Erzbischof Franz Lackner

Erzbischof Franz Lackner Seit 2014 Erzbischof von Salzburg. — Illum oportet crescere - Jenem gebührt zu wachsen. (Joh 3,30)

MAGNIFICA HUMANITAS | Leo XIV. hat mit „Magnifica Humanitas“ ein mit klarer Stimme gesprochenes Zeugnis für die Würde de...
25/05/2026

MAGNIFICA HUMANITAS | Leo XIV. hat mit „Magnifica Humanitas“ ein mit klarer Stimme gesprochenes Zeugnis für die Würde des Menschen in einer Zeit immer höherer Technisierung, immer größerer Machbarkeit vorgelegt. 135 Jahre nach der großen Sozialenzyklika „Rerum Novarum“ seines Namensvorgängers Leos XIII. hat der Papst, wie er sagt, aufmerksam zugehört - er hat die Stimmen der Expertise, aber auch das Schweigen Betroffener vernommen. Während er die vielen positiven Errungenschaften des Fortschritts benennt, zeigt er doch auch deutlich die mannigfaltigen Risiken auf, die uns als Gesellschaft erwachsen, wenn der Mensch sich letztlich selbst verdrängt, sich einer inhumanen Umwelt aussetzt. So wird das Bekenntnis des Papstes zum Menschen an sich, der Abbild des Schöpfers ist, auch zum Wort für Frieden und Gerechtigkeit. Die Schaffenskraft, die Personalität des Menschen selbst ist heute gerade auch durch Künstliche Intelligenz besonders herausgefordert. Ein Leichtes wäre es in unserer Zeit, diese umfangreiche Enzyklika durch künstliche Intelligenz in einem Augenblick auf wenige Sätze zu reduzieren, um sie scheinbar schnell zu verstehen und kommentieren zu können. Doch all ihr Reichtum, ihr Wesen und damit die hohe, lehrende und mahnende Absicht des Autors gingen dabei verloren. So lade ich herzlich alle ein, sich tief mit „Magnifica Humanitas“ zu befassen und das Schreiben mit gebotenem Ernst zu studieren.

Foto: CNS/Vatican Media

PFINGSTEN | Der Heilige Geist ist die dritte Person der Dreifaltigkeit, er ist jedoch auch der Geist Jesu Christi. Liebe...
24/05/2026

PFINGSTEN | Der Heilige Geist ist die dritte Person der Dreifaltigkeit, er ist jedoch auch der Geist Jesu Christi. Liebe Schwestern und Brüder, als solche durch den Heiligen Geist Versöhnte und mit dem Frieden Christi Ausgestattete müssten wir unser Leben in der Nachfolge Jesu gestalten. Als von ihm Angehauchte und mit dem Heiligen Geist Bekleidete sollen wir die Weltbühne von heute betreten. Der Heilige Geist wird Tröster genannt – die Welt von heute braucht in der Tat viel Trost. Diese Welt, in der wir leben, die wir tagtäglich über Rundfunk und Internet in unsere Wohnungen lassen, braucht Frieden; einen Frieden, den sie selbst nicht geben kann, einen Frieden, den Jesus gibt, in den Herzen der Menschen, unter ihnen und unter den Ländern. So bitten und beten wir in dieser Stunde mit dem Heiligen Apostel Paulus: Der Heilige Geist möge sich unserer Schwachheit annehmen und „mit unaussprechlichem Seufzen“ für uns bei Gott eintreten, auf dass Friede und Versöhnung herrschen mögen. Amen.

Bild: Rabula-Evangeliar, 6. Jahrhundert

EIN JAHR PAPST LEO XIV. | Heute ist es ein Jahr, dass die Stimmen der Kardinäle Robert Francis Prevost in die Nachfolge ...
08/05/2026

EIN JAHR PAPST LEO XIV. | Heute ist es ein Jahr, dass die Stimmen der Kardinäle Robert Francis Prevost in die Nachfolge und den Dienst des berufen haben. In Papst Leo XIV. sehen wir einen Hirten mit weltkirchlicher Erfahrung und Perspektive, der wiederum neue Brücken zu schlagen hat, nun da das 21. Jahrhundert mit all seinen Herausforderungen wirklich beginnt. Wir begegnen einem Mann des Evangeliums und der Wahrheit; einer, der kleine Gesten setzt, doch mit großer Wirkung. Ein Bischof, der um die große Weite und die vielen Dynamiken der Kirche wie auch der ganzen Christenheit weiß. Wir erleben in Papst Leo vor allem einen besonnenen und somit umso stärkeren Verkünder des Friedens, der sich nicht scheut, die Botschaft Christi gerade auch den vermeintlich Mächtigen vorzustellen. So ist seine Stimme, die er im Namen Gottes erhebt, weit über die Grenzen der Kirche hinaus zu jener der Menschheit und Menschlichkeit geworden. Es ist nur eine einzelne, leise Stimme in einer lauten und polternden Welt, doch sie wird gehört. In seinem Wirken für den Glauben, den Frieden und die Einheit aller im Einen ist Leo XIV. auch eins mit seinen Vorgängern. Beten wir für unseren Papst, auf dass seine Tage in der Nachfolge des Petrus viele und gesegnete sein mögen! Oremus pro Pontifice!

