06/09/2026
🤍 Impuls von den Prämonstratensern
Manche Wege sind zu lang, um sie allein zu gehen.
Auf diesem Foto gehen wir einfach durch einen Flur unseres Klosters.
Nichts Spektakuläres.
Und trotzdem steckt für mich darin ziemlich viel von dem, was Ordensleben bedeutet.
Denn Prämonstratenser sein heißt nicht, den ganzen Tag fromm durch Kreuzgänge zu schweben. 😉 Auch bei uns gibt es unterschiedliche Meinungen, schlechte Tage, volle Terminkalender und Menschen, die einem manchmal gehörig auf die Nerven gehen können.
Wir sind schließlich keine Heiligen-WG.
Wir sind Menschen.
Aber wir haben uns entschieden, gemeinsam unterwegs zu sein.
Und vielleicht ist genau das heute gar kein schlechter Gedanke für unser aller Leben.
Wir leben in einer Zeit, in der uns ständig gesagt wird: Du musst es schaffen. Du musst stark sein. Du musst deinen Weg gehen.
Aber wer sagt eigentlich, dass wir alles allein schaffen müssen?
Jesus hat seine Jünger auch nicht als Einzelkämpfer losgeschickt.
Vielleicht brauchen wir viel öfter jemanden, der ein Stück neben uns geht.
Nicht unbedingt jemanden, der alle Antworten kennt.
Manchmal reicht einer, der zuhört.
Einer, der mitlacht.
Einer, der widerspricht.
Einer, der merkt, wenn es einem nicht gut geht.
Und manchmal auch einer, der einfach sagt:
„Komm. Wir gehen weiter.“
Genau darin liegt für mich etwas sehr Schönes unseres prämonstratensischen Lebens:
Wir suchen Gott nicht jeder für sich allein.
Wir suchen ihn miteinander.
Und vielleicht begegnet er uns gerade deshalb manchmal dort, wo wir ihn gar nicht vermuten:
in dem Menschen, der gerade neben uns geht.
🙏 Gott, danke für die Menschen, die ein Stück meines Weges mit mir gehen. Lass mich nicht nur danach fragen, wer für mich da ist. Zeig mir heute auch den Menschen, für den vielleicht gerade ich zum Weggefährten werden kann.
Amen.
Denn manche Wege sind zu lang, um sie allein zu gehen. 🤍
Prämonstratenser - gemeinsam unterwegs mit Gott und den Menschen.