31/01/2022
„Deine Sprache verrät dich!“ So heißt es in der Passionsgeschichte des Matthäusevangeliums (Matthäus 26,73), als Petrus im Hof des Statthalters zunächst unerkannt und aus scheinbar sicherer Distanz das weitere Schicksal seines kurz zuvor verhafteten Freundes und Lehrers verfolgt. Mit seinem Versuch, einerseits nicht ganz wegzulaufen, andererseits aber auch nicht selbst involviert zu werden, scheitert Petrus krachend. Es ist – Ironie des Schicksals – eine Frau, die ihn als Anhänger des verhafteten Nazareners identifiziert und zur erneuten Verleugnung als verzweifeltes Mittel der Tarnung greifen lässt.
„Deine Sprache verrät dich.“ Sprache ist verräterisch, Sprache entlarvt. Denn Sprache ist Spiegel innerer Haltungen und Werte. Und: Sprache schafft Realität (Ähnliches kann für Bilder gelten).
Zu den dringend notwendigen Konsequenzen aus den Ereignissen der vergangenen Woche gehört deshalb auch eine geschärfte Sensibilität für Rhetorik und (Bilder-)Sprache. Wenn die Erschütterung über die geschehenen Verbrechen ernst gemeint ist, wenn die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme und der Wille zu nachhaltigem, die Würde der Betroffenen in den Mittelpunkt stellendem Handeln ernsthaft besteht, muss sich all dies auch in Sprache und Reden der Verantwortungsträger widerspiegeln.
Oder: „Deine Sprache verrät dich!“ (Mt 26,73) Das Entsetzen und die Erschütterung von Verantwortungsträgern und Verantwortlichen über die Dimension des Missbrauchs in der Kirche, über gezieltes Übe…