Erzbischof Franz Lackner

Erzbischof Franz Lackner Seit 2014 Erzbischof von Salzburg. — Illum oportet crescere - Jenem gebührt zu wachsen. (Joh 3,30)

OSTERSONNTAG | Die Osterbotschaft in ihrem innersten, kleinsten Kern sind Augenblicke Gottes; er schaut uns an, spricht ...
05/04/2026

OSTERSONNTAG | Die Osterbotschaft in ihrem innersten, kleinsten Kern sind Augenblicke Gottes; er schaut uns an, spricht uns an oder berührt uns für einen Augenblick. Es sind „Magdalenensekunden“, denn Maria von Magdala wendet sich ab, als sie den Auferstandenen erkennt. Petrus wird vom Blick Jesu, den ausgerechnet er eben drei Mal verleugnet hat, ins Innerste getroffen. Auch im Blick meiner Mutter, deren Leben zu Ende ging, trafen sich Ewigkeit und Endlichkeit. Unsere Reaktion auf die Augenblicke Gottes können wir nicht vorherbestimmen. Mit Petrus bitterlich zu weinen wäre für mich eine gute Option; mit Maria von Magdala sich umdrehen und bekennen ist sicher die beste. Oder auch, wie in meinem Fall, als Gezeichneter eines Blickes durch das Leben gehen.
In jedem Fall: Nicht Gott, nicht den Augenblick festhalten wollen. In diesem Sinne wünsche ich euch allen frohe und gesegnete Ostern!

OSTERNACHT | Wir müssen bekennen: Uns ist etwas verloren gegangen. Der Vergleich mit schal gewordenem Salz drängt sich a...
04/04/2026

OSTERNACHT | Wir müssen bekennen: Uns ist etwas verloren gegangen. Der Vergleich mit schal gewordenem Salz drängt sich auf. Ein erster Schritt zur Wiedergewinnung ist das Innewerden dieses Verlusts. Die Erinnerung führt uns in biblischen Zeiten zurück, um bei den ersten Auferstehungszeuginnen und -zeugen Art und Weise sowie Motivation zu finden, unsere Wege heute zu gehen. Die Frauen gingen zum Grab, obwohl sie wussten: Ein Stein liegt im Weg. Petrus und Johannes fanden das Grab leer, doch sie sahen und glaubten. Ich nenne das Auferstehungsglaube pur. Dieser stellt sich gerne dort ein, wo uns Steine den Weg versperren oder gähnende Leere auf uns einwirkt.

Heute sind in der Welt große Kriege unsere unverrückbar scheinenden Steine. Im Bemühen, etwas dagegen zu unternehmen, starrt auch uns eine gähnende Ohnmacht an. Das ist nun die Stunde unseres „Trotzdem!“ Unser „Dennoch“ – wir lassen uns nicht abhalten, den Osterweg im Heute zu gehen. Es mag in unseren Herzen frühmorgens und noch dunkel sein, doch es ist dies die Stunde der Sehnsucht nach Frieden, Liebe und Gerechtigkeit, und nach Leben über den Tod hinaus.

„Der Friede sei mit euch!“, das ist der Gruß des Auferstandenen. Diesen österlichen Frieden geben wir heute weiter; er möge hinausgehen in alle Welt, überall dorthin, wo Menschen in Angst und Schrecken leben müssen. Der Herr gebe euch Frieden! Denn er ist wahrhaft auferstanden.

KARFREITAG | Der   steht für das Dunkelste im Leben und in der Geschichte zwischen Gott und Mensch. Obwohl es Auferstehu...
03/04/2026

KARFREITAG | Der steht für das Dunkelste im Leben und in der Geschichte zwischen Gott und Mensch. Obwohl es Auferstehung gibt, haben die frühen Christen am festgehalten. Es ist Symbol für Tod, Krieg und Entzweihung. An dieser Realität geht das Christentum nicht vorüber, es schaut nicht weg. Gerade deshalb können und dürfen wir uns mit dem Gedanken an Krieg nicht einfach abfinden. Der Tod hat nicht das letzte Wort - denn hinter dem Karfreitag dämmert sanft schon das österliche Licht der Auferstehung.

Bild: Kreuzigungsszene aus dem Stundenbuch des Herzogs von Berry, ca. 1416

GRÜNDONNERSTAG | Nach all dem, was Jesus getan und gewirkt hat und wie ihm die Menschen begegnet sind, hätte er vielleic...
02/04/2026

GRÜNDONNERSTAG | Nach all dem, was Jesus getan und gewirkt hat und wie ihm die Menschen begegnet sind, hätte er vielleicht allen Grund gehabt, sich in den Himmel zu verabschieden; in der Sprache unserer Tage hätte er sagen können: „Sorry ich habe alles versucht, habe mich abgemüht, aber das Himmelreich lässt sich mit diesen und wahrscheinlich mit allen Menschen nicht verwirklichen.“ Aber genau das tut der Herr nicht. Nein, er wäscht seinen Jüngern die Füße. Er setzt ein Beispiel von sich entäußernder Liebe.

