12/06/2026
Vermutlich werden nur wenige die Möglichkeit haben, am 16. Juni bei der Demo in Straßburg zu sein. Trotzdem ist es wichtig, dass wir alle uns nochmal ins Zeug legen, das geplante Gesetz auf EU-Ebene zur Deregulierung der sogenannten "Neuen Gentechnik" noch zu verhindern. Denn:
Das Gesetz ist so, wie es geplant ist, eine Katastrophe! Es würde das Ende der Nachverfolgbarkeit bedeuten, was den Bioanbau und die konventionellen Landwirte, die mit dem Label „ohne Gentechnik“ arbeiten, vor enorme - auch wirtschaftliche - Schwierigkeiten stellen würde.
Es wäre das Ende der Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher, weil sie nicht mehr wissen, wo was drin ist.
Und es wäre der Einstieg in noch mehr Patente (und damit Abhängigkeiten) auf Saatgut, weil – entgegen aller feierlichen Bekundungen – die Patentfrage völlig ungelöst ist und die Konzerne natürlich Geld mit den veränderten Organismen verdienen wollen.
Hinzu kommt noch die geplante unkontrollierte Freisetzung von gentechnisch veränderten Wildpflanzen.
Die von den Befürwortern des Gesetzes gerne vorgebrachte Argumentation, die sogenannte „Neue Gentechnik“ sei eigentlich keine Gentechnik und von daher der Züchtung gleichzustellen, ist wissenschaftlich unhaltbar! Die Verfahren haben eine wesentlich höhere Eingriffstiefe und können in viel kürzerer Zeit wesentlich mehr Veränderungen hervorrufen, als Züchtung oder die bisherigen Methoden der Gentechnik. Die Grenze von 20 veränderten Genomen, ab der eine Prüfung und Kennzeichnung erforderlich sein soll, ist Unsinn! Schon ein verändertes zentrales Gen in einer Pflanze kann mehr Auswirkungen auf das Verhalten der Pflanze haben, als die Änderung von 30 für das Verhalten der Pflanze irrelevanten Genen.
Deshalb: Wo immer Ihr bis zum 16. noch Kontakt in die Politik habt: Übt Druck auf die MdEPs aus, insbesondere auf die Vertreter*innen von CSU und Freie Wähler, weil sie, was die Mehrheiten angeht, die Entscheidenden sind!
Und noch zur Klarstellung: Es geht nicht darum, die wertvollen Verfahren CRIPR/CAS grundsätzlich zu verbieten oder schlechtzureden. Sie können in vielen Bereichen wichtige Entwicklungen voranbringen. Aber in der geplanten Art und Weise der Deregulierung in der Landwirtschaft sind sie fatal!