Kirche im WDR

Kirche im WDR Tagesbegleiter, Denkanstößer, Sinnstifter, Glaubensstupser: Die Beiträge von Kirche im WDR bringen Fragen des Glaubens aktuell und nah unter die Menschen.

Evangelisch, katholisch, biblisch, theologisch, spirituell - immer christlich!

Auf einmal ging es gestern ganz schnell: Nach vier Wahlgängen war abends klar: Habemus Papam! Wir haben einen neuen Paps...
09/05/2025

Auf einmal ging es gestern ganz schnell: Nach vier Wahlgängen war abends klar: Habemus Papam! Wir haben einen neuen Papst!
Um kurz nach 18 Uhr explodiert mein Handy: Menschen aus aller Welt schreiben auf allen möglichen Kanälen: Nonnen aus den Philippinen, Studienfreunde aus den USA, meine evangelische Kollegin. Mein Bruder schickt ein Foto von meinem kleinen Neffen, 1 Jahr alt, in die Familien-Whatsappgruppe: „Justus‘ erste Papstwahl“. Und ich denke so: Ja, an dem „Wir“ im „Habemus“ ist in diesem Moment was dran. Die Welt scheint ein wenig vereinter unter der lachenden Sonne Roms, auf dem Petersplatz mit all den bunten Fahnen und glücklichen Gesichtern.
Und das an dem Tag, als vor 80 Jahren die weiße Fahne geschwenkt wurde. Als der Krieg vorbei war, als nicht nur Europa in Schutt und Asche lag, nachdem Deutschland die Welt in Brand gesetzt hatte. Von einem „Wir“-Gefühl konnte damals keine Rede sein.
Gestern auf dem Petersplatz: ein großes Wir. Große Freude. Ein Jubel, wie beim Fußball-WM-Sieg, als sich nach über einer Stunde Warten der Vorhang auf dem Balkon des Petersdoms öffnet. Und dann zunächst die Herkunft des neuen Papstes: der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri. Aber einer, der als Augustinermönch zunächst Missionar war in Peru, später dort sogar Bischof. Einer also, der auf der Nordhalbkugel ebenso zu Hause ist, wie auf der Südhalbkugel.
Und dann der Name: Habemus Leonem! Wir haben einen Löwen! Kardinal Robert Francis Prevost nennt sich seit gestern Leo XIV.. Mit Löwen verbinde ich eher Raubtiere, die gerne laut brüllen.
Ganz anders aber dieser Leo, der da auf dem Balkon des Petersdoms steht: Fast schüchtern schaut er. Lächelt gütig. Nervös ist er auch. Kein Wunder: Man wird ja nicht mal eben so Papst.
Umso entschiedener seine ersten Worte: „Der Friede sei mit Euch!“ Und damit zitiert er gleich den Auferstandenen Jesus. Dass er das mit dem Frieden aber nicht als fromme Floskel meint, wird sofort klar. Denn: Kein anderes Wort kommt so oft vor in seiner Ansprache wie dieses: „Ich möchte, dass der Frieden in Eure Herzen einzieht. Und zu allen Völkern vordringt“, sagt er der versammelten Menge auf dem Platz– ja der gesamten Weltöffentlichkeit.
Was für ein Apell – an dem Tag, von dem seit 1945 her hallt: „Nie wieder Krieg!“ Gut gebrüllt, Leo, denke ich mir. Der neue Papst wird noch konkreter: „Ich möchte einen Frieden ohne Waffen, einen bescheidenen Frieden“.
Bescheidenheit aus dem Mund eines US-Amerikaners in führender Position: Vielleicht braucht genau das gerade die Welt. Und auch einen Wunsch wie diesen: „Wir sollten vereint sein, Hand in Hand (….) Helft Euch einander, Brücken zu bauen. Im Dialog. Indem Ihr Euch trefft.“
Ja – das klingt so einfach. Aber darum geht es doch: Dass die Menschheitsfamilie erkennt: Wir gehören zusammen. Wenn es diesem Papst gelingt, Brücken zu bauen: Zwischen Nord und Süd, zwischen rechts und links, zwischen reich und arm: Dann wird er seinem uralten Ehrentitel gerecht: dann ist er ein „Pontifex Maximus“ – ein oberster Brückenbauer.
Und daher möchte ich ihm glauben, wenn er sagt: „Wir können eine synodale Kirche sein. Die stets bemüht ist, den Frieden zu suchen. Die stets barmherzig sein möchte an der Seite derer, die leiden.“
Dass er eine löwenstarke und zugleich friedliebende Stimme in der Welt ist. Und ein guter Hirte für meine, die katholische Kirche. Das wünsche ich mir und dafür wünsche ich ihm jetzt erstmal: Gottes Segen.
Aus Köln grüßt: Klaus Nelißen