„Die Liebe hört niemals auf“, schreibt der Apostel Paulus. Gott ist die nie aufhörende Liebe. Liebe glaubt! Liebe hofft! Und Liebe ist bereit zu leiden mit uns, vor allem aber für uns. Dazu lädt Jesus ein, in dieser Endzeit seines Wirkens in dieser Welt. „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“

CHRISAM-MESSE | In diesem Jahr denke ich bei der Weihe der Heiligen Öle und der Erneuerung des Treueversprechens der Pri...
01/04/2026

CHRISAM-MESSE | In diesem Jahr denke ich bei der Weihe der Heiligen Öle und der Erneuerung des Treueversprechens der Priester besonders an Franziskus von Assisi. Er stellt Maria, die Mutter Gottes, den Priestern vor, sieht sie als innerlich arm, aber dadurch ganz offen, um den aufzunehmen, der sich durch sie als reine Opfergabe hingegeben hat. In Maria konnte Gott Gott sein und werden, wie es seiner Ursehnsucht entspricht, um Immanuel, ein „Gott mit uns“ zu sein. Wenn wir vom Wirken des Priesters sprechen, bedeutet dies, in marianischer Weise für Gott, für die Menschen selbstlos und in reiner Ganzhingabe offen zu sein. Die Sehnsucht nach Erlösung, nach Gerechtigkeit und Frieden treibt uns an. Mögen unsere Hände auch oft leer sein, wir können sie zu Gott erheben und mit Franziskus beten:
„Höchster glorreicher Gott, erleuchte die Finsternis meines Herzens und schenke mir rechten Glauben, gefestigte Hoffnung und vollendete Liebe. Gib mir Herr, das rechte Empfinden und Erkennen, damit ich deinen heiligen wahrhaften Auftrag erfülle.“

MINISTRANTINNEN & MINISTRANTEN | Jedes Jahr ist es mir eine große Freude, vor der Chrisam-Messe mit vielen jungen Mensch...
01/04/2026

MINISTRANTINNEN & MINISTRANTEN | Jedes Jahr ist es mir eine große Freude, vor der Chrisam-Messe mit vielen jungen Menschen zusammenzutreffen, die sich im Gottesdienst einbringen und den Glauben als Erfahrung weitertragen. Vergelt‘s Gott euch allen, die ihr aus allen Teilen unserer Diözese gekommen seid!

PALMSONNTAG | Wir treten nun ein in die Heilige Woche. Gestern hatte ich eine Begegnung mit Firmlingen, manche davon noc...
29/03/2026

PALMSONNTAG | Wir treten nun ein in die Heilige Woche. Gestern hatte ich eine Begegnung mit Firmlingen, manche davon noch sehr jung. Sie fragten: Wie kann es sein, dass diese Dinge so nah beieinander liegen, dass die Menschen am Palmsonntag noch „Hosanna“ rufen, und wenige Tage danach „Ans Kreuz mit ihm“? Ja, die Dinge liegen in unserem Leben manchmal nahe beisammen - in unseren Tagen aber ist es oft anders: Viele Dinge sind weit auseinander gerückt. Es herrscht Krieg, ganz nah bei uns, in der Ukraine; nah im Herzen auch im Vorderen Orient, wo unser Glauben herstammt. Der Friede ist sehr, sehr weit weg. Wenn wir auch in dieser Woche den Karfreitag feiern, leuchtet in dieser dunklen Stunde doch auch das Licht der Erlösung und des Friedens in unseren Herzen für alle auf.

JÜRGEN HABERMAS (1929 - 2026) | Die Stimme eines großen Geistes ist mit dem Tod von Jürgen Habermas verstummt. Auch wenn...
14/03/2026

JÜRGEN HABERMAS (1929 - 2026) | Die Stimme eines großen Geistes ist mit dem Tod von Jürgen Habermas verstummt. Auch wenn er sich als einen religiös „unmusikalischen“ Menschen sah, ist seine Bedeutung auch für das religiöse Denken unserer Tage unschätzbar. Zeugnis dafür ist nicht zuletzt seine Debatte mit dem damaligen Kardinal Ratzinger, in der beide von unterschiedlichen Punkten aus die Vermessung der moralisch-politischen Grundlagen menschlichen Zusammenlebens versuchten. Jürgen Habermas hat mit seinem Denken und Wirken einen großen Schatz für die Menschheit hinterlassen; manches an ihm wird man in unseren säkularen Tagen als prophetisch erkennen. Einst sprach er von der vielfach verlorenen Hoffnung auf Resurrektion, die in diesen Zeiten eine spürbare Leere hinterlassen habe; möge ihm das Licht eben dieser Hoffnung nun leuchten. Requiescat in pace.