Foto: Reuters/Nardi

OSTERSONNTAG | Die Osterbotschaft in ihrem innersten, kleinsten Kern sind Augenblicke Gottes; er schaut uns an, spricht ...
05/04/2026

OSTERSONNTAG | Die Osterbotschaft in ihrem innersten, kleinsten Kern sind Augenblicke Gottes; er schaut uns an, spricht uns an oder berührt uns für einen Augenblick. Es sind „Magdalenensekunden“, denn Maria von Magdala wendet sich ab, als sie den Auferstandenen erkennt. Petrus wird vom Blick Jesu, den ausgerechnet er eben drei Mal verleugnet hat, ins Innerste getroffen. Auch im Blick meiner Mutter, deren Leben zu Ende ging, trafen sich Ewigkeit und Endlichkeit. Unsere Reaktion auf die Augenblicke Gottes können wir nicht vorherbestimmen. Mit Petrus bitterlich zu weinen wäre für mich eine gute Option; mit Maria von Magdala sich umdrehen und bekennen ist sicher die beste. Oder auch, wie in meinem Fall, als Gezeichneter eines Blickes durch das Leben gehen.
In jedem Fall: Nicht Gott, nicht den Augenblick festhalten wollen. In diesem Sinne wünsche ich euch allen frohe und gesegnete Ostern!

OSTERNACHT | Wir müssen bekennen: Uns ist etwas verloren gegangen. Der Vergleich mit schal gewordenem Salz drängt sich a...
04/04/2026

OSTERNACHT | Wir müssen bekennen: Uns ist etwas verloren gegangen. Der Vergleich mit schal gewordenem Salz drängt sich auf. Ein erster Schritt zur Wiedergewinnung ist das Innewerden dieses Verlusts. Die Erinnerung führt uns in biblischen Zeiten zurück, um bei den ersten Auferstehungszeuginnen und -zeugen Art und Weise sowie Motivation zu finden, unsere Wege heute zu gehen. Die Frauen gingen zum Grab, obwohl sie wussten: Ein Stein liegt im Weg. Petrus und Johannes fanden das Grab leer, doch sie sahen und glaubten. Ich nenne das Auferstehungsglaube pur. Dieser stellt sich gerne dort ein, wo uns Steine den Weg versperren oder gähnende Leere auf uns einwirkt.

Heute sind in der Welt große Kriege unsere unverrückbar scheinenden Steine. Im Bemühen, etwas dagegen zu unternehmen, starrt auch uns eine gähnende Ohnmacht an. Das ist nun die Stunde unseres „Trotzdem!“ Unser „Dennoch“ – wir lassen uns nicht abhalten, den Osterweg im Heute zu gehen. Es mag in unseren Herzen frühmorgens und noch dunkel sein, doch es ist dies die Stunde der Sehnsucht nach Frieden, Liebe und Gerechtigkeit, und nach Leben über den Tod hinaus.

„Der Friede sei mit euch!“, das ist der Gruß des Auferstandenen. Diesen österlichen Frieden geben wir heute weiter; er möge hinausgehen in alle Welt, überall dorthin, wo Menschen in Angst und Schrecken leben müssen. Der Herr gebe euch Frieden! Denn er ist wahrhaft auferstanden.

KARFREITAG | Der   steht für das Dunkelste im Leben und in der Geschichte zwischen Gott und Mensch. Obwohl es Auferstehu...
03/04/2026

KARFREITAG | Der steht für das Dunkelste im Leben und in der Geschichte zwischen Gott und Mensch. Obwohl es Auferstehung gibt, haben die frühen Christen am festgehalten. Es ist Symbol für Tod, Krieg und Entzweihung. An dieser Realität geht das Christentum nicht vorüber, es schaut nicht weg. Gerade deshalb können und dürfen wir uns mit dem Gedanken an Krieg nicht einfach abfinden. Der Tod hat nicht das letzte Wort - denn hinter dem Karfreitag dämmert sanft schon das österliche Licht der Auferstehung.

