03/01/2020
Worte von Frère Alois zu den Jugendlichen des Europäischen Treffens am 31.12.2019
Während dieser gemeinsamen Tage haben wir zum Ausdruck gebracht, dass wir eine Zukunft in Frieden aufbauen möchten: in unserem eigenen Leben, in unseren Familien, an unseren Studien- und Arbeitsorten. Aber auch in unseren verschiedenen Ländern und darüber hinaus, in Europa und in der Welt.
Wir haben mit eigenen Augen gesehen, welch große Vielfalt unter uns besteht, und konnten uns darüber freuen. Jedes Land, jedes Volk, jede Region unseres Kontinents ist ein Mosaikstein Europas. Wir wollen unseren Kontinent nicht vereinheitlichen, sondern vielmehr die lokalen Besonderheiten, die Vielfalt der Traditionen und Kulturen schätzen.
Vergessen wir nicht, dass die Geschichte manchmal tiefe Wunden hinterlassen hat! Versuchen wir, die Entwicklungen in den verschiedenen Gegenden unseres Kontinents zu verstehen. Tun wir alles, angefangen bei uns selbst, die Vorurteile zu entlarven, die wir über andere haben. Fürchten wir uns nicht vor unseren Nachbarn, hören wir einander zu!
Die vor 30 Jahren für unseren gesamten Kontinent wiedergefundene Freiheit musste schwer erkämpft werden. Viele Menschen, besonders hier in Polen, haben einen hohen Preis dafür bezahlt. Für einige war ihre Verwurzelung im Glauben die Quelle ihres Engagements, manchmal unter Einsatz ihres Lebens.
Dieser Freiheitskampf war von einigen bemerkenswerten Ereignissen geprägt. Dazu gehört die Vergebung, welche die polnischen Christen dem deutschen Volk nach dem Zweiten Weltkrieg angeboten haben. Dies hat zu einer Versöhnung, einem Neuanfang beigetragen, der zu den Wundern in der Geschichte unseres Kontinents gehört