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CEK Österreich Christlich Essenische Kirche - Interreligiösität - eine Kirche für alle Sie wurde am 10. Sie existierten bis ca 300 nach Christus. Wir nicht!

Die Christlich Essenische Kirche ist die erste und einzige interreligiöse Kirche der Welt. Juni 1971 von einer Gruppe von Menschen aus unterschiedlichen Religionen als überkonfessionelle Kirche auf Basis des Ur-Christentums, der Essener gegründet. Diese Menschen trugen die gleichen Ideale in sich: Das Bewusstsein, dass wir eine Menschheitsfamilie sind. Sie wollten eine Gemeinschaft schaffen, in de

r alle, trotz unterschiedlichem Glauben, gemeinsam Gottesdienst feiern und so zu einer einzigen, großen Menschheitsfamilie zusammen wachsen könnten. Zu den Gründern gehörten unter anderem: Ein Rabbiner, ein Lama, ein Erzbischof, zwei katholische Bischöfe, ein evangelischer Bischof und ein Imam. Die Essener
Die historischen Essener waren die eigentlichen Vorläufer des Christentums und beheimatet sowohl in Israel als auch in anderen Ländern. Sie wurden circa 300 vor Christus durch den "Lehrer der Gerechtigkeit", den vormaligen Hohepriester von Jerusalem, gegründet. Auf dem Höhepunkt ihres Wirkens waren sie die größte Glaubensrichtung in Israe. Die bekanntesten Persönlichkeiten bei den Essenern waren Josef, Maria, Jesus mit seiner Familie, Johannes der Täufer und die Apostel. Die Essener waren berühmt für ihr hohes Lebensalter, für ihre Kraft und Gesundheit. Die ständige Verbindung mit den Engeln befähigte sie zu außergewöhnlichen Handlungen, wie geistigem Heilen, und auch zu intensivem Kontakt zu Tieren und Pflanzen. Sie lebten gemeinschaftlich (Männer, Frauen und Kinder) in Dörfern und hatten berühmte Ausbildungsstätten. Die bekannteste Ausbildungsstätte in Israel lag am Berge Karme. Jesus lehrte dort auch einige Zeit vor seiner Taufe im Jordan durch Johannes den Täufer. Zeitgenössische Geschichtsschreiber berichteten von essenischen Gemeinschaften mit speziellen Regeln, bestimmten Glaubens- und Moralvorstellungen und besonderen Auffassungen von biblischen Überlieferungen. Einiges davon ist von Missverständnissen und Argwohn gegenüber diesen Menschen mit ihren außergewöhnlichen medialen und heilenden Fähigkeiten geprägt. Die Christlich Essenische Kirche hat in ihrer Bezeichnung das Wort ”essenisch". Dieses bezieht sich auf die Essener in Israel. Viele Wissenschaftler geben immer noch an, dass die Essener eine kleine Sekte von zölibatär lebenden Männern in Qumran am Toten Meer gewesen sei. Damit sind sie aber nicht auf dem aktuellen Stand der verschiedenen Wissenschaften. Die Christlich Essenische Kirche bezieht sich nicht generell auf alle Lehr- und Glaubensinhalte der Essener. Vielmehr beziehen wir uns auf die Tatsache, dass Jesus und seine Apostel Essener waren. Unser Vater ist Gott,
Unsere Mutter die Erde,
Jesus der Christus,
Maria die Königin der Engel,
Die Engel unsere Schwestern und Brüder,
Die Apostel die Eckpfeiler unserer Kirche. Unser Glaube baut auf das grundlegende Verständnis von Gott als unserem liebenden Vater. Menschheitsfamilie
Gott hat ausnahmslos alle Menschen als seine Kinder erschaffen. Daher ist jeder Mensch, gleich welcher Religionszugehörigkeit, meine Schwester, mein Bruder. Und als liebender Vater wünscht sich Gott, dass seine Kinder sich wiederum auch gegenseitig lieben und achten. Wir verstehen uns als Teil einer umfassenden Menschheitsfamilie, aus der niemand ausgeschlossen ist. Freiheitlichkeit
”Die Freiheit des Einzelnen ist das höchste Gut. Sie endet dort, wo sie die Freiheit des Anderen einschränkt.”
Dieses Motto definierte unser Kirchenoberhaupt, PAX Immanuel II., bereits mit 16 Jahren als seine Lebensgrundlage. Gott gab uns Menschen ein überwältigendes Maß an Freiheit und Wahlmöglichkeit mit. Aufgabe einer Religion sollte es immer sein, diese nicht einzuschränken, sondern zu fördern und bewusst zu machen. Daher achten wir den Einzelnen als selbstbestimmtes Individuum. Die Christlich Essenische Kirche hat keine Mitglieder außer ihrer Priesterschaft. So ist man nicht Mitglied durch verpflichtenden Beitritt oder bindende Rituale, sondern einzig, indem man sich im Herzen ihr zugehörig fühlt. Unsere Priesterschaft, Bischöfe und Kardinäle sind Frauen und Männer, von denen die meisten in Partnerschaften leben und in Beruf und familiäres Leben eingebunden sind. Ohne Sünde
Untersuchungen haben gezeigt, dass die Textstellen des Alten und Neuen Testamentes, die Gott als strafenden Rächer und den Menschen als schuldbeladen und sündig beschreiben, auf Fehlinterpretationen beruhen. Können Sie sich einen liebenden Vater vorstellen, der seinen Kindern Eigenschaften und Freiheiten schenkt, um sie dann schuldig werden zu lassen und zu bestrafen, wenn sie davon Gebrauch machen? Wir verstehen jeden Menschen als von Gott geliebt und daher in seiner Einzigartigkeit als vollkommenen Ausdruck eines Aspektes Gottes. Sünde und Hölle sind menschliche Konstrukte, die entstehen, wenn wir zulassen, dass unser grenzenloser Geist und unser unendlich offenes Herz, die uns von Gott geschenkt wurden, durch Angst eingeengt werden. Wir möchten Sie dazu einladen, diese Angst hinter sich zu lassen. Die fünf Prinzipien Gottes
Wir verstehen Liebe als die stärkste Kraft im Universum und als letztlich den einzigen Weg, ein Teil des Christus zu sein, Vollkommenheit zu erlangen und zu Gott zurückzukehren. Im Glauben erlangen wir das Verständnis dafür, dass wir leben, um zu lernen und uns weiterzuentwickeln, und daher bereits unser Einverständnis zu allen unseren selbstgewählten Lernprozessen gegeben haben. Der Weg zu innerer Reinheit führt über das Verständnis für alle anderen Menschen. Nur durch absolutes Vertrauen zu Gott können wir selbst so sein, wie wir wirklich sind: Teile Gottes. In der Akzeptanz erkennen wir, dass wir alle gleich sind, alle den gleichen Ursprung in Gott haben

