Kirche im Leipziger Land

Kirche im Leipziger Land Wir, das sind gut 30.000 evangelisch-lutherische Christen zwischen Thallwitz (Nord) und Lunzenau (Süd) und zwischen Pegau (West) und Mutzschen (Ost).

Kirche im Leipziger Land, das bedeutet: Viele Kirchen (174 ganz genau), eine schöne als die andere; aktive Kirchgemeinden (64 an der Zahl), in denen Hauptamtliche, Nebenamtliche und vor allem Ehrenamtliche den christlichen Glauben in unserer Zeit leben und dazu einladen wollen; Einrichtungen der Diakonie und anderer Partner, die auf ihre Art vom Glauben an Jesus Christus erzählen; Dörfer und Städt

e, die an vielen Stellen eine reiche Tradition verkörpern, aber besonders im Bornaer Revier auch Landschaft und Gesellschaft im Wandel. Wir freuen uns, dass Du dich für uns interessierst. Schau rein, oder – noch besser – mache mit bei der Kirche im Leipziger Land!

10/05/2026

Manche Menschen gehen, ohne dass jemand zurückbleibt, der Abschied nehmen kann.
Umso wichtiger ist es, ihnen einen würdevollen Moment des Gedenkens zu schenken.

Die Stadt Borna lädt gemeinsam mit der Ev.-Luth. Emmauskirchgemeinde Bornaer Land und der kath. Gemeinde St. Joseph am 19. Juni 2026 um 18:00 Uhr in die Kapelle des Parkfriedhofs Borna zur zweiten Gedenkfeier für Verstorbene ohne Angehörige ein.

In diesem Jahr wird der Gedenkbaum vom Ambulanten Hospizdienst der Caritas Leipzig gespendet.

Alle sind herzlich willkommen. 🕯️

Wer es verpasst hat - am 18.9. folgt die nächste Wohnzimmerkirche.
10/05/2026

Wer es verpasst hat - am 18.9. folgt die nächste Wohnzimmerkirche.

Wo du hingehst, will ich hingehen! Zu wem würden Sie das sagen? Zu Ihrem Partner oder zu Ihrer besten Freundin? In der B...
09/05/2026

Wo du hingehst, will ich hingehen!
Zu wem würden Sie das sagen? Zu Ihrem Partner oder zu Ihrer besten Freundin? In der Bibel fällt dieser Satz zwischen zwei Frauen: Rut und Noomi.
Ihre Geschichte steht zum Muttertag im Zentrum zahlreicher evangelischer Frauentreffen in Sachsen und soll Frauen Mut machen, sich einander in ihrer Unterschiedlichkeit anzuvertrauen.
In einer Welt, die oft von männlichen Machtstrukturen und ökonomischen Abhängigkeiten geprägt ist, entwerfen Rut und Noomi ein Gegenmodell: eine weibliche Wahlfamilie, die auf unerschütterlicher Solidarität basiert. Die beiden Frauen entscheiden sich füreinander. Noomi, durch den Verlust ihres Mannes und ihrer Söhne ihrer sozialen Absicherung beraubt, steht vor dem Nichts. Doch statt in der Isolation zu verharren, entsteht zwischen ihr und ihrer Schwiegertochter Rut eine Allianz, die Überlebensräume schafft. Rut kehrt nach dem Tod ihres Mannes nicht ins eigene Elternhaus zurück und bleibt an der Seite ihrer Schwiegermutter, geht sogar mit Noomi in deren alte Heimat und wird damit zur Fremden.
Beide nutzen Ihre Fähigkeiten, um ihr Überleben zu sichern. Während Rut die harte körperliche Arbeit des Ährenlesens übernimmt, um die akute Not zu lindern, nutzt Noomi ihr strategisches Wissen über das soziale System, um für beide eine langfristige Sicherheit zu erwirken. Es ist ein Zusammenspiel von jugendlicher Kraft und altersweiser Strategie, die den beiden neue Perspektiven eröffnet.
Diese Geschichte erinnert uns daran, dass Fürsorge, der Zusammenhalt verschiedener Generationen und Integration keine privaten Themen sind, sondern das Fundament einer funktionierenden Gesellschaft. Die Erzählung der beiden Frauen, die so unterschiedlich sind und die sich trotzdem vertrauen und füreinander einstehen, vermittelt uns damit eine zeitlose Botschaft: Es kommt nicht darauf an, welches Geschlecht wir haben, wie alt wir sind, wo wir herkommen oder wieviel Geld wir haben. Was wirklich zählt, ist, dass wir uns so verhalten, dass alle in Würde leben können.
Luise Müller - Referentin und theologische Mitarbeiterin in der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Fester Halt in unsicherer Zeit„Meine Herren, es wackelt alles!“ Mit diesen Worten soll der berühmte Theologe Ernst Troel...
03/05/2026

