu bekennen und ihm nachzufolgen. "Fürchtet Euch nicht!", vor den Menschen durch Euer Leben - in Tat und Wort also - für Christus einzustehen. Damit eröffnet Ihr Zukunft in einer Welt, die meint, dass alles jetzt, heute und hier und sofort zu erreichen ist. Eine Welt, die sich zu oft verschließt für das Morgen und auch für die Nächsten. "Habt Mut! Fürchtet euch nicht!", bedeutet demnach auch eine Lebensperspektive, die alle Menschen im Blick hat und nicht bloß das eigene Wohlergehen mit Ab- und Ausgrenzung. Denn Gott ist einer für alle. Er hat jede und jeden mit menschlichem Antlitz als sein Ebenbild erschaffen. Er liebt alle Geschöpfe und somit auch alle Menschen gleichermaßen.
3. Das Wort von der Furchtlosigkeit wird uns im Evangelium - heute (!) - zugerufen und zugemutet von Jesus, den wir als den Auferstandenen bekennen, der immer mit uns unterwegs ist bis zum Ende der Welt. Damit wir also die nächsten Schritte im Miteinander setzen können - ohne das Miteinander kann keine Gesellschaft existieren -, ist das Hören auf Jesus von immenser Bedeutung. Deswegen "braucht" es Kirche, damit uns mittendrin im Trubel des Alltags nicht die Orientierungslosigkeit überkommt und wir uns tagaus, -ein festhalten können an Jesus, der ewig ist. Die Kirche erinnert uns daran, dass Er uns allen Wegweiser ist durch alle Begebenheiten unseres Daseins hindurch. Ja, es reicht nicht mehr, sich als Getaufter auf das zu verlassen, was halt "so üblich" ist. Es reicht nicht, zu meinen, dass Christin/Christ zu sein ist ein Brauch, den man bei uns dann und wann mit Festen und Traditionen erfährt. Vielmehr gilt es, Jesu Wort an- und ernst zu nehmen und es so gut wie möglich zu leben - nicht bloß mit den Versatzstücken, die mir halt bekannt und vielleicht sogar liebgeworden sind. Um die Probe aufs Exempel zu machen mit dem heutigen Evangelium: Bin ich wirklich überzeugt, dass Gott sich ganz persönlich um mich sorgt, mich wirklich bis in die Haarspitzen hinein kennt und liebt? - Oder: Bin ich bzw. sind wir bereit, die Botschaft Jesu persönlich weiterzusagen oder meinen wir, dafür haben wir eh einen Pfarrer, dafür ist die Religionslehrerin, die Pastoralreferentin, halt "die Kirche" zuständig? - Und: Sind wir auch bereit, uns zu Ihm, zu Jesus, zu bekennen, wenn wir nach der Hoffnung gefragt werden, die uns erfüllt?
4. Ich denke, wir haben hier Luft nach oben - und auch einiges zu vertiefen. Gott traut es uns zu, jeder und jedem von uns. Vertrauen wir also darauf: Gott ist mit uns und mit ihm brauchen wir uns nicht zu fürchten. Niemals. "