02/10/2024

Ali und seine Farbtöpfe – eine kleine Erntedankgeschichte eines Liebhabers der Vielfalt.

Ein Liebhaber der Vielfalt

Ali mag es bunt. Wenn er durch seine Stadt geht, blüht seine Fantasie auf. Er sieht viel hellbraun oder grau. Das möchte er ändern. Seine Stadt ist weit weg von uns. Bagdad, die Hauptstadt des Irak. Alis Fantasie aber ist nahe bei uns. Die Welt soll Farbe haben; Städte und Dörfer sollen bunt sein dürfen. Vielfältig und friedlich.
Wenn Ali durch seine Stadt geht, hat er einen kleinen Wagen aus Holz dabei. Den zieht er hinter sich her. Auf dem sind Farbtöpfe und Pinsel. Ali geht zur Arbeit. Vor ein paar Tagen hatte er einen Mann angesprochen und gefragt, ob er dessen graues Haus ein wenig bunt mache dürfe. Der Mann sagte zu Ali: Aber gerne. Und spendet sogar etwas. Heute ist Ali da. Und hat ein paar Freunde dabei. Sie haben einen Plan gemacht für das Bild, das sie auf das Haus malen wollen. Es soll ein Liebespaar sein, das sich gefunden hat. Alle machen sich an die Arbeit. Liebe ist ihnen wichtig in einer Stadt, die von vielen Kämpfen zerrissen ist. Liebe und Farben sollen die Stadt ein wenig heilen.