Bild: Kreuzigungsszene aus dem Stundenbuch des Herzogs von Berry, ca. 1416

GRÜNDONNERSTAG | Nach all dem, was Jesus getan und gewirkt hat und wie ihm die Menschen begegnet sind, hätte er vielleic...
02/04/2026

GRÜNDONNERSTAG | Nach all dem, was Jesus getan und gewirkt hat und wie ihm die Menschen begegnet sind, hätte er vielleicht allen Grund gehabt, sich in den Himmel zu verabschieden; in der Sprache unserer Tage hätte er sagen können: „Sorry ich habe alles versucht, habe mich abgemüht, aber das Himmelreich lässt sich mit diesen und wahrscheinlich mit allen Menschen nicht verwirklichen.“ Aber genau das tut der Herr nicht. Nein, er wäscht seinen Jüngern die Füße. Er setzt ein Beispiel von sich entäußernder Liebe.

„Die Liebe hört niemals auf“, schreibt der Apostel Paulus. Gott ist die nie aufhörende Liebe. Liebe glaubt! Liebe hofft! Und Liebe ist bereit zu leiden mit uns, vor allem aber für uns. Dazu lädt Jesus ein, in dieser Endzeit seines Wirkens in dieser Welt. „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“

CHRISAM-MESSE | In diesem Jahr denke ich bei der Weihe der Heiligen Öle und der Erneuerung des Treueversprechens der Pri...
01/04/2026

CHRISAM-MESSE | In diesem Jahr denke ich bei der Weihe der Heiligen Öle und der Erneuerung des Treueversprechens der Priester besonders an Franziskus von Assisi. Er stellt Maria, die Mutter Gottes, den Priestern vor, sieht sie als innerlich arm, aber dadurch ganz offen, um den aufzunehmen, der sich durch sie als reine Opfergabe hingegeben hat. In Maria konnte Gott Gott sein und werden, wie es seiner Ursehnsucht entspricht, um Immanuel, ein „Gott mit uns“ zu sein. Wenn wir vom Wirken des Priesters sprechen, bedeutet dies, in marianischer Weise für Gott, für die Menschen selbstlos und in reiner Ganzhingabe offen zu sein. Die Sehnsucht nach Erlösung, nach Gerechtigkeit und Frieden treibt uns an. Mögen unsere Hände auch oft leer sein, wir können sie zu Gott erheben und mit Franziskus beten:
„Höchster glorreicher Gott, erleuchte die Finsternis meines Herzens und schenke mir rechten Glauben, gefestigte Hoffnung und vollendete Liebe. Gib mir Herr, das rechte Empfinden und Erkennen, damit ich deinen heiligen wahrhaften Auftrag erfülle.“

MINISTRANTINNEN & MINISTRANTEN | Jedes Jahr ist es mir eine große Freude, vor der Chrisam-Messe mit vielen jungen Mensch...
01/04/2026

MINISTRANTINNEN & MINISTRANTEN | Jedes Jahr ist es mir eine große Freude, vor der Chrisam-Messe mit vielen jungen Menschen zusammenzutreffen, die sich im Gottesdienst einbringen und den Glauben als Erfahrung weitertragen. Vergelt‘s Gott euch allen, die ihr aus allen Teilen unserer Diözese gekommen seid!

PALMSONNTAG | Wir treten nun ein in die Heilige Woche. Gestern hatte ich eine Begegnung mit Firmlingen, manche davon noc...
29/03/2026

PALMSONNTAG | Wir treten nun ein in die Heilige Woche. Gestern hatte ich eine Begegnung mit Firmlingen, manche davon noch sehr jung. Sie fragten: Wie kann es sein, dass diese Dinge so nah beieinander liegen, dass die Menschen am Palmsonntag noch „Hosanna“ rufen, und wenige Tage danach „Ans Kreuz mit ihm“? Ja, die Dinge liegen in unserem Leben manchmal nahe beisammen - in unseren Tagen aber ist es oft anders: Viele Dinge sind weit auseinander gerückt. Es herrscht Krieg, ganz nah bei uns, in der Ukraine; nah im Herzen auch im Vorderen Orient, wo unser Glauben herstammt. Der Friede ist sehr, sehr weit weg. Wenn wir auch in dieser Woche den Karfreitag feiern, leuchtet in dieser dunklen Stunde doch auch das Licht der Erlösung und des Friedens in unseren Herzen für alle auf.

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