Der Altenburger Prinzenraub ist ein jährliches Theaterfestival auf dem Schloss Altenburg sowie eine Version als Straßentheater. Die Entführung der Prinzen Ernst und Albrecht durch Kunz von Kauffungen anno 1455 ist aus der Geschichte Altenburgs nicht mehr wegzudenken. Juli 2003 gründete sich der Förderverein Altenburger Prinzenraub e.V. (jetzt Traditionsverein) mit dem Ziel, die Aktivitäten in Vorb
ereitung des Jubiläums „550 Jahre Sächsischer Prinzenraub zu Altenburg“ im Jahr 2005 zu unterstützen. Besonderes Anliegen dabei war die Gewinnung, Ausbildung und Betreuung der ca. 200 ehrenamtlichen Laiendarsteller für die von der Stadt Altenburg 2005 bis 2011 durchgeführten Prinzenraub Festspiele. Durch die Gestaltung eines vielfältigen und interessanten Vereinslebens hat sich in den Jahren seit der Gründung eine richtige „Prinzenräuberfamilie“ gebildet, die auch nach dem Aus der Festspiele im Jahr 2012 nicht aufgegeben, sondern sich neue Ziele gesucht und neue Herausforderungen geschaffen hat. So engagieren wir uns heute in zwei Schauspielprojekten: „Prinzenraub OnTour“ und das Prinzenraub-Freilicht-Spektakel. Die Tradition setzt sich fort und Altenburg glänzt wieder mit einem Highlight auf dem Schloss. Kunz & Morta
— Der Prinzenraub von Altenburg —
von Christian Weber
Der Tod ist einsam und macht sich auf, einen Begleiter für sich zu suchen. Dafür wandelt er sein Erscheinungsbild in das, wie ihn einst die alten Römer gesehen haben, als Schicksalsgöttin Morta. Mit schönem, jugendlichen Aussehen besucht der Tod, der fortan nur noch Morta genannt wird
Kunz von Kauffungen, einem Junker und freien Kämpfer, an dem sie Gefallen findet. Ihr Angebot, eintausend Jahre Ruhm und Ehre, wenn Kunz für diese Zeitspanne bei ihr bleibt, klingt verlockend. Kunz ist ein Mann, der Lorbeer und Ehre allen voran stellt und den Krieg sucht, um zu bestehen. Doch ist er kein Gnadenloser, sondern ein Kämpfer mit Herz und Prinzipien. Er denkt über Mortas Angebot nach…
Kunz ist zunächst am Hofe Friedrichs als Vogt angestellt und die Prinzen mögen ihn sehr. Als es zwischen dem Kurfürsten und dessen Bruder zum Kriege kommt, zieht Kunz auf Friedrichs Seite in die Schlacht. Der Kampf um die Stadt Gera bildet den Höhepunkt der Kampfhandlungen. Doch Kunz gerät in Böhmische Gefangenschaft und kann sich nur mit erheblichen Geldmitteln freikaufen. Als es schließlich zum Friedensvertrag zwischen den Wettiner Brüdern kommt, ist es Kunz, der erneut verliert. Denn er muss sein, einst von Friedrich überlassenes Gut Schweikershain, auf dem er und die Seinen mittlerweile leben, wieder abgeben. Als Kunz klagen und an die Rechtschaffenheit und Ehre Friedrichs appellieren will, wird bald klar, dass der Kurfürst kein Interesse an Ehrbarkeit oder Kunz Situation hat. Mehr noch, Friedrich erniedrigt ihn vor den Augen des ganzen Hofes derart, dass dieser Rache schwört. Morta erneuert ihr Angebot. Für Kunz, nun zum richtigen Zeitpunkt. Er willigt ein, da er die Hilfe des Todes nur zu gern gegen Friedrich in Anspruch nehmen will…
Als Entführer wider Willen schleicht er mit seinen Komparsen spät abends zum Altenburger Schloss. Er will die Prinzen mitnehmen, welche zu Kunz Erstaunen sogar begeistert darüber sind. Denn auch sie leiden unter Friedrich, dem sie nur zu gern eins auswischen wollen. Darüber hinaus ist Kunz ihr Freund und sie wollen ihm helfen…
4 Aufführungen am 7., 8. und 9. Juli 2022 im Agnesgarten, Schloss Altenburg/Thüringen
Regie: Christiane Müller
Leitung Organisation: Eva Pommer
Souffleuse: Brigitte Baumgärtel
Tanzchoreografie: Tanzraum Altenburg, Anja Losse
Finanzen / Abendkasse: Kerstin Hartmann
Licht- und Tontechnik: Holger Hainich (vdl), Andy Drabek
Toneinspielung / Film- und Fotoaufnahmen: Andy Drabek
Kostüme: Heidi Widike, Silke Leu, Margit Hahn
Bühnenbild: Waldemar Beutler
Maske: Yvonne Ammer
Helfer: Bärbel Burigk, Melanie Hiller, Thomas Jäschke, Birgit Klaubert, Imke Köhler, Ute Rüdiger, Heike Saro, Eiko Scharf, Christiane Schirmer, Thomas Spangler, Thomas Weise
Grafik + Design: Gesamtkunstwerk 4, Andy Drabek
Catering: Event- & Cateringservice Thomas Schäfer Flöha, Mobiles Spielecafé
Vorprogramm:
Mobiles Spielecafé
Puppenspielerin: Antje Glanz
Münzprägung: Claus Gleitsmann
Falkner: Klaus Schulze
Hofnarr: Karl Heymann
Zauberer: Lothar Roß
Herold: Uwe Widike