Ali hat ein Prinzip. Er nennt es „Schmetterlingsprinzip“. Er sagt: Der Flügelschlag eines Schmetterlings ist harmlos. Und doch löst er etwas aus. Erst bewegt sich die Blüte, dann ein Blatt, vielleicht ein Ast und schließlich der ganze Busch. Das will ich auch, sagt Ali. Ich will Farben auf ein Haus malen oder ein Liebespaar. Das ist harmlos, einerseits. Andererseits kann es Menschen froh machen; es kann Liebe wecken und Heiterkeit. Es bleibt nicht ohne Folgen, wenn eine Hauswand freundliche Farben hat oder ein Bild der Liebe. Das weckt Liebe bei denen, die hinschauen.

Ali liebt die Vielfalt, das Farbige. Es macht unser Leben besser, sagt Ali. Als die Sonne untergeht, ist das Bild an der Hauswand fertig. Ali und seine Freunde sind zufrieden. Bunt ist wichtig, sagt Ali. Wir sind alle verschieden in unserem Land, überall auf der Welt. Wir sollten uns die Verschiedenheit auch nicht wegreden. Wir sehen nicht alle gleich aus und fühlen nicht alle gleich. Aber wir alle sind Menschen. Ob im Irak oder sonstwo. Es ist wichtig, dass wir die Verschiedenheit ertragen, die Vielfalt lieben lernen.
Das macht etwas mit uns, sagt Ali und räumt die Farbtöpfe auf den kleinen Leiterwagen. Morgen werden sie zu einem anderen Haus fahren. Dort wollen sie Vögel malen. Und einen riesigen Baum. Brauner Stamm, grüne Blätter, gelbe Früchte. Vielfalt können wir nicht wegreden, sagt Ali. Wir können sie aber achten oder lieben. Wenn ich das tue, werde ich dankbar.
Jetzt nimmt er die Leiter vom Holzwagen in die Hand, schaut noch einmal kurz aufs Bild zieht davon. Er sieht zufrieden aus. Ein Liebhaber der Vielfalt. Ein dankbarer Mensch.

11/09/2024

Eine außergewöhnliche Geste wird von der Snookerweltmeisterschaft erzählt.
Wer Unterlegene ehrt, veredelt seinen Sieg (Spiegel.de)

Ein Sieg, der zum Gewinn wird

Das Publikum in Sheffield, England, jubelt. Gerade ist Kyren Wilson, 32 Jahre alt, Weltmeister im Snooker geworden, einer besonderen Art des Billard. Dieser Weltmeistertitel ist der größte Triumph in seiner bisherigen Karriere.
Aber was dann geschieht, lässt das Publikum noch mehr jubeln, in geradezu helle Begeisterung geraten. Der sechsjährige Sohn des Siegers umarmt erst seinen Vater, dann geht der Junge zum Verlierer, drückt ihm die Hand und verbeugt sich leicht vor ihm. Ein Zuschauer sagt hinterher: „Mein Herz ist geschmolzen, als der Kleine zum Verlierer ging, um ihm die Hand zu schütteln.“ Was für eine Geste, was für ein ehrendes Fair Play gegenüber dem Unterlegenen.