Fester Halt in unsicherer Zeit
„Meine Herren, es wackelt alles!“ Mit diesen Worten soll der berühmte Theologe Ernst Troeltsch 1896 seinen ersten akademischen Vortrag begonnen haben.
Wir leben in einer Welt, die immer wieder wackelt. Zuletzt haben wir es am 14. April um 18.22 Uhr und 31 Sekunden im Leipziger Raum gespürt. Die Erde rund 25 Kilometer südlich von Leipzig zwischen Neukieritzsch und Groitzsch hat mit einer Magnitude von 3,2 gewackelt. Ich selbst habe es nicht gespürt. Vermutlich waren wir Kirchgemeindevertreter während einer Sitzung in Greifenhain zu sehr im Gespräch vertieft.
Und doch spüre ich immer wieder diese Erfahrung: Es wackelt alles. Alles, was vorher als sicher und fest schien, ist im Fluss. Unsicherheit und Angst breiten sich aus. Krisen prägen unsere Gegenwart.
Auch der Psalm 75 spricht von einer solchen Welt: „Die Erde mag wanken und alle, die darauf wohnen, aber ich halte ihre Säulen fest.“ (Psalm 75,4) Damals war die Vorstellung von einer Erde auf Säulen geprägt. Unser naturwissenschaftliches Weltbild ist ein anderes, aber es ist dieselbe Wahrheit, die uns auch heute noch Halt geben kann: Dass Gott unsere Welt in seiner Hand hält. So singe ich gern bei Kindtaufen den Gospelsong: Er hält die ganze Welt – in der Hand. Er hält auch dich und mich. Er hält auch das kleine Kind in der Hand usw…
Mich trösten diese Worte: Gott hält die Welt in seiner Hand. Es wird regiert.
Und weil Gott regiert, gibt es auch immer wieder Überraschungen und Wendungen zum Guten. Oder hätten Sie tatsächlich geglaubt, dass in Ungarn nach 16 Jahren im Amt Victor Orban in einer demokratischen Wahl abgewählt werden kann?
„Meine Herren, es wackelt alles!“ Damit kommentierte der Theologe Ernst Tröltsch die Krise der traditionellen Theologie. Er beschrieb die radikalen Auswirkungen des historisch-kritischen Denkens auf den überlieferten Glauben. Gott sei es gedankt, dass der Mensch sich 130 Jahre später weiterhin auf die Zusagen der Heiligen Schrift verlassen kann. Eine der Zusagen ist: Gott hält die Erde fest in seiner Hand. Diese Verheißung geben mir Sicherheit in diesen schwankenden Zeiten.
Pfarrer Michael Tetzner im Kirchspiel

Neu anfangen Es gibt Dinge im Leben, die werden mit den Jahren besser: guter Wein und manche Freundschaft. Andere Dinge ...
25/04/2026

