25/05/2026
Passend zu Pfingsten, dem Fest, in dem es um die Überwindung von (Sprach-)grenzen geht, meldet sich wieder einmal Pfarrhaushündin Sally zu Wort:
Sallys Kolumne: Wedeln für Anfänger
Zu Beginn meiner neuen Kolumne muss ich mich erst einmal über meinen Zweibeiner beschweren. Als ich gestern anfangen wollte, ihnen meine Kolumne für diesen Gemeindebrief zu diktieren, da sagte einer von ihnen: „Eigentlich kannst du zu dem Thema „Im Gespräch bleiben“ doch gar nichts beitragen. Hunde können doch gar nicht sprechen!“
Was für eine unglaubliche Frechheit! Nur weil ihr Zweibeiner scheinbar gelehrte Worte verwenden könnt, heißt das noch lange nicht, dass ihr mir als Hündin in Sachen Kommunikation überlegen seid -im Gegenteil ! Hinter dem, was ihr nur als Bellen wahrnehmt, verbergen sich sehr häufig tiefe philosophische Gedanken.
Aber ganz abgesehen davon: Obwohl ihr alle den ganzen Tag ständig vor euch hinplappert, heißt das ja noch lange nicht, dass ihr euch deshalb versteht. Immer wieder sehe ich Zweibeiner, die gar nicht mehr miteinander sprechen, sondern stattdessen nur noch auf die kleinen Kisten in ihrer Hand schauen die ja eigentlich dazu erfunden wurden, um miteinander in Kontakt zu kommen. Und was noch viel schlimmer ist: Auf dem viereckigen Gerät mit den bewegten Bildern sehe ich jeden Abend, dass eure Kommunikation darin besteht, dass ihr euch mit Bomben bewerft und euch gegenseitig kaputt macht. Also, die „Krone der Schöpfung“ seid ihr ganz bestimmt nicht.
Deshalb gebe ich euch jetzt mal einen Grundkurs in guter und friedlicher Kommunikation. Lektion 1: Zeigt euch Freundlichkeit.
Wenn mir z.B. ein Zwei- , Drei – oder Vierbeiner begegnet, wird er von mir zuallererst mit einem freundlichen Wedeln begrüßt. Und das faszinierende ist: Selbst diejenigen, die zuerst ganz grimmig gucken, müssen oft lächeln und reagieren oft mit einem freundlichen Streicheln -oder sogar einem Leckerli. Also eine absolute Win-Win– Situation.
Wie wäre es, wenn ihr das auch mal probiert? Ich sehe ja ein, dass das anatomisch bei Euch mit dem Wedeln etwas schwierig ist – aber wie wäre es, wenn ihr euch gegenseitig einfach mal etwas Freundlichkeit zeigt? Kostet nichts und bringt ganz viel!
Und dann noch Lektion 2: Zeigt eure Freude!
Für mich z.B. bedeutet es eine riesengroße Freude, wenn meine Zweibeiner abends nach Hause kommen, tue ich so, als ob sie vorher drei Jahre auf hoher See vermisst gewesen wären. Und meine große Freude zeige ich dann mit einem sehr eleganten Hüpftanz. Wäre das nicht auch was für Euch? Probiert es doch mal aus: Wenn ihr Jemanden trefft, den ihr sehr mögt, dann führt doch einfach mal einen Hüpftanz auf. Für alle, die im Freude zeigen nicht so talentiert sind biete ich auch gerne nach den Sonntagsgottesdiensten mal einen Anfängerkurs an. Was viele von Euch ja noch gar nicht wissen: ich arbeite nebenbei ja auch als Lehrerin bei der VHS (Volkshundschule) und habe ein Diplom in Freudentanz. Das Honorar besteht wahlweise in drei Leckerlis oder 15 Minuten Bauchkraulen (auch dazu gibt es dann im Herbst noch einen VHS-Kurs) .
Also, ich freue mich, wenn ich Euch in einem meiner Kurse begrüßen kann!
Es wedelt ganz herzlich mit freundlichen und freudigen Grüßen
Eure Sally