05/09/2026
Wir haben die Wahl. Morgen ist es soweit, dann wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Und heute, da wird in Magdeburg gefeiert, ein großes Fest der Demokratie. Peter Herrfurth wird dabei sein, erzählt er in seiner Radioandacht auf MDR Sachsen-Anhalt:
Niemand will den Kürzeren ziehen. Denn das bedeutet ja: einen Nachteil haben, Verlierer sein. Da hält einer zwei Stöckchen in der Hand, der andere zieht. Mit etwas Glück ist es das längere Hölzchen. Wenn man aber Pech hat, ist es das Kürzere. Es ist ein Glücksspiel.
Bei der Wahl morgen, da müssen wir allerdings den Verstand einsetzen.
In einer Demokratie soll auch niemand den Kürzeren ziehen. Sondern es sollte für alle das Bestmögliche herauskommen. Das geht nur mit Kompromissen. Aber die müssen auch die Benachteiligten im Blick haben: Menschen mit Beeinträchtigungen, Alleinerziehende, queere Personen, Menschen mit migrantischen Wurzeln und viele mehr.
Dafür ist die Regierung da. Dafür wird sie gewählt.
Leider gibt es trotzdem eine Menge Dinge, die ungerecht sind. Daran müssen wir arbeiten. Gemeinsam. Darum ist es gut, dass ein Parlament aus verschiedenen Perspektiven miteinander berät und auch streitet. Solange es allen Beteiligten um das Bestmögliche geht, um Würde und Rechte für alle Menschen, für das Volk eben.
Nachher feiere ich auf dem Domplatz in Magdeburg das Fest der Demokratie. Für ein weltoffenes, solidarisches und vielfältiges Sachsen-Anhalt. Und ich setze mich ganz bewusst gegen Rechtsextreme ein, die sie sich in unseren Parlamenten breitmachen.
Denn ich möchte nicht, dass bei uns jemand den Kürzeren zieht. Es geht um ein gutes Miteinander. Und nicht um Siegen oder Verlieren.
Ich engagiere mich aus meinem christlichen Glauben heraus. Gott hat uns allen das Leben geschenkt. Wir sind Geschwister. Das haben wir nicht zu entscheiden, das ist uns gegeben. Aber WIE wir miteinander leben, das ist keine Glückssache, das entscheiden wir. Morgen mit unserem Verstand. Denn wir haben die Wahl.
Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg
📷 Sachsen-Anhalt weltoffen