Neu anfangen
Es gibt Dinge im Leben, die werden mit den Jahren besser: guter Wein und manche Freundschaft. Andere Dinge dagegen eher nicht: die Knie-Gelenke, oder die Schreibtisch-Schublade, in die man „nur kurz etwas hineinlegt“, die dann überquellt.
Viele Menschen tragen innerlich solche überfüllten Schubladen mit sich herum: alte Enttäuschungen, Schuldgefühle, Streit, Sorgen oder schlechte Erfahrungen. Manches wird weggedrückt, zugeschoben, verdrängt. Doch irgendwann merkt man: Es klemmt.
Genau da hinein spricht der Apostel Paulus diesen wunderbaren Satz: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Korinther 5,17)
Das heißt: Gott ist nicht nur ein Zuschauer unseres Lebens. Er ist keiner, der sagt: „Nun sieh zu, wie du klarkommst.“ Sondern einer, der sagt: „Lass mich ran. Lass uns aufräumen! Ich kann Neues schaffen.“
Gott kann Menschen verändern – von innen her.
Er schenkt neue Gedanken, neue Kraft, neue Liebe, neue Hoffnung. Manchmal leise und Schritt für Schritt. Manchmal überraschend schnell. Aber immer mit Geduld.
Da steht ein altes Fahrrad im Schuppen. Reifen platt, Kette rostig, Licht kaputt. Eigentlich ein Fall für den Sperrmüll. Doch jemand nimmt sich Zeit: besorgt neue Schläuche, pumpt die Räder auf, ölt die Kette, zieht Schrauben fest, repariert das Licht – und plötzlich fährt es wieder.
So handelt Gott. Er sieht in uns nicht den müden Versager. Er sieht die Möglichkeiten. Er sieht Wert. Er sieht Zukunft. Wer von Gottes Güte berührt wird, erlebt manchmal erstaunliche Veränderungen: Ein harter Mensch wird weichherziger. Ein ängstlicher Mensch gewinnt Mut. Ein Bitterer lernt wieder danken. Einer, der sich aufgegeben hatte, steht neu auf.
Auch Christen bleiben Menschen mit Macken. Auch ein erneuertes Herz muss noch lernen. Gott arbeitet weiter an uns.
Darum dürfen wir hoffnungsvoll leben. Nicht nach dem Motto: „So bin ich eben.“ Sondern: „So war ich vielleicht einmal.“
Vielleicht gibt es in Ihrem Leben etwas, das festgefahren scheint. Eine Beziehung. Eine Gewohnheit. Eine Sorge. Eine alte Verletzung. Dann nehmen Sie diesen Bibelvers heute persönlich: Neues ist möglich. Nicht, weil wir so stark sind. Sondern weil Gott so gütig ist.
Manchmal beginnt das Neue ganz klein: mit einem Gebet, einem ehrlichen Wort, einem ersten Schritt oder einem neuen Blick auf den Tag.

Johannes Möller, Syhra
Pfarrer im Kirchspiel Geithain-Frohburg-Lunzenau

Stiller FreundFamilienosterfreizeit 2026. Knapp 40 große und kleine Menschen sind miteinander unterwegs, machen Ausflüge...
18/04/2026

Stiller Freund

Familienosterfreizeit 2026. Knapp 40 große und kleine Menschen sind miteinander unterwegs, machen Ausflüge, teilen Zeit und Glaubenserfahrungen. Ein beliebtes Spiel ist das des stillen Freundes. Zu Beginn zieht jeder ein Los mit einem Namen aus der Gruppe. Über die Tage hinweg soll man dieser Person heimlich etwas Gutes tun, ein stiller Freund oder eine stille Freundin sein. Ziehe ich jemanden, den ich gut kenne, ein Familienmitglied, die jüngste, dreijährige Teilnehmerin oder eine fast noch fremde Person? Alles ist möglich. Manchen fällt es leicht, Kontakt aufzunehmen, für andere ist es eine Herausforderung. Ich muss mich einlassen auf mein Gegenüber und es bewusst wahrnehmen. Was könnte der andere gerade brauchen, was würde ihr guttun? So geraten Menschen in meinen Fokus, die ich sonst gar nicht beachtet hätte, aus Bequemlichkeit oder Vorsicht. Es kostet etwas Überwindung, Kreativität und Einfühlungsvermögen.