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„Selbst der strengste Winter hat Angst vor dem Frühling“ – heißt ein Sprichwort in Finnland. Ja, zum Glück. Denn der Frü...
23/03/2025

„Selbst der strengste Winter hat Angst vor dem Frühling“ – heißt ein Sprichwort in Finnland. Ja, zum Glück. Denn der Frühling lässt sich nicht aufhalten. In den grauen Tagen des Winters sehne ich ihn herbei…und auf einmal gibt es diesen Moment: Da trete ich vor die Tür und weiß: Jetzt ist er da. Ich rieche ihn, ich schmecke ihn. Er liegt in der Luft. Niemand wird ihn mehr aufhalten...

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23/03/2025

Die Uhr tickt. Oder anders gesagt: Wir altern. Vom ersten Schrei unseres Lebens bis zum allerletzten Atemzug. Jeden Tag ein kleines bisschen mehr...

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22/03/2025

Meine Freundin schiebt mir eine Zeitungsannonce unter die Nase. „Kannst du dich noch an sie erinnern?“ Auf der Todesanzeige les` ich den Namen meiner ehemaligen Ballettlehrerin. Ein halbes Jahrhundert ist das her… Sofort ploppen Bilder aus meiner Kindheit auf...

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Ich habe ein paar Minuten Zeit und schnappe mir mein Handy. YouTube vertreibt mir die Wartezeit. Katzenvideo. Katzenvide...
22/03/2025

Ich habe ein paar Minuten Zeit und schnappe mir mein Handy. YouTube vertreibt mir die Wartezeit. Katzenvideo. Katzenvideo. Kurzes Handwerker-Tutorial. Katzenvideo. Ich liebe Katzenvideos. Dann eine kleine Szene: Ein Mann und eine Frau stehen vor einem wunderbar erleuchteten Haus. Sehr liebevoll dekoriert. Es strahlt, glitzert und leuchtet. Dazu die Stimme eines Kommentators: In Germany we don’t say: „Ach sieht das aber super aus!“ In Germany we say: „Also die Stromrechnung möchte ich aber nicht haben!“

Ich bin auf dem Kanal von Liam Carpenter gelandet. Ein Brite, der gemeinsam mit seiner deutschen Frau die Eigenheiten der Deutschen auf die Schippe nimmt...

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Kennt Ihr schon unseren Podcast "Ansprechbar"? In der aktuellen Episode nehmen uns Jane und Michael mit in ihr Leben als...
21/03/2025

Kennt Ihr schon unseren Podcast "Ansprechbar"? In der aktuellen Episode nehmen uns Jane und Michael mit in ihr Leben als Eltern ihres schwerstmehrfachbehinderten Sohnes, Kai. Mit einer unfassbaren Liebe erzählen sie von den Herausforderungen, die ihren Alltag bestimmen, und den besonderen Momenten, die ihr Leben reich machen.
Kai lebt mit einem seltenen Gendefekt (KCNQ2). Schon bald nach seiner Geburt stellt die Diagnose die Welt von Jane und Michael auf den Kopf.

Im Gespräch mit Samuel Koch erzählen die Eltern von der Kraft der Gemeinschaft: Wie das Kinderhospiz „Sterntaler“ in Mannheim ihnen immer wieder eine wertvolle Auszeit und ganz besondere Erlebnisse schenkt. Jane und Michael teilen darüber hinaus ihre Erfahrungen als Paar, wie sie sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam durch Höhen und Tiefen gehen. Sie geben ehrliche Einblicke in die Herausforderungen und erzählen von der Freude, die sie mit Kai erleben.
Bei www.ansprech.bar reflektieren die Eltern auch über den Weg der Akzeptanz und der Trauer. Sie zeigen, wie wichtig es ist, im Moment zu leben und die kleinen Glücksmomente zu schätzen: Von einem unvergesslichen Segelflieger-Tag bis hin zum Tanzen im Regen vor der eigenen Haustür.
So ist diese Episode nicht nur eine Geschichte über Herausforderungen und Kämpfe, sondern auch eine Feier des Lebens und der Liebe. Jane und Michael zeigen, dass trotz aller Widrigkeiten das Leben voller schöner Momente steckt, die es wert sind, gelebt zu werden.
Seid dabei und lasst euch inspirieren von Jane und Michael, die beide alles geben – füreinander und für ihr Kind.
Überall, wo es Podcasts gibt und bei https://ansprech.bar

Wer möchte schon in einer Straße wohnen, die „Die finstere Gasse“ heißt: In der „Finsteren Gasse“ zu wohnen ist aber gar...
21/03/2025

Wer möchte schon in einer Straße wohnen, die „Die finstere Gasse“ heißt: In der „Finsteren Gasse“ zu wohnen ist aber gar nicht so dunkel wie es klingt. Dank modernerer Fenster in den Gebäuden. Aber von vorn. Wir schreiben das Jahr 1516. In der Altstadt von Augsburg wird die Fuggerei gebaut...