Der Sieger hatte kein leichtes Leben bis zu seinem Triumph. Er musste immer wieder sein Training unterbrechen, um Geld für sich und seine Familie zu verdienen. Im Jahr 2020 war er schon einmal im Endspiel und verlor. Danach sagte er: „Ich muss erst mal wieder von ganz unten anfangen und mich selbst wiederfinden.“ Und nun der Sieg; und dazu das große Herz seine Sohnes.
Wer Unterlegene ehrt, veredelt seinen Sieg.

Viele Siege wirken dagegen eher schmutzig. Die Sieger bringen sich in Pose, gönnen den Verlierern keinen Blick mehr. Manchmal verspotten sie auch die, die sich sowieso schon gedemütigt fühlen durch die Niederlage. Presse und Fernsehen tun in ihren Berichten oft ein Übriges.
Der Snookerweltmeister aber ist anders. Vor allem sein sechsjähriger Sohn hat ein Gefühl für den Verlierer. Er zeigt ihm seine Achtung. Das ist eine Geste, die den Sieg aufwertet und die Herzen der Zuschauer gewinnt.

Als Jesus einmal auf einen Verlierer trifft, findet er auch eine besondere Geste (Lukas 19,1-10). Der Zöllner Zachäus ist zwar reich, aber ein Verlorener. Zöllner, also Zollbeamte, konnten damals in die eigene Tasche wirtschaften. Sie gehörten zu den Gewinnern. Unter Menschen aber waren sie Verlierer, Ungeachtete. Das schmerzte Zachäus.
Als er hört, dass Jesus in seine Stadt kommt, steigt er auf einen Baum, um Jesus besser sehen zu können. Offenbar verspricht er sich etwas vom Blick auf Jesus. Er behält Recht. Jesus sagt zu ihm: Komm runter vom Baum, ich muss heute in deinem Haus einkehren.
Jesus lädt sich ein beim Ungeachteten. Das bringt Zachäus beinahe aus dem Häuschen. Darum sagt er zu Jesus: Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen. Zachäus, unter Menschen ein Verlorener, fühlt sich wertgeschätzt. Und erkennt, was er tun kann. Er wird für mehr Gerechtigkeit sorgen. Zachäus erringt einen persönlichen Sieg – den Sieg über sich selbst. Ein Sieg, der zum Gewinn wird. Zachäus wird zu einem geachteten Menschen.

04/09/2024

Ein Top-Mamanager verlässt seinen Beruf und kümmert sich mit einem Verein um Wohnungen für Obdachlose.

Hilfe für aus der Welt Gefallene

Ich habe in meinem Leben viel bekommen, sagt Michael Busch, ehemals Chef von Thalia in Europa. Und heute, sagt Busch, will ich etwas zurückgeben. Er hat seinen Chefposten aufgegeben – und arbeitet mit bei der Einrichtung „Housing first“, zu Deutsch etwa: Zuerst ein Zuhause. Der Verein besorgt Wohnungen – für Obdachlose. Interessant ist, dass sie nicht einfach Wohnungen anmieten. Sie bieten reicheren Menschen Wohnungen zum Kauf an – vorausgesetzt, diese vermieten sie dann zu bezahlbaren Preisen an Obdachlose.
Auf einer Kunstaktion lernte Michael Busch die Einrichtung kennen und war begeistert von der Idee. Reichere Menschen kaufen Wohnungen und vermieten sie an Menschen ohne Wohnung. Es gibt keine Auflagen für die Bewohner. Achtzig Wohnungen haben sie auf diese Weise schon gefunden, gekauft, wieder verkauft und so an Obdachlose vermittelt. Soweit man heute weiß, gibt es keine Schwierigkeiten; weder bei den Besitzern noch bei den neuen Mietern.
Sollten die Mieter einmal nicht zahlen können, hat sich die jeweilige Kommune verpflichtet, die Miete zeitweise zu übernehmen. Michael Busch hofft, dass seine Stadt in fünf bis sieben Jahren frei ist von Obdachlosen.