Kleinigkeiten über die Tage verteilt – sie verändern etwas. Sie geben mir das Gefühl, gesehen und umsorgt zu werden. Plötzlich liegen kleine Blümchen vor Zimmertüren, werden Spiele mit den Kleinsten gespielt, Komplimente verteilt, unerwartete Gespräche geführt, ein Zettel mit „Schön, dass es dich gibt“ auf den Teller geschmuggelt, ein erkranktes Kind ins eigene Gebet eingeschlossen oder das letzte Dessert für den anderen gerettet. Überall sind stille Freundinnen und Freunde am Werk. Es tut gut, für andere da zu sein und zu erfahren, dass sich jemand um mich Gedanken macht. Wir Christen leben im Vertrauen, dass Gott uns sieht, mit unserer Freude und unseren Problemen. Egal, was im Leben und darüber hinaus passiert, wie menschenverlassen wir uns fühlen, wir können nicht gottverlassen sein. Gott bleibt. Weil er uns Menschen liebt. Lasst uns etwas von dieser Liebe in die Welt hinaustragen. Probieren Sie es aus! Vor der Abreise wird das Geheimnis gelüftet: Ich war dein stiller Freund! Der Siebenjährige strahlt übers ganze Gesicht: Das habe ich gemerkt.

Pfarrerin Elisabeth Fichtner aus

Welch ein Chor! Wir haben uns sehr gefreut, die St. Marienkirche mit so vielen Stimmen füllen zu können!
13/04/2026

Welch ein Chor! Wir haben uns sehr gefreut, die St. Marienkirche mit so vielen Stimmen füllen zu können!

Gemeinsam singen, gemeinsam feiern: In Borna wurde das 775-jährige Stadtjubiläum mit einem großen Chortreffen eröffnet. In der St. Marienkirche präsentierten...

Eine Predigt zum heutigen Karfreitag-Gottesdienst aus der Friedhofskirche Grimma gibt es hier zum Nachhören.
03/04/2026

Eine Predigt zum heutigen Karfreitag-Gottesdienst aus der Friedhofskirche Grimma gibt es hier zum Nachhören.

Zum Karfreitag hören wir eine Predigt aus der Friedhofskirche Grimma von Pfr. Torsten Merkel.Kommt gern zu den Veranstaltungen der kommenden Tage. Informatio...

02/04/2026

🌷✝️ Ostern im Kirchenbezirk
Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten und musikalischen Angeboten rund um die Ostern!
Superintendent Dr. Jochen Kinder lädt alle herzlich ein, die besonderen Tage gemeinsam zu erleben – mit Musik, Besinnung und Begegnung.
Ob festlicher Gottesdienst, musikalische Andacht oder ein stiller Moment der Einkehr – Ostern bietet viele Möglichkeiten, innezuhalten und neue Kraft zu schöpfen.
🙏 Seien Sie dabei – wir freuen uns auf Sie!

Brot des LebensWas bedeutet Brot für Sie? Ein Grundnahrungsmittel des Alltags? Oder mehr?In einer anrührenden Geschichte...
02/04/2026

Brot des Lebens
Was bedeutet Brot für Sie? Ein Grundnahrungsmittel des Alltags? Oder mehr?
In einer anrührenden Geschichte wird davon erzählt, welche Bedeutung Brot bekommen kann:
Als ihr Vater, ein bekannter Arzt, stirbt, lösen die Kinder seinen Haushalt auf. Im Arbeitszimmer findet sich in einem Schrank ein steinhartes, vertrocknetes Brot. Die Kinder können sich keinen Reim darauf machen. Aber die alte Haushälterin kennt die Geschichte des Brotes. Kurz nach dem Krieg wurde der Vater richtig krank. Alle rechneten mit seinem Tod. Da brachte ihm ein Freund ein halbes Brot. „Ich sterbe sowieso“, sagte der Vater und verschenkte das Brot an die Nachbarsfamilie. Aber die wollte das wertvolle Brot auch nicht für sich behalten. Da war doch die alte Frau, oben im Dachgeschoss. Die hatte Hunger. Die sollte das Brot haben. Doch auch die alte Frau reichte das Brot weiter – an ihre Tochter. Die lebte mit ihren Kindern in der Nähe und auch sie hatten in der Nachkriegszeit nichts zu essen. Aber die Tochter kannte den sterbenskranken Arzt. Er hatte ihrem Kind geholfen, als es selbst todkrank war. Der, da war sie sich sicher, brauchte das Brot am dringendsten. Und so trug sie das Brot wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Haushälterin erinnert sich: „Es war unser Brot. Unten drunter klebte noch das Schild vom Bäcker.“
Von dem Brot, das der altgewordene Arzt aufbewahrt hatte, hat niemand gegessen. Und doch wurde es zum Brot des Lebens. Weil die Menschen, die dieses wertvolle Geschenk bekamen, nicht zuerst an sich selbst dachten.
In den Gottesdiensten heute Abend zum Gründonnerstag werden wir gemeinsam Brot essen. Dieses Brot steht für Jesus Christus. Sein ganzes Leben steht dafür, für andere da zu sein. Ja, sogar das eigene Leben zu geben. Wenn wir das Brot essen, hören wir dabei die Worte von Jesus: das ist für dich. Du bedeutest mir so viel, dass ich für dich alles einsetze, was ich habe. Das Brot wird so zum Brot des Lebens. Nicht nur für uns, sondern auch für die, für die wir dann ganz da sein können.
So bringt es auch die Haushälterin am Ende der Geschichte vom halben Brot auf den Punkt: „Für euren Vater war das Brot heilig, kostbar. Weil es von der Hoffnung erzählt. Der Hoffnung, dass es Menschen gibt, die füreinander da sind. Es war für euren Vater ein Brot voller Hoffnung. Deswegen hat er es nie angerührt.“