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Ich sitze beim Arzt. Im Wartezimmer. Und mir ist langweilig. Also sitze ich einfach da. Und starre. Auf die Wand gegenüb...
21/03/2025

Ich sitze beim Arzt. Im Wartezimmer. Und mir ist langweilig. Also sitze ich einfach da. Und starre. Auf die Wand gegenüber, eine braune, unregelmäßige Backsteinwand. Und wie ich da so starre, sehe ich dort plötzlich kleine Figuren. Gesichter. Große, kleine. Besser gesagt: Ich meine, sie zu sehen. Denn natürlich sind sie nicht wirklich da. Eine optische Täuschung. Eine Art Fehlschaltung im Gehirn. Manchmal stellt der Kopf Zusammenhänge her, die gar nicht da sind. Und man erkennt Dinge, wo es eigentlich gar nichts zu erkennen gibt. Dann sieht man Schäfchen in den Wolken. Oder Gesichter auf einer Backsteinwand...

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Der Zeiger der großen Uhr in der Schwimmhalle springt gerade auf 7.30 Uhr. Ich fröstle etwas. Während ich mich langsam a...
20/03/2025

Der Zeiger der großen Uhr in der Schwimmhalle springt gerade auf 7.30 Uhr. Ich fröstle etwas. Während ich mich langsam an die Wassertemperatur gewöhne und dabei Ausschau halte, welche Bahn noch am wenigsten belegt ist, spricht mich unvermittelt eine Frauenstimme an:
„Sehen Sie mal. Da drüben, die Dame! Sie ist mein großes Vorbild“, sagt eine Frau, während sie sich mit einer Hand am Beckenrand festhält und mit der anderen weiter im Wasser rudert. Vielsagend blickt sie in Richtung Eingang...

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Im Sommer waren wir im Disneyland. Paris. Da wollten wir immer schon mal hin. Die Kinder natürlich, vor allem. Ich aber ...
20/03/2025

Im Sommer waren wir im Disneyland. Paris. Da wollten wir immer schon mal hin. Die Kinder natürlich, vor allem. Ich aber auch, wenn ich ehrlich bin. Ich bin ein großer Fan von Balu, dem Bären aus dem Dschungelbuch. Meine Frau meint, das sieht man auch. Egal. Nach fünf Stunden Fahrt kommen wir also dort an. Aber zunächst nicht bei Mickymaus und Pluto. Stattdessen stehen wir Schlange vor einem riesigen Security-Check...

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Sie sind begabt, höchst diszipliniert und wissen in Sekundenschnelle, worauf es ankommt – die Dolmetscherinnen. Und ich ...
19/03/2025

Sie sind begabt, höchst diszipliniert und wissen in Sekundenschnelle, worauf es ankommt – die Dolmetscherinnen. Und ich meine nicht die Übersetzungsprogramme der künstlichen Intelligenz, also ich meine wirklich die aus echtem Fleisch und Blut. Ich treffe eine sehr erfahrene Dolmetscherin. Sie hat ihr Leben lang an unzähligen Konferenzen und Fachtagungen teilgenommen und erzählt mir: “Wenn alles optimal läuft, dann fühlt sich das Dolmetschen wie ein Tanz an...

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Wenn’s mir richtig mies geht, dann helfen nur noch Hühnersuppe nach Omas Rezept oder Mac & Cheese – Käse-Makkaroni – und...
19/03/2025

Wenn’s mir richtig mies geht, dann helfen nur noch Hühnersuppe nach Omas Rezept oder Mac & Cheese – Käse-Makkaroni – und wenn’s ganz dicke kommt: Linsensuppe mit Mettwurst. Soul food eben. Jedenfalls für mich.

Soul food – Nahrung für die Seele – kommt als Begriff aus dem afroamerikanischen Kulturraum und bezeichnet ein einfaches Essen, dass mit Liebe zubereitet nicht nur satt macht und von innen wärmt, sondern einem auch das Gefühl gibt: alles wird gut. Und ja, was sagt deutlicher ‚alles wird gut‘, als ein selbstgebackener Käsekuchen? ...

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