20/02/2026
🌾 Brachzeiten – Warum Stillstand fruchtbar sein kann
P. Josef Wonisch, ehemaliger Provinzial der Salvatorianer, teilt sehr persönliche Gedanken über seine „Brachzeiten“ – jene Zeiten im Leben, in denen scheinbar nichts wächst und doch Entscheidendes geschieht.
In der Landwirtschaft bedeutet Brache: Der Boden ruht, um neue Kraft zu schöpfen und wieder fruchtbar zu werden. 🌱
In unserer Welt hingegen zählt meist nur das ununterbrochene Wachstum. Alles soll funktionieren – Maschinen wie Menschen.
Doch das Leben folgt einer anderen Logik:
Kein Wachstum ohne Loslassen. Kein Weiterkommen ohne Ausruhen. Keine Reifung ohne Krise.
Vor 30 Jahren erlebte P. Josef eine tiefe Lebenskrise. Er fühlte sich ausgebrannt, seine Berufung brüchig geworden. Ein Jahr Auszeit in den USA wurde für ihn – fern aller Sicherheiten – zu einer heilsamen Neuorientierung. Rückblickend spricht er von einem „zweiten Noviziat“: geläutert, gestärkt und neu ausgerichtet konnte er seinen Weg als Salvatorianer weitergehen.
Nach 10,5 Jahren Leitungsverantwortung als Provinzial nahm er 2025 erneut eine Brachzeit. Ortswechsel, Zeiten in Wien-Hacking, im Europakloster Gut Aich und im Kolleg Margarethen am Moos, 30-tägige Exerzitien, bewusstes Mitfeiern statt Vorstehen, Operationen und Rehabilitationszeiten – all das wurde zu einer Schule des Loslassens, des Annehmens und des inneren Friedens.
Zentrale Fragen begleiteten ihn:
👉 Wer bin ich – jenseits meiner Rollen?
👉 Wofür stehe ich wirklich?
Ein Buch wurde ihm dabei zum Wegbegleiter:
„Verzeihen Sie bitte! – Wie wir lernen, mit uns und anderen gnädig zu sein“ von Fabian Vogt. Die Erfahrung: Gnade durchbricht den Kreislauf von Kränkung und Rechtfertigung.
Seit dem Fest der Taufe Jesu 2026 ist P. Josef wieder langsam in die Seelsorge eingestiegen. Ein Wort klingt für ihn neu und dringlich:
„Lass es nur zu!“
– Lass Gott wirken.
– Lass das krampfhafte Kreisen los.
– Vertraue.
Zu Pfingsten darf er in Margarethen am Moos ein Aufbruchsfest feiern. Sein Weg führt ihn weiter nach Gurtweil in Süddeutschland, dem Geburtsort des seligen Franziskus Jordan. Dort entsteht eine neue internationale Gemeinschaft der Salvatorianer – mit dem Ziel, die salvatorianische Spiritualität neu aus ihren Ursprüngen zu entdecken.
🙏 Bitte begleiten wir diesen Aufbruch im Gebet:
Seliger Franziskus Jordan, bitte für uns!
P. Josef Wonisch, ehemaliger Provinzial der Salvatorianer, teilt persönliche Gedanken zu seinen „Brachzeiten“ – jenen Lebensphasen, die der Regeneration dienen. In der Landwirtschaft bezeichnet man damit Zeiten, in denen der Boden ruht, um neue Kraft zu s