Es ist schlimm, keine Wohnung zu haben. Wir kennen das von den Menschen, die wir in Einkaufsstraßen liegen sehen oder auf Parkbänken. Sie wirken, als seien sie aus der Welt gefallen. Und bei bestimmten Wetterlagen stellt sich ihnen jeden Tag die Frage: Wohin heute Abend zum Schlafen?
Dazu kommen gehässige Worte der Vorübergehenden. Geht doch arbeiten, ist da zu hören. Als sei das so einfach. Aus dem Leben Gefallene brauchen zuerst Sicherheit, zum Beispiel eine Wohnung, um wieder einen festen Halt im Leben zu finden.

Hatte Jesus eigentlich ein Zuhause, fragt man sich manchmal? Wo haben er und seine Jünger, Frauen und Männer, wohl immer übernachtet und gegessen? Das wird aus den biblischen Geschichten nicht so ganz klar. Jesus selber hat von sich einmal gesagt (Lukas 9,58): Der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. Und doch hat er ja geschlafen, vermutlich bei Bekannten, vielleicht manchmal auch im Freien.
Aber Jesu freies Leben ist kein Vorbild für uns. Und rechtfertigt schon gar nicht die Obdachlosigkeit. Nach allem, was zu lesen und zu hören ist, müssen derzeit mehr Menschen „auf der Straße“ leben als noch vor ein paar Jahren. Das bleibt schlimm.
Umso dankbarer können wir sein, wenn sich begüterte Menschen für aus der Welt Gefallene einsetzen. Und ihnen zurückhelfen in ein oder zwei Zimmer, die ihnen hoffentlich etwas Sicherheit und Geborgenheit schenken.

31/08/2024
22/08/2024

Der Immobilienunternehmer Josef Rick sagt: Wir Reiche zahlen viel zu
wenig Steuern (ARD-Morgenmagazin)

Es geht ums Ganze

Er ist reich. Und er weiß das. Josef Rick, Immobilienunternehmer, sitzt einem Fernsehreporter gegenüber und sagt, dass er zu den 10 % der Menschen in Deutschland gehört, denen über 50 % des gesamten Vermögens in Deutschland gehört.
Aber Josef Rick sieht zugleich auch auf das Ganze. Darum sagt er: Wir Reichen müssten mehr Steuern bezahlen. Es gibt für uns so viele Ausnahmen: es gibt Schlupflöcher; es gibt Regelungen im Ausland, wo wir Geld parken können – im Verhältnis leisten wir Reiche wenig und werden immer reicher. Ärmere können nie Steuern sparen. Dann lächelt Herr Rick und sagt dem Reporter: Aber wir Reiche müssten alle gleich besteuert werden. Auf Freiwilligkeit darf man nicht hoffen. Und Schlupflöcher gehören abgeschafft, damit die Ärmeren weniger zahlen müssen.
Herr Rick weiß auch, was mit mehr Steuergeld geschehen soll. Es geht um die Infrastruktur Deutschlands: die Straßen, den Nahverkehr, die Schulen. Josef Rick zählt alles auf. Und sagt dann noch einmal: Es braucht Mut, uns mehr zu besteuern. Aber der Mut sollte da sein in der Politik.

Reiche haben immer viele Chancen, noch reicher zu werden. Ärmere haben so gut wie nie eine Chance, etwas mehr zu besitzen. Das sind Fakten, die durch viele Sozialstudien bestätigt werden. Reichtum ist manchmal die Folge von harter Arbeit, manchmal die Folge von Glück oder von einer großen Erbschaft. Gegen Reichtum kann man nichts haben; er gehört zum menschlichen Leben, seit es Menschen gibt.
Auch Jesus hatte nichts gegen Reiche. Er ließ sich gerne in deren Häuser zum Essen einladen. Er hat auch niemanden aufgefordert, etwas von seinem vielen Geld wegzugeben.