Jochen Kinder, Superintendent im Kirchenbezirk Leipziger Land

Die Rede von der KriseNach der Ansicht von Medien und Politikern folgt eine Krise auf der anderen. Die derzeitige Krise ...
28/03/2026

Die Rede von der Krise
Nach der Ansicht von Medien und Politikern folgt eine Krise auf der anderen. Die derzeitige Krise ist natürlich zumeist schlimmer als die vorhergehenden. Die Menschen, die Medien konsumieren, lesen lieber etwas über Krisen als über positive Erfahrungen mit dem Wohlstand. So heißt es: „Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.“ Politiker meinen die anderen politischen Strömungen immer schlecht reden zu müssen, um den Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Ist aber jemand deshalb gut, weil die anderen schlecht sind? Real gesehen, geht es den Menschen in Deutschland so gut wie noch nie.
Auch in der Bibel ist oft von Krisen die Rede. Schon in der Schöpfungsgeschichte wird für das Essen am Baum der Erkenntnis der Tod angekündigt. Jedoch kommt nach dem sogenannten Sündenfall nicht der plötzliche Tod, sondern das befristete Leben. Daraus entwickelt sich die Kulturgeschichte des Menschen mit ihren Erfolgen und Abgründen.
Die Propheten wettern über das Volk, das nur seinen egoistischen Interessen nachgeht, und drohen ihm schwerste Katastrophen bis zur Vernichtung an. Es kommt dann das babylonische Exil, das zweifellos als existenzielle und religiöse Krise von elementarer Art erlebt wurde. Andererseits wurden in jener Zeit insbesondere bei dem Propheten Jesaja Visionen von einem Gottesknecht entwickelt, die später für die Deutung des Christusgeschehens äußerst wichtig werden.
Die aktuelle Rede von der Krise scheint vor allem wirtschaftliche und politische Interessen zu verfolgen. Dann kommen zumeist Vorschläge, die der eigenen Lobbygruppe nutzen und keinesfalls das ganze Volk, Europa oder gar unseren Globus in den Blick nehmen. Je schlimmer die Krise geredet wird, desto mehr scheint man sich das Recht herausnehmen zu wollen, demokratische Strukturen als zu umständlich zu verunglimpfen. Wenn demokratische Strukturen zerbrechen, dann werden auch Freiheit und Wohlstand zerbrechen.
In der Bibel kommt das Wort Krise nicht vor. Es wird unter dem Bösen mit verstanden. So sei hier ein Wort des Apostel Paulus entsprechend frei wiedergegeben: „Lass dich nicht von der Krise verrückt machen, sondern überwinde die Krise mit Gutem.“ (Römer 12, 21)

Dr. Reinhard Junghans
Pfarrer i. R. in Borna

Adresse

Ev./Luth. Kirchenbezirk Leipziger Land Martin-Luther-Platz 4
Borna
04552

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