17/07/2026
Unter Deck ⚓️
Mein Vater war Seemann und fuhr auf den großen Pötten 🚢. Deshalb bin ich auf Schiffsplanken groß geworden. Als Jugendlicher absolvierte ich ein Praktikum bei Hapag-Lloyd. Mein Berufswunsch stand fest: Ich wollte auf die Brücke. Dort wurde navigiert, entschieden und der Kurs festgelegt 🧭.
Doch dann sagte der Chefingenieur im Maschinenraum zu mir: „Die Brücke ist das Gehirn des Schiffes, die Maschine sein Herz. Da kann der Kapitän hundertmal ›Leinen los!‹ rufen – solange aus dem Maschinenraum kein ›Maschine klar!‹ kommt, bleibt das Schiff am Kai.“
Ist das nicht auch ein Bild für unser Leben? Wir wären gern auf der Brücke, hätten gern den Überblick und die Seekarte selbst in der Hand. Doch die meisten von uns leben eher unter Deck: dort, wo Kinder versorgt 👨👩👧, Kranke gepflegt 🤝, Regale eingeräumt, Akten bearbeitet oder Häuser gebaut werden 🏠. Dort, wo Menschen oft wenig gesehen werden und doch unverzichtbar sind.
Der Maschinist musste nicht wissen, wo das Schiff morgen anlegt. Seine Aufgabe war es, auf die Signale von der Brücke zu achten und seinen Dienst zuverlässig zu tun. Gerade bei Nebel 🌫️ und schwerem Seegang 🌊 kam es darauf an, dass jeder seinem Platz vertraute.
Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“
(Johannes 16,33) ✝️
Jesus verspricht keine ruhige See. Aber er verspricht, dass wir ihm vertrauen dürfen 🙏. Er kennt den Kurs, auch wenn wir ihn nicht erkennen.
Ich muss nicht auf der Brücke stehen. Es genügt, dem Kapitän zu vertrauen – und den Platz auszufüllen, an den Gott mich gestellt hat. ⚓️
Herzlich
Ihr Pastor Jan-Peter Graap, Hipstedt