Einer war aber so überwältig von der Nähe Jesu zu ihm, dass er ganz freiwillig Geld weggegeben oder zurückgegeben hat: der Zöllner Zachäus (Lukas 19,1-10). Als Jesus sich selber zum Essen in Zachäus‘ Haus eingeladen hatte, entdeckte Zachäus plötzlich etwas – nämlich seine Verantwortung. Nicht nur die für das Unrecht, das er begangen hatte, wenn er am Zoll zu viel Geld genommen hatte. Zachäus bemerkte auch seine Verantwortung für das Ganze: Ich lebe in einem Raum der Gnade und gebe nun etwas davon zurück – wie es auch der Immobilienmakler Josef Rick sagt und tut.
Niemand lebt nur für sich; jeder und jede lebt auch in einem Raum der Verantwortung für andere. Es geht immer ums Ganze. Da gibt es Menschen, die könnten mehr und größere Verantwortung übernehmen – und sich so als dankbar erweisen für die Gnade des Besitzens. Der reiche Zachäus ist dankbar, dass er gesehen wird – und dann nicht verurteilt wird. Das öffnet ihm das Herz.
Es ist immer die Dankbarkeit, die gerne abgibt.

15/08/2024

Zu einer großen Geste des Dankes kam es in der vorigen Woche bei den Olympischen Spielen in Paris.

… und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat

Zu einer großen Geste des Dankes kam es in der vorigen Woche bei den Olympischen Spielen in Paris. Da gibt es seit den Spielen von 2020 den Wettbewerb des „Speedkletterns / Schnellkletterns“ an einer 15 Meter hohen Wand. Es treten immer zwei Sportlerinnen oder Sportler gegeneinander an. In diesem Fall ist es ein knapp vierzigjähriger Iraner, der schon lange als eine Art König in dieser Disziplin gilt. Sein Gegner ist vorige Woche ein erst 19-Jähriger aus Neuseeland. Nach gut 5 Sekunden Klettern hat der Neuseeländer knapp gewonnen. Der Iraner wirkt enttäuscht über seine Niederlage, als die beiden wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Dann aber geschieht noch etwas, eine große Geste. Der junge Neuseeländer geht vor dem Iraner auf die Knie, breitet seine Hände aus und dankt ihm. Es wirkt, als wolle er sagen: Dir verdanke ich, dass ich hier bin; Dir verdanke ich, dass ich diesen Sport für mich gefunden habe. Der junge Mann verbeugt sich vor dem König, könnte man auch sagen. Im Moment des Sieges vergisst er nicht, wem er seinen Erfolg verdankt. Der Iraner wirkt sehr berührt.

Schon die Geste ist schön; ihr Inhalt ist es aber noch mehr. Jemand weiß, wem er seinen Sieg verdankt. Als junger Mann hat er gegen den König eigentlich nichts zu verlieren – aber auch etwas bessere Chancen auf den Sieg. Er genießt seinen Triumph.

Dann aber erinnert er sich noch, dass sein Erfolg nicht allein seine eigene Sache ist. Er weiß, wer ihm den Weg bereitet hat. Das will er zum Ausdruck bringen im Augenblick seines Triumphes. Und geht vor dem König in die Knie.

An eine solche Geste erinnert uns der Psalm 103 (Vers 2): „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Der junge Neuseeländer zeigt, wie das gehen könnte. Es ist zu wenig, sich immer nur selber auf die Schulter zu klopfen, als wolle man zu sich sagen: Das hast du gut gemacht. Es kann sein, dass man es gut gemacht hat. Dennoch gibt es aber immer Menschen, die uns den Weg bereitet haben. Und es gibt Gott, der uns etwas hat gelingen lassen.
Es ist meine Mühe gewesen; es sind Menschen gewesen, die mir Hilfestellung gegeben haben – und dennoch ist das noch keine Garantie für Erfolg. Auch der Himmel hat immer ein wenig seine Hand im Spiel. Es gehört zur Lebenskunst, dies nicht zu vergessen. Es genügt nicht, nur auf sich selber stolz zu sein. Noch wichtiger ist, den Dank nicht zu vergessen. Den Dank an den, der mir das Leben gab, meine Gesundheit erhält und mein Tun und Lassen segnet: Vergesst nie, was er uns Gutes getan hat.

08/08/2024

In einem im Sommer 2023 verbrannten Klostergarten auf Rhodes erwacht neues Leben (ARD-Weltspiegel)

Hoffnung gegen die Bitternis

Die Verzweiflung war groß auf Rhodos – im Sommer letzten Jahres. An manchen Tagen sah es aus, als brenne die ganze Insel. Der Garten im Frauenkloster auch. Als die Feuer nachließen, war alles schwarz. Abgebrannte Olivenbäume, Wiesen und Wäldchen. Schwarze Landschaft aus Hoffnungslosigkeit. Die Nonnen weinten und beteten sich durch den Winter.
Aber jetzt kommt neues Leben. Viele Menschen aus der Umgebung haben es sich zur Aufgabe gemacht, in den Klostergärten neues Leben zu erwecken. Den Anfang machten 33 Menschen, die jeweils ein Olivenbäumchen pflanzten. In drei Jahren werden sie Früchte tragen und wieder Öl bringen – wichtige Einkünfte für die Klosterkasse. Die Wäldchen waren auch nicht mehr zu retten. Es waren kein Samen mehr in der Erde. Das aber wird bald anders werden. Frische Pflanzen sind schon in Gewächshäusern und werden bald gepflanzt werden. Zwischen allem wird es von selber grün. Die verbrannten Wiesen haben sich erholt und grünen wieder. Wo alles schwarz und tot schien, wächst neues Leben in grün.

Ostern leistet ganze Arbeit. Und die Schwestern strahlen wieder. Ihre Verzweiflung war groß; ihre Hoffnung jetzt ist noch größer. Wenn sie aus ihrem Haus kommen, sieht die Erde und die Landschaft um sie herum aus, als wolle alles unbedingt wieder leben, als seien sie die Schwärze des Verbrannten leid und machten sich auf zu neuem Blühen, Wachsen und Reifen. Der Tod durch Feuer war schlimm, aber er hat nicht gesiegt. Es siegt das Leben – und die wunderbare Aussicht, in drei Jahren wieder frische Oliven ernten zu können.

Verzweiflung ist schlimm. Auch wenn es eine Ahnung geben sollte, dass eine Verzweiflung enden kann, ist Geduld schwer. Da hilft es, solche Bilder zu sehen: 33 Menschen haben jeweils eine Pflanze in der Hand und setzen sie in den Boden – 33 Olivenbäume für die Zukunft. Oder wir sehen Frauen und Männer, die ein Wäldchen neu entstehen lassen. Es wird wieder Schatten geben; es wird wieder Kühle sein in heißen Sommern. Es wird wieder ein Grün sein, das die Augen erfreut und tröstet.
Auferstehung braucht Hoffnungsbilder, um ihr vertrauen zu können. Jesus spricht vom sterbenden Weizenkorn, das neue Frucht bringt (Johannes 12,24). Jesu Jüngern, Frauen und Männern, sehen wir Hoffnung an, die aus der Furcht kommt. Begeistert erzählen sie landauf, landab von ihrer Zeit mit Jesus. Auch heute sehen wir Menschen, die nicht verbittern, wie groß ihre Lasten auch seien.
Das ist Auferstehung: Zeichen des Lebens sehen und Zeichen des Lebens stiften gegen die Hoffnungslosigkeit. Wo Bitternis weicht, ist Gott ganz nahe.

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Blinzig 8
Bludenz
6820

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