GEBET FÜR FRIEDEN IN DER UKRAINE | Heute Morgen ist nun das fünfte Jahr des diabolischen Krieges angebrochen. Es begegne...
24/02/2026

GEBET FÜR FRIEDEN IN DER UKRAINE | Heute Morgen ist nun das fünfte Jahr des diabolischen Krieges angebrochen. Es begegnen einem heute oft Zermürbung und Resignation. Viele flüchten sich in allzu einfache, nur scheinbare „Lösungen“. Immer wieder hören wir, man müsse nur einen „Deal“ schließen, ein Gebiet abtreten, und schon würde es Frieden geben. Wirklicher Frieden aber ist mehr als ein Vertrag. Er kann nicht verordnet, nicht gekauft, nicht auf Kosten der Schwachen geschaffen werden. Frieden kommt von der Zufriedenheit in uns, in unseren Herzen und Seelen. Er dringt nicht von außen an uns heran, sondern muss aus uns hinausdrängen, er muss uns zuinnerst antreiben.

Die Hilfe für die Menschen in der Ukraine ist direktes Gebot unseres Herrn Jesus Christus; in den vielen, die leiden, begegnet uns der Eine, der den Frieden verkündet hat. Seinen Willen erfüllen wir, in dem wir mit offenem Herzen und offenen Händen jenen begegnen, die unsere Unterstützung so bitter nötig haben. Damit möchte ich heute auch mit der Stimme der Kirche an die Regierenden und Entscheidenden in Österreich, in Europa und der Welt gerichtet sagen:
Blickt nach Kiew, blickt nach Lemberg, nach Odessa, blickt auf die vielen zerstörten Städte, in den Donbass!Blickt auf die Not der Menschen, blickt auf die Armen, die Verletzten, die Kinder! Blickt auf ihre Tränen, blickt auf ihr Leid, und richtet danach euer Handeln – denn was ihr ihnen tut, tut ihr dem, der euch richten wird!

FÜR EINEN UNBEWAFFNETEN UND ENTWAFFNENDEN FRIEDEN | Heute früh haben wir im Rahmen der eucharistischen Friedenskette dur...
20/02/2026

FÜR EINEN UNBEWAFFNETEN UND ENTWAFFNENDEN FRIEDEN | Heute früh haben wir im Rahmen der eucharistischen Friedenskette durch Europa im Dom die Heilige Messe im Zeichen des Friedens gefeiert - für die Welt, für das Heilige Land, und besonders auch für die uns so nahe Ukraine. Seit bald vier Jahren harrt dieses so bedrängte Volk in Krieg und Not aus - die Menschen gehen zu Bett, ohne zu wissen, ob nicht nachts Bomben auf sie herabregnen. Bitten und beten wir um Frieden - betende Hände müssen aber auch helfende Hände sein! Helfen wir also, auf dass dort, wo keine Infrastruktur mehr funktioniert, die Menschen nicht erfrieren und verhungern. Herzlich bitte ich, die Kollekte für die Arbeit der Ukrainehilfe der Caritas sowie der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche am kommenden Sonntag zu unterstützen. Vergelt‘s Gott!

FASTENHIRTENBRIEF 2026 | „Ich habe das meine getan, was euer ist, möge euch Christus lehren“, sagte der Heilige Franzisk...
16/02/2026

FASTENHIRTENBRIEF 2026 | „Ich habe das meine getan, was euer ist, möge euch Christus lehren“, sagte der Heilige Franziskus auf dem Sterbebett. Diese Fastenzeit möge uns erneut ins Bewusstsein rufen: Der christliche Glaube ist nicht Werkzeug der Macht, sondern zuinnerst Option für den Frieden und die Armen. Bewahren wir uns diese Haltung auch im Angesicht der Versuchungen der Welt. Beten wir für den Frieden, der so vielen immer noch verwehrt ist - und beten wir füreinander, dass wir den falschen Versprechungen der Welt widerstehen.

👉 Den kompletten Fastenhirtenbrief gibt es hier nachzulesen: https://www.edsbg.at/glaube-leben/jahreskreis/fastenzeit

Adresse

Kapitelplatz 2
Salzburg
5020

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Erzbischof Franz Lackner erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Die Kultstätte Kontaktieren

Nachricht an Erzbischof Franz Lackner senden